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  • 16.07.2014, 14:19 Uhr
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Kommentar

"So geh'n die Erbsenzähler, die Erbsenzähler, die geh'n so!"

Mal die Kirche im Dorf lassen – was die Kritik am "Gaucho-Tanz" über die Kritiker selbst aussagt.

Nun bin ich kein großer Fussball-Fan. Ich war Zeit meines Lebens dreimal im Stadion und sympathisiere mit dem FC. St. Pauli (nicht wegen der sportlichen Leistung, eher wegen der anarchischen Philosophie). Das Finale habe ich aber gesehen. Obwohl auf ZDF eine Doppelfolge „Traumschiff“ lief. (Muss das jetzt auch als Spaß gekennzeichnet werden wegen der Sauertöpfe in den Zeitungen?)

Die mediale Kritik am sogenannten „Gaucho-Tanz“ der Weltmeister-Mannschaft ist für mich völlig überzogen und das typische Werk erbsenzählerischer Berufs-Hinein-Interpretierer. „Was haben die sich bloß dabei gedacht?“ Nix. Und das muss auch mal erlaubt sein. Selbst in Deutschland. Den nationalistischen Hintergedanken haben die Qualitätsjournalisten aus ihrem eigenen Repertoire hervor geholt und eingebaut. Geht mal in Euch und kehrt im eigenen Sumpf, bevor Ihr anderen was unterstellt.

Nationalismus erwächst nicht aus unbedarfter Juxerei oder fröhlichem Rumgeblödel, sondern aus verkniffener Humorlosigkeit, Selbsthass und der ständigen Suche nach externer Verantwortlichkeit. Toleranz bedeutet eben auch, ab und an einfach mal die Klappe zu halten oder die zittrigen Finger von der Tastatur zu lassen. Auch wenn es einen noch so pressiert, der tollen Leistung des deutschen Teams aus Prinzip einen braunen Farbbeutel entgegen zu schleudern. Natürlich besteht dann die Gefahr, dass das eigene journalistische Sendungsbewusstsein mal für ein paar Tage ob des landesweiten Freudentaumels nicht wie sonst üblich gewürdigt wird.

Im Übrigen war die Darbietung auf der Fanmeile dem demonstrativen Rumgemuffel der enttäuschten Primadonna Messi trotz seiner unverdienten Auszeichnung nach dem Finale schon ziemlich ähnlich. Manche Gutmenschen verurteilten die angebliche Häme ja auch deshalb so vehement, da Argentinien aufgrund der zahlreichen Probleme im Land den Pokal viel eher verdient hätte. 

Que?

(Jörg Hüttmann)


 


 

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1 Kommentar

von D. Link
16.07.14 16:00 Uhr
"So geh'n die Erbsenzähler, die Erbsenzähler, die geh'n so!"

... unbestätigten Berichten zufolge hat der Deutsche Fussballbund (DFB) aufgrund der skandalösen Vorkommnisse innerhalb der Deutschen Fussballnationalmannschaft (gen. "gauchogate" - Online Shitstorm, der von einem Totholzmedium ausgelöst wurde) Xavier Naidoo damit beauftragt, ein politisch korrektes Fanlied zu kompo- und intonieren.
Die Kosten hierfür liegen im zweistelligen Millionenbereich und werden aus der Mannschaftskasse finanziert. qed.

 

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