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Kolumne: Benimm-Tipp

Kleine Smartphone-Etikette

Kennen Sie das auch? Sie unterhalten sich angeregt mit einem Kollegen und plötzlich stört ein undefinierbares Geräusch das Gespräch. Sie fangen schon an sich zu wundern … Ihr Gesprächspartner aber beginnt hektisch in seiner Tasche zu kramen. Aha, denken Sie, sein Telefon.

Nun sind Sie gespannt was passieren wird; drückt er den Anrufer weg, meldet er sich kurz und bittet darum, später zurück zurufen oder ist das nette Gespräch nun zu Ende?

Ich glaube jeder von uns war schon einmal in dieser Situation und zwar auf beiden Seiten des Gesprächs. Lassen Sie uns einmal zusammentragen, was im Umgang mit dem Mobiltelefon wichtig ist; stellen wir einen kleinen Smartphone-Guide zusammen:

Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung – die Anrufzeiten  

Es gab eine Zeit, da waren die Anrufzeiten klar definiert. Vor neun Uhr morgens und nach acht Uhr abends rief man in einem Privathaushalt nur im Notfall oder bei Freunden an, deren Tagesablauf man kannte. Heute sieht das anders aus. Wir wollen in Verbindung bleiben, erreichbar sein – und im beruflichen Zusammenhang auch verfügbar sein. So sehr, dass sich daraus schon eine Sucht entwickelt hat, die #Nomophobie. Die Bezeichnung leitet sich aus dem englischen no mobile phobia ab und nimmt auch bei uns in Deutschland weiter zu. In England waren 2012 schon 66% der Handynutzer davon betroffen. Tendenz steigend. Wie sieht es da bei Ihnen aus?

Der höfliche Mensch achtet auch in Zeiten der mobilen Erreichbarkeit darauf, zu allgemein üblichen Zeiten (siehe oben) anzurufen. Notfälle natürlich immer ausgenommen.

Sie sprechen mit Frau Meier

Auch die Meldeformeln unterscheiden sich am Mobiltelefon von denen des Festnetzanschlusses. Normalerweise werden Sie sich mit Ihrem Vor- und Zunamen melden; das empfehle ich Ihnen auch am Smartphone wenn es sich um eine unbekannte Nummer handelt. Kennen Sie den Anrufer, spricht nichts dagegen ihn gleich mit seinem Namen zu begrüßen. Nutzen Sie Ihr Mobiltelefon geschäftlich, verzichten Sie besser auf Meldeformeln wie ‚Ja bitte‘ oder hallo, wer spricht?‘

Wer ist wichtiger?

Im Gespräch mit anderen lassen Sie Ihr Telefon am besten in der Tasche – stumm geschaltet natürlich. Anwesende Personen sind immer wichtiger als Abwesende! Erwarten Sie einen wichtigen Anruf, kündigen Sie das am besten gleich zu Beginn der Unterhaltung an. Klingelt es dann, werden Sie sich kurz entschuldigen und abwenden oder, wenn möglich, den Raum verlassen um zu telefonieren. Je mehr Menschen am Gespräch beteiligt sind, desto einfacher geht das. Einen Menschen allein stehen zu lassen ist immer ungünstig.

Laut, lauter, am lautesten

Die wenigsten Menschen interessieren sich wirklich für das, was Andere in ihrer Umgebung am Telefon erzählen. Die meisten stört aber enorm, wenn diese Gespräche in unpassender Lautstärke geführt werden. Sprechen Sie also lieber leise und fassen Sie sich kurz.

Tabuzonen für Technikspielzeuge

Eine Beerdigung ist nicht der richtige Ort das Smartphone zu benutzen, genauso wenig, wie im Konzert, dem Theater oder im Museum. Auch auf dem Golfplatz oder in der Wellness-Oase werden Sie damit keine Pluspunkte sammeln. Überall dort, wo es ruhig, eng oder ernst zugeht, verschieben Sie den Gebrauch besser auf später.

Wer das Tablet zum Beispiel bei Besprechungen zum Notizen machen nutzt, sollte der Versuchung widerstehen, noch kurz eine Mail zu lesen und zu beantworten - oder heimlich Quizduell zu spielen. Die anderen merken das sofort.

Bitte recht freundlich

Fotografieren Sie gern? Prima, das ist ein schönes Hobby und unser Telefon hat ja eine eingebaute Kamera, mit der sich viele Situationen im Bild festhalten lassen. Heute sogar schon in ganz guter Qualität. Trotzdem kenne ich viele Menschen, die es gar nicht lustig finden, überfallartig fotografiert zu werden. Fragen Sie bitte auch, bevor Sie Fotos in den sozialen Netzwerken posten. Ob Sie wirklich jeden zweiten Tag ein Selfie posten müssen entscheiden Sie selbst. Auch das ist eine Frage der Wirkung!

Der Ton macht die Musik

In diesem Fall ist der Klingelton gemeint. Auch der ist Teil Ihres Images. Er sollte also Ihre Wirkung positiv unterstreichen oder ganz neutral daher kommen. Verzichten Sie besser auf anzügliche oder peinliche Töne, Humor wird an dieser Stelle oft missverstanden.

Platz da, hier kommt mein Handy

Früher war ein Mobiltelefon noch ein Statussymbol. Da wurde es sichtbar am Gürtel getragen und natürlich auch sonst öffentlich ausgestellt. Heute verzichten Sie besser darauf es irgendwo öffentlich abzulegen. Im Meeting oder am Esstisch ist es fehl am Platz und signalisiert den Anwesenden: ‚Es gibt Wichtigeres als Euch‘.

So sieht mein Smartphone-Guide aus. Habe ich etwas vergessen? Dann freue ich mich über einen Kommentar.

Herzliche Grüße, Ihre Marlies Smits  

(Marlies Smits)


 


 

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