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100 Jahre Audi - ein Autohersteller auch mit württembergischen Wurzeln

Es begann in Sachsen: Am 16. Juli 1909 gründete August Horch im sächsischen Zwickau eine zunächst nach ihm benannte Automobilwerke GmbH. Wegen juristischer Schwierigkeiten mit früheren Geschäftspartnern durfte er seinen Familiennamen aber nicht mehr als Markennamen verwenden. Er übersetzte Horch ins Lateinische und nannte die Firma schließlich Audi. Der erste Audi verließ im Frühsommer 1910 das Werk.

Die Auto-Union AG

1932, während der Weltwirtschaftskrise, schlossen sich die Firmen Audi, DKW,  Horch und Wanderer zur Auto Union AG mit Sitz in Chemnitz zusammen. Das ist auch der Ursprung der vier Ringe, die Audis noch heute auf dem Kühlergrill tragen. Während des Zweiten Weltkriegs war die Auto Union einer der bedeutendsten Fahrzeuglieferanten für die Wehrmacht und Staatsbehörden. Ende Oktober 1945 erfolgte die Enteignung durch die Sowjetische  Militäradministration. Später wurde an diesem Standort der DDR-Alltagswagen Trabant produziert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg flohen viele Audianer aus dem sowjetisch besetzten Sachsen nach Bayern. Das Unternehmen siedelte sich nach der offiziellen Neugründung 1949 in Ingolstadt an, weil es hier noch unzerstörte Hallen gab, wie Audi-Sprecher Jürgen De Graeve erläutert. In einer ehemaligen Heeresbäckerei wurde zunächst ein Ersatzteillager eingerichtet, bevor dann später die Autoproduktion erneut begann - unter dem Markennamen DKW. «Unsere Firmengeschichte ist sehr stark durch die deutsche Geschichte  beeinflusst», betont der Unternehmenssprecher.1958 übernahm Daimler-Benz das Unternehmen, bevor ab 1964 Volkswagen die  Mehrheit der Auto-Union-Firmenanteile aufkaufte und seinen Einfluss bis Ende 1966 auf 100 Prozent ausbaute.

 1969 wurde "NSU" aus Neckarsum (Nähe Heilbronn) mit der Auto Union  verschmolzen. Seit mehr als 100 Jahren werden in der Region der Flüsse Neckar und Sulm Automobile gebaut. Am Anfang dieser Entwicklung stand die zunächst als Neckarsulmer Strickmaschinenfabrik gegründete Firma NSU. 1969 fusionierte sie mit der Auto Union GmbH zur Audi NSU AUTO UNION AG. M

 Mit der Umbenennung in AUDI AG verlegte die Aktiengesellschaft 1985 ihren  Hauptsitz nach Ingolstadt. Erst ab 1985 hieß das Unternehmen dann wieder nur Audi, wobei seit 2000 auch die spanische Marke Seat und der italienische Sportwagenhersteller Lamborghini zu den Ingolstädtern gehören.

Was hat Audi mit dem "Ländle" zu tun?

  Zum ersten hielt der Stuttgarter Autokonzern Daimler-Benz zwischen 1958 und 1964  die Mehrheit an der Auto-Union, zum anderen wurde NSU 1969 mit der Auto Union verschmolzen. Doch wer war die "NSU" eigentlich?

 NSU ist ein berühmter deutscher Fahrrad-, Motorrad-, Automobil- und Motorroller- Hersteller, der 1873 in Riedlingen von Christian Schmidt und Heinrich Stoll gegründet und 1880 nach Neckarsulm verlegt wurde. Das Unternehmen firmierte ursprünglich als „Mechanische Werkstätte zur Herstellung von Strickmaschinen“, stellte aber ab dem Jahre 1886 Fahrräder her und war ab 1901 maßgeblich an der frühen Entwicklung von Motorrädern in Deutschland beteiligt. Mitte der 1950er Jahre war NSU nach Stückzahlen der größte Zweiradhersteller der Welt! Der Name NSU, der ab 1892 als Markenname bzw. Markenzeichen verwendet wurde, ist die Abkürzung für den Stadtnamen NeckarSUlm, der sich von den beiden Flüssen Neckar und Sulm ableitet, die hier zusammenfließen. Die drei Buchstaben NSU standen anfangs sogar in einer der Hirschhornstangen des württembergischen Staatswappens.

(Redaktion)


 

 

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