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Kolumne: Benimm-Tipp

Fettnäpfchen-Navigator Urlaub

Liebe Leserinnen und Leser, pünktlich zur Ferienzeit beschäftige ich mich in der Sommerausgabe meines Newsletters mit den Fettnäpfchen, die im Urlaubsland auf Sie warten können. Ich habe Ihnen einen kleinen Navigator zusammengestellt, damit Sie auch in den Ferien den Stolpersteinen möglichst aus dem Weg gehen können.

Fettnäpfchen Navigator für Urlaubsreisen ins Ausland (diesen Benimmtipp finden Sie auch als PDF auf unserer Seite www.benehmensberatung.de)

In der schönsten Zeit des Jahres wollen wir vor allem Eines: Eine angenehme und vielleicht auch entspannte Zeit haben. Damit Ihnen dies auch gelingt, gibt es hier einen kleinen Überblick, wo die größten Fettnäpfchen lauern und welche Besonderheiten Sie unterwegs beachten sollten.

Beginnen wir mit ein paar allgemeinen Empfehlungen:

  • Fragen Sie, bevor einfach andere Menschen fotografieren.
  • In vielen Kulturen wird unsere direkte Art als unhöflich empfunden, das gilt auch für den offensiven Blickkontakt.
  • Vorsicht bei abfälligen Bemerkungen, es verstehen mehr Menschen deutsch, als Sie vielleicht denken. Gestik und Mimik sind sowieso international.
  • Das Küsschen auf die Wange wird nur gehaucht.
  • Nicht alle Menschen haben die gleiche Definition von Pünktlichkeit.
  • Kirchen und heilige Orte erfordern Respekt. Das drückt sich auch in der Kleidung und der Lautstärke aus.
  • Grußformeln und 'Bitte' und 'Danke' in Landessprache kommen überall gut an.
  • Besserwisser werden in keinem Land der Welt geschätzt (kennen Sie noch Reinhard Mey's 'Mann aus Alemania'?)

Hier nun ein paar Tipps für einzelne Länder oder Kontinente:

Frankreich:

Höflichkeit ist Trumpf. Monsieur oder Madame gehören zur Begrüßung oder Verabschiedung. Bei Antworten mit ja oder nein ist das genauso.

Auch ein 'bon appétit' gehört zum guten Ton.

Griechenland:

Kopfschütteln bedeutet 'Ja', genau wie das Wörtchen 'ne'.

Italien:

Der Cappuccino nach den Essen kann als Beleidigung aufgefasst werden. Sie vermitteln damit den Eindruck nicht satt geworden zu sein.

Im Restaurant ist ein 'coperto' für Geschirr und Besteck üblich. Das zusätzliche Trinkgeld für den Service bleibt auf dem Tisch liegen und wird nicht direkt gegeben, genau, wie in einigen anderen europäischen Ländern.

Österreich:

Der Kellner heißt im Kaffeehaus immer noch 'Herr Ober' und es wird sehr viel Wert auf Titel gelegt. Dabei wird auf den Namen verzichtet. Verzehnfachen Sie Ihre Höflichkeitssignale, so werden Sie als guterzogener Deutscher wahrgenommen und nicht als 'Piefke'.

Schweiz:

Beim Fondue-essen gibt es keinen eigenen Teller. Alle tauchen ihr Brot in den Topf. Wer das erste Brotstück fallen lässt zahlt die nächste Flasche Wein.

Skandinavien:

Das 'Du' ist sehr verbreitet und wird in allen Hierarchiestufen verwendet.

In Restaurants wird das Mittagessen häufig in Form von Selbstbedienung angeboten.

Bei privaten Einladungen in Schweden bitte die Schuhe ausziehen.

Spanien:

Die Gastfreundschaft ist legendär, aber stellen Sie bei Einladungen die Pünktlichkeit nicht in den Vordergrund. 15 - 30 Minuten später sind ausreichend.

Türkei:

Zahlen Sie die Restaurant Rechnung gemeinsam. Getrennt abzurechnen gilt, wie auch in vielen südeuropäischen Ländern, als pedantisch.

Kopfschütteln drückt lediglich Unverständnis aus, keine Ablehnung.

Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit sind nicht angebracht.

Arabische Welt:

Die Wochentage sind anders gewichtet: Der Donnerstag entspricht unserem Samstag und der Freitag dem Sonntag.

In islamischen Ländern gilt die linke Hand als unrein. Hier sollte 'frau' auch unbedingt auf ihre Kleidung achten und möglichst wenig nackte Haut präsentieren. Nackt baden ist verboten.

Asiatische Welt:

Hier ist Zurückhaltung angesagt. Laute Geräusche (auch beim Husten oder Nase putzen) und eine temperamentvolle Gestik kommen nicht gut an.

Der Kopf gilt als 'Sitz der Seele', anfassen tabu. Ebenso sollten die Fußsohlen nicht auf andere Personen gerichtet sein.

Ein Anstandshappen sollte auf dem Teller bleiben. Das gilt auch für Reis; und die Stäbchen bitte nicht in den Reis stecken.

Farben und Zahlen haben eine besondere Symbolik. Vermeiden Sie in China beispielsweise die Zahl vier. Sie klingt ähnlich, wie das Wort für Tod und dieses Thema ist absolut tabu.

Achten Sie besonders darauf niemanden bloß zu stellen. Lächeln Sie!

USA:

Alkoholgenuss ist in der Öffentlichkeit verboten.

Im Restaurant werden Sie platziert, warten Sie also ab, bis der Service Ihnen einen Tisch zuweist. Das Trinkgeld ist der Lohn für die Servicekräfte und sollte etwa bei 20% der Rechnungssumme liegen. In manchen Restaurants werden Jackett und Krawatte verlangt.

Wundern Sie sich nicht über die Tischsitten; anpassen darf, aber muss nicht sein.

An dieser Stelle endet meine durchaus unvollständige Aufzeichnung.

Entwickeln Sie auf Ihren Reisen ein Gespür für die für die kulturellen Unterschiede. Entdecken Sie Neues und seien Sie Ihrem Reiseziel und seinen Bewohnern gegenüber unvoreingenommen und offen.

Halten sie mit dem englischen Schriftsteller Aldous Huxley (1894 – 1963): Reisen bedeutet zu entdecken, dass alle unrecht haben mit dem, was sie über andere Länder denken.

Wer von Ihnen auch in den Sommermonaten an das Berufliche denken möchte: Mein letzter Blog-Beitrag gibt Anregungen zum Elevator-Pitch; dem kleinen Werbeblock in eigener Sache. Einfach mal reinklicken unter diesem LINK.

Nun wünsche ich Ihnen zwei zauberhafte Monate. Genießen Sie eine herrliche Sommerzeit mit dem Duft von frischen Heu, Lavendel oder leckerem Grillgut, je nachdem, was Ihnen am besten gefällt. Nutzen Sie die langen Abende für ein fröhliches Beisammensein mit Freunden oder der Familie, gehen Sie ein Eis essen, einen Cocktail trinken oder lassen Sie sich einfach die Sonne ins Gesicht scheinen.

Es grüßt Sie herzlich

Ihre Marlies Smits

(Marlies Smits)


 


 

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