Sie sind hier: Startseite Stuttgart Aktuell News
Weitere Artikel
Soziales/Armut

10% der Menschen im Land von Armut gefährdet - bundesweit niedrigster Anteil

Ostdeutsche sind nach wie vor stärker von Armut betroffen als Westdeutsche. Während in Mecklenburg-Vorpommern knapp ein Viertel (24,3 Prozent) und in Sachsen-Anhalt gut ein Fünftel (21,5 Prozent) der Bevölkerung weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens in Deutschland zur Verfügung hat, trifft dies in den südlichen Bundesländern Baden-Württemberg (10 Prozent) und Bayern (11 Prozent) nur auf rund ein Zehntel zu, wie das Statistische Bundesamt am Montag (18. mai 2009) in Wiesbaden mitteilte.

Grundlage sind Berechnungen des Mikrozensus für das Jahr 2007 hervor, die die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder im Rahmen des Projekts «Sozialberichterstattung der amtlichen Statistik» erstmals erstellt haben. Gemäß einer Definition der Europäischen Union gilt als armutsgefährdet, wer mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Bevölkerung auskommen muss.

Insgesamt betrug die Armutsgefährdungsquote in Deutschland im Jahr 2007 14,3 Prozent. Während in den neuen Ländern (einschließlich Berlin) 19,5 Prozent der Bevölkerung armutsgefährdet waren, lag die Quote im früheren Bundesgebiet mit 12,9 Prozent deutlich niedriger. Die Quote war im Osten in nahezu allen Altersgruppen höher als im Westen.

Besonders von Armut bedroht sind erwerbslose Personen sowie Alleinerziehende und deren Kinder. Auch hier sind im Ländervergleich erhebliche Unterschiede festzustellen: Während die Armutsgefährdungsquote der Erwerbslosen in Baden-Württemberg mit 40,3 Prozent im Jahr 2007 den niedrigsten Wert aufwies, waren in Sachsen-Anhalt zwei Drittel aller Erwerbslosen (66 Prozent) armutsgefährdet. Bei den Personen in Alleinerziehenden-Haushalten waren die niedrigsten Quoten in den Stadtstaaten Berlin (28,6 Prozent) und Hamburg (29,6 Prozent) festzustellen; die höchste Quote wies auch hier Sachsen-Anhalt mit 53,7 Prozent auf.

Stolz sagte, Armutsgefährdung sei in Baden-Württemberg «glücklicherweise kein Massenphänomen», müsse aber weiter bekämpft  werden. Denn sie beeinträchtige die Entwicklungschancen von Kindern und Familien und damit auch die Zukunftschancen des Landes. Das beste Mittel gegen das Armutsrisiko sei ein ausreichendes Erwerbseinkommen. Sozial sei daher, was Arbeit schaffe. Dies bedürfe der Anstrengung aller gesellschaftlicher Gruppen.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg nannte die Zahlen trotz des vergleichsweise guten Abschneidens des Landes «nur auf den ersten Blick ermutigend». Während die Region Schwarzwald-Baar-Heuberg mit 7,4 Prozent die landesweit niedrigste Armutsrisikoquote verzeichnet, liegt diese in den Regionen Rhein-Neckar (13,0 Prozent) und Heilbronn-Franken (12,1 Prozent) über dem Landesdurchschnitt. «Hier werden Regionen, und noch schlimmer,
Menschen von der Chance auf Teilhabe abgekoppelt», sagte Landesgeschäftsführer Hansjörg Böhringer.

(Redaktion)


 


 

Ostdeutsche
von Armut betroffen
Westdeutsche
Mecklenburg-Vorpommern
Sachsen-Anhalt
mittleren Einkomm

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Ostdeutsche" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: