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Kolumne: Benimm-Tipp

Von Gläsern, Bechern und der "Teetässchen-Haltung"

Guten Tag, … Bevor ich Ihnen das Thema des aktuellen Benimmtipps verrate, muss ich Ihnen unbedingt erzählen, wie erfolgreich mein neuestes Online-Projekt gestartet ist.

Im April haben die ersten Teilnehmer die E-Mail-Serie ‚21 Tage für mehr Präsenz‘ absolviert. Inzwischen haben sich über 130 Menschen zu diesem Programm angemeldet und die ersten Feedbacks sind auch schon da.

Ich bin richtig stolz auf diesen Erfolg.

Sie sind neugierig, was ich mir da wieder ausgedacht habe? Dann schauen Sie doch einfach mal hier vorbei und tragen sich in den Verteiler ein. Der Start ist jederzeit möglich und zurzeit noch absolut kostenfrei.

Nun aber endlich zum Mai-Newsletter - als Blog auch hier zu finden - der diesmal im weitesten Sinne mit den Tischsitten zu tun hat:

Von Gläsern, Bechern und der ‚Teetässchen-Haltung‘

Nein, tut mir Leid, hier kommt keine Einladung zu Kaffee oder Tee. Vielmehr möchte ich Ihnen von meinen Beobachtungen bei der Benutzung dieser Gefäße berichten. Sie kennen das sicher auch: Sie sitzen in gemütlicher Runde beisammen und jemand bietet an, noch eine Runde Kaffee oder andere Getränke zu organisieren. Ein freundlicher Gedanke und eine höfliche Geste. Aber was passiert dann?

Bitte nachschenken

Kommt die gute alte Kaffeekanne zum Einsatz, entstehen schon die ersten Unsicherheiten. Tasse anreichen? Und wenn ja, mit oder ohne Untertasse? Selbst festhalten oder abgeben? Fragen über Fragen. Hier kommen die Antworten:

Wird ein Getränk eingeschenkt, egal ob Wein oder Wasser, Kaffee oder Tee, sollte das Glas oder die Tasse möglichst auf dem Tisch stehen bleiben. Das kennen Sie aus dem Restaurant, wenn der Service den Wein einschenkt, strecken Sie ihm ja auch nicht das Glas entgegen.

In einer etwas lockereren Runde ist es für den ‚Mundschenk‘ aber manchmal einfacher, wenn das Gefäß angereicht wird. Tun Sie das also ruhig. Am besten überlassen Sie das Glas dem Einschenkenden und nehmen es gefüllt wieder entgegen. Soweit so gut! Bei einem Glas oder Becher ist alles ganz einfach. Wie geht es aber bei einer Kaffee- oder Teetasse? Hier bilden Unter- und Obertasse eine Einheit. Sie werden also nie nur die Tasse anreichen sondern auch die Untertasse mitliefern, wenn Ihnen jemand etwas eingießen soll. Das reduziert die Kleckergefahr ungemein und sieht außerdem auch viel kultivierter aus.

Gerade in Meetings oder Konferenzen fallen Sie mit der ‚Ich halt mal meine Tasse hoch-Strategie‘ eher unangenehm auf. Sagen wird Ihnen das aber natürlich niemand.

Glas oder Flasche?

Vor vielen Jahren waren die meisten von uns Flaschenkinder. Im Laufe des Lebens sollte sich das geändert haben. Es gilt auch heute noch als unpassend in der Öffentlichkeit aus einer Flasche zu trinken. Nun wissen wir aber alle: Wir brauchen eine gewisse Menge Flüssigkeit für unsere Gesundheit. Deshalb begleitet uns unsere Wasserflasche auf vielen Wegen. Für den Freizeitbereich ist das völlig in Ordnung und auch im privaten Rahmen kann man, etwa bei einer Grillparty, auf das Glas verzichten. Bei einer Besprechung, im Seminar oder im Restaurant ist das Glas aber eindeutig die beste Wahl.

Von Henkelgriffen und Teetässchen-Haltungen

Einen Becher mit duftendem heißen Tee mit beiden Händen zu umschließen, sich gemütlich in die Sofaecke kuscheln und schluckweise genießen – wunderbar! In der Öffentlichkeit fasse ich meinen Becher aber lieber nur mit einer Hand am Henkel an und ohne das Gefäß, mit welchen Fingern auch immer, zu umfassen.

Übrigens ist das Abspreizen des kleinen Finger, die Teetässchen-Haltung, nicht etwa vornehm, sondern hat einen anderen Hintergrund. Lesen Sie hier was ich im Internet zu diesem Thema gefunden habe.

Während in manchem dunklen Raubritternest während der Mahlzeiten gerotzt und gespuckt, das Mundtuch sogleich für die Nase benutzt wurde, man am Tischtuch sein Messer abwischte und sich auf dem Boden würgend erleichterte, wenn eine Speise nicht bekam, legte der Burgherr Wert auf Benehmen. Mit weißem Leinen wurde die Tafel gedeckt, die Mundtücher durften nur zum Abtupfen von Braten, Sud und Wein genutzt werden. In Schalen reichte man duftendes Wasser für die Hände herum, und die Damen spreizten den kleinen Finger, den man gemeinhin zum Reinigen des Afters nutzte, geziert von ihren Trinkbechern ab, um diesen nicht zu beschmutzen und ihren neuen Sinn für Reinlichkeit zu demonstrieren.

 (Auszug aus 'Der Kapuziner Mönch aus dem Mittelalter‘)

Auch ohne diesen Text zu kennen empfinden es viele Menschen als affektiert, wenn der kleine Finger aus der Reihe tanzt.

Zum Schluss ein kleiner Tipp zum Halten von Gläsern. Hat Ihr Glas einen Stiel, dann ist dort genau der richtige Platz für Ihre Finger, ansonsten fassen Sie es im unteren Drittel an. So bleibt der Trinkbereich ohne Fingerabdrücke und das Getränk behält die richtige Temperatur.

Übrigens: Selbst bei Cognac wird das Glas nicht mehr mit der Hand umschlossen; durch die Wärme verdunstet der Alkohol ungewollt schnell.

Hier endet meine kleine Betrachtung zum Thema Trinkgefäße. Zuhause bin ich auch eher der ‚Becherklammer-Typ‘, aber da darf ich das ja auch sein.

Ich sende Ihnen fröhliche Maiengrüße und wünsche Ihnen schöne Pfingsttage

Es grüßt Sie herzlich

Ihre Marlies Smits    

(Marlies Smits)


 


 

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