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Konjunktur

Anzeichen für Abschwächung der Wirtschaftskrise mehren sich

In Deutschland mehren sich Anzeichen für eine Abschwächung der Wirtschaftskrise. Der deutsche Außenhandel stieg im März erstmals seit September vergangenen Jahres wieder an, wie das Statistische Bundesamt am Freitag (08. Mai 2009) mitteilte. Laut Bundeswirtschaftsministerium ist die Erzeugung im produzierenden Gewerbe im März erstmals seit August 2008 nicht weiter gesunken.

Bereits am Donnerstag war bekanntgeworden, dass der Rückgang der Auftragseingänge in der Industrie im März überraschend gestoppt wurde. Zuvor war der Auftragseingang sechs Monate in Folge rückläufig gewesen.

Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sprach am Freitag von positiven Signalen. Die Bundesregierung halte eine Bodenbildung durchaus für möglich. «Danach wird es aber nicht exorbitant in die Höhe schnellen, wir müssen realistisch bleiben», sagte Guttenberg.

Die deutschen Exporte nahmen saisonbereinigt gegenüber Februar um 0,7 Prozent zu und die Importe stiegen um 0,8 Prozent, wie die Wiesbadener Statistiker auf Basis vorläufiger Ergebnisse mitteilten. Verglichen mit den Vorjahreswerten musste der Außenhandel aber erneut deutliche Einbußen hinnehmen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurde bei den Exporten ein Rückgang von 15,8 Prozent verzeichnet, die Importe fielen um 11,6 Prozent niedriger aus als im März 2008.

Im Auftaktquartal des laufenden Jahres lag der Wert der Exporte bei 199,3 Milliarden Euro und das Volumen der Importe bei 172,4 Milliarden Euro. Im Vergleich mit den ersten drei Monaten des Vorjahres lagen die Exporte damit um 20,9 Prozent niedriger. Die Importe sanken um 14,1 Prozent.

Bankvolkswirte äußerten sich positiv überrascht. Das sei «ein weiterer Hoffnungsschimmer für eine Stabilisierung der deutschen Wirtschaft», sagte Commerzbank-Volkswirt Simon Junker. Dennoch leide Deutschland weiter unter dem Einbruch der globalen Nachfrage. Laut ING-Volkswirt Carsten Brzeski gibt es angesichts der aktuellen Ausfuhrzahlen eine gewisse Hoffnung, dass der freie Fall der Wirtschaft gestoppt ist.

Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums hat sich die Erzeugung im produzierenden Gewerbe besser entwickelt als erwartet. Die Produktion sei gegenüber dem Vormonat saison- und kalenderbereinigt unverändert geblieben. Volkswirte hatten für März eine um 1,2 Prozent niedrigere Erzeugung prognostiziert. Im Februar war die Produktion nach revidierten Angaben um 3,4 Prozent gesunken. Laut Ministerium war die unerwartet günstige Entwicklung im März hauptsächlich auf den Baubereich zurückzuführen, während die Industrieproduktion abermals rückläufig war.

Im gesamten ersten Quartal ging die Erzeugung im produzierenden Gewerbe gegenüber dem Vorquartal um 12,0 Prozent zurück. Das Ministerium erklärte, die Abwärtsdynamik habe sich im Verlauf der ersten drei Monate aber merklich abgeschwächt. Positive Impulse seien zuletzt vor allem aus dem Kraftfahrzeugbereich gekommen, der von den konjunkturstützenden Maßnahmen im In- und Ausland profitiert habe.

(Redaktion)


 


 

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