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  • 09.01.2018, 15:45 Uhr
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Start-up

Wege, ein Start-up zu finanzieren

Eine Geschäftsidee kann noch so gut sein, wenn das notwendige Kapital für die Realisierung fehlt, kann keiner ein eigenes Unternehmen gründen. Heute gibt es eine Fülle an Möglichkeiten, die allerdings nicht alle zu jedem Gründungskonzept und zu jedem Gründer passen. Bei jeder Finanzierungsmöglichkeit bestehen bestimmte Chancen und Risiken, die es genau gegeneinander abzuwägen gilt, bevor die Entscheidung für eine bestimmte Möglichkeit fällt – sofern es überhaupt eine Auswahlmöglichkeit gibt. Die Finanzplanung ist ein wichtiges Thema für ein Start-up. Einer der häufigsten Gründe für gescheiterte Geschäftsideen ist eine mangelhafte Planung in diesem Bereich.

Inkubatoren und Acceleratoren

Ein Inkubator oder Accelerator greift jungen Gründern unter die Arme. Die beiden Begriffe gebrauchen viele synonym. Es gibt jedoch ein paar kleine Unterschiede. So unterstützt ein Inkubator ein Start-up mit Kapital, stellt darüber hinaus jedoch häufig auch Büroinfrastruktur und Räume zur Verfügung. Darüber hinaus stehen Inkubatoren als Berater zur Seite und helfen dabei, die Geschäftsidee zu analysieren und zu entwickeln. Davon gibt es viele, die auch selbst ein erfolgreiches Business aufgebaut haben. Wichtig ist es, bei der Auswahl des richtigen Partners, einen Blick in das Portfolio zu werfen, wie hier bei der Koehler Group. Daraus geht hervor, welchen Unternehmen der Investor schon unter die Arme gegriffen hat und damit auch, in welchen Bereichen bereits Erfahrungen vorliegen. Ein Beispiel ist hier die erfolgreiche Investition in Seven Senders, für die der Kopf der Koehler Gruppe – René Köhler – durch den Aufbau von Internetstores entsprechend die richtigen Voraussetzungen hatte. In jedem Geschäftsbereich gibt es so also verschiedene Inkubatoren, die in ihrem Segment besonders effektiv unterstützen können und neben Geld auch Fachwissen bieten.

Acceleratoren können Universitäten, Beteiligungsgesellschaften oder auch die Industrie sein. Sie stellen dem Start-up nicht nur Kapital, sondern auch einen Mentor an die Seite. Im Gegenzug erwerben sie Unternehmensanteile. Gerade Universitäten haben ein großes Interesse an solchen Programmen. Ihr Ziel ist es, wissenschaftlich erarbeitete Ideen auch wirtschaftlich tragbar zu machen.

Beispiele für Programme von Universitäten

Die SpinLab der HHL Leipzig Graduate School of Management bietet ein solches Programm an. Mit dem Versprechen, die Gründung mit Netzwerken und Mentoren zur unterstützen, wirbt die Universität für dieses Programm

Die „Stiftung Entrepreneurship“ von Prof. Dr. Günter Faltin spricht vor allem Gründer an, die vorhandene Probleme mit „ökonomischer, sozialer und schöpferischer Fantasie“ lösen.

Bootstrapping

Beim Bootstrapping handelt es sich um eine eigenständige Finanzierungsform, die ganz ohne Fremdkapital auskommt. Dabei gilt es Eigenkapital zu verwenden, schlank zu starten und flexibel zu wachsen.

Sparsames Wirtschaften

Die Liquiditätsplanung ist bei der Unternehmensgründung ein ganz wesentlicher Baustein, der schon bei der Erstellung des Businessplans eine wichtige Rolle spielt. Dabei geht es vor allem darum, das vorhandene Kapital effizient einzusetzen. Sparen ist in jungen Unternehmen an vielen Punkten möglich, ohne dass die Produktivität leidet.

  • Büromöbel müssen nicht unbedingt neu sein
  • Gängige Office-Produkte gibt es auch in guter Qualität als Open-Source-Software
  • Eigene Büroräume sind wichtig, dennoch sollten Gründer den exakten Bedarf ermitteln, denn Miete und Nebenkosten sind schnell unterschätzt. Wer damit rechnet, dass sein Unternehmen schnell wächst, möchte natürlich entsprechend flexibel sein und am liebsten eine Immobilie kaufen. Hier ist Leasing eine gute Alternative. Nach ein paar Jahren Laufzeit mit monatlicher Rate kann der Gründer dann entscheiden, ob er die Immobilie tatsächlich erwerben möchte.

Business Angels

Business Angels sind sehr an der frühen Gründungsphase interessiert. Sie stehen den jungen Unternehmern nicht nur mit Kapital zur Seite, sondern vor allem mit ihrem Know-how und ihrer Erfahrung. In der Regel sind die Beteiligungssummen nicht so hoch wie beispielsweise bei einer Venture-Capital-Gesellschaft. Dafür stellen sie all ihr Wissen und vor allem auch ihr Netzwerk zur Verfügung, damit das Start-up ein Erfolg wird. Das erweist sich in der frühen Gründungsphase oft als sehr wertvoll. Beim Business Angel Netzwerk Deutschland e.V. gibt es eine Anleitung, wie Gründer einen solchen Business Angel für sich finden können (Best Practice – How to get a Business Angel). Denn es ist nicht ganz einfach, jemanden in der sehr frühen Gründungsphase – wenn es noch nicht viel mehr als eine Idee gibt – zu überzeugen.

Finanzierung mit der Crowd

Crowdfunding ist eine Finanzierungsform, die sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Dabei verteilt sich die finanzielle Last auf die Schultern vieler. Deshalb ist häufig auch die Rede von Schwarmfinanzierung. Dabei lassen sich mehrere Arten unterscheiden.

Reward-basierte Crowdfinanzierung

In der Kreativwirtschaft ist diese Form des Crowdfunding besonders beliebt. Die Geldgeber erhalten für ihre Unterstützung ein Dankeschön, das je nach Umfang der Unterstützung etwas größer ausfallen kann. Dabei kann das Dankeschön eine kleine Karte sein bis hin zu einem oder mehreren fertigen Produkten.

Equity-basierte Crowdfinanzierung

Das equity-basierte Crowdfunding heißt auch Crowdinvesting. Dabei erhalten die Geldgeber Unternehmensanteile oder können am Umsatz beteiligt sein. Das Ziel der Investoren ist ein späterer Exit durch den Verkauf der Anteile.

Lending-basierte Crowdfinanzierung

Hierbei vergibt der Geldgeber einen Kredit zu einem festen Zinssatz und mit einer festgelegten Laufzeit. Der Gründer hat den Vorteil, dass er keine Bank für den Kredit überzeugen muss.

Donation-basierte Crowdfinanzierung

Das donation-basierte Crowdfunding ist spendenbasiert. Die Geldgeber erwarten dabei keine direkte Gegenleistung. Wer ein wohltätiges Projekt realisieren möchte, kann auf diese Form zurückgreifen.
Crowdfunding ist besonders gut für Start-ups mit innovativen Ideen geeignet. Diese Gründer haben es oft sehr schwer, auf traditionellem Weg an entsprechende Geldgeber zu kommen. Die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) gibt den Investoren dabei zu bedenken, dass sie bei dieser Beteiligungsart das gesamte finanzielle Risiko selbst tragen.

Die Teilnahme an Gründerwettbewerben

Natürlich ist es keine kalkulierbare Möglichkeit, auf den Gewinn eines Gründerwettbewerbs zu setzen. Dennoch kann es sich lohnen, das Projekt bei einem oder mehreren Gründungswettbewerben vorzustellen. So bietet beispielsweise das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie den „Gründerwettbewerb – Digitale Innovationen“ an, der insbesondere Gründer aus dem Bereich Informations- und Kommunikationstechnik anspricht. Dabei können die Sieger mit einer gelungenen Ideenskizze bis zu 30.000 Euro für ihr Projekt gewinnen.

Weitere Wettbewerbe für Gründer

  • KfW-Award „Gründerchampions“ – bundesweiter Wettbewerb
  • Start2grow – bundesweit, bis zu 60.000 Euro Preisgeld
  • BayStartUP – Businessplan-Wettbewerb in Bayern, Preisgeld insgesamt 100.000 Euro
  • Code_n Award – weltweiter Wettbewerb für innovative Ideen von Digital Pioneers
  • FutureSAX-Ideenwettbewerb – für innovative Geschäftsideen in Sachsen, Preisgeld etwa 30.000 Euro
  • Science4Life Venture Cap – für Geschäftsideen im Bereich Life Sciences oder Chemie, Preisgeld insgesamt etwa 60.000 Euro

(Redaktion)


 


 

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