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Jeppe Hau Knudsen: wir treffen immer den Punkt, wo der Schmerz tief sitzt!

Jeppe Hau Knudsen, der energiegeladene Mitvierziger aus Dänemark, ist ein Macher: 1989 kam er nach Stuttgart und war unter anderem für Hugo Boss und DaimlerChysler als weltläufiger Manager tätig. Heute berät er Unternehmen auf deren Weg in die Zukunft. Seine Spezialität: Die Trendanalyse.

Der weltläufige Knudsen hat ein internationales Team erfahrener Berater um sich geschart - als Team berät es international agierende Konzerne genauso professionell wie den lokalen Einzelhändler um die Ecke. Doch allen ist eines gemein: Wollen sie in der Zukunft bestehen, ist eine präzise Analyse der gegenwärtigen Situation unabdingbar - gerade auch im Hinblick sich verändernder gesellschaftlicher Strukturen. Gefragt ist Handeln: Executive now!

Business-on.de traf sich mit Jeppe Hau Knudsen in dessen Penthouse-Büro über den Dächern von Feuerbach... 

Business-on.de: Herr Knudsen, Sie sind Inhaber einer Unternehmensberatung mit dem außergewöhnlichen Namen „executive now“ - verraten Sie uns, was macht Ihr Unternehmen genau? Und wer ist Ihre Zielgruppe? 

Jeppe Hau Knudsen: “executive now” bietet Business Developement an, das heißt wir bieten über Experten mit unterschiedlichsten Schwerpunkten so gut wie alle Beratungsthemen an, und zwar im End-to-End Prozess. Das heißt, wir betrachten dabei alle Geschäftsprozesse aus der Sicht des Kunden und  wiederum deren Kunden. Damit wird es unseren Kunden ermöglicht, ihre Produkte optimal am Markt erscheinen zu lassen. Unsere Zielkunden sind sowohl der Einzelhändler als auch der Konzern, und zwar unabhängig von der jeweiligen Branche - dazu gehören auch internationale Mandate von Global Players.

Business-on.de: Können Sie uns auch sagen,  um was für Dienstleistungen bzw. Produkte es sich dabei genau handelt?

Jeppe Hau Knudsen: Wir haben in unserem Unternehmen drei Leistungsgruppen:

 1. Die „executive minds“, 2. die executive lifestyle“ und 3. die „executive stream“.

Die „executive minds“ ist dabei unsere high-end Beratungseinheit, in der wir für Unternehmen Visionen, Strategien, Konzeptionierungen bis hin zur Umsetzung einzelner „legislativer“ Schritte zur Befriedigung der Unternehmensbedürfnisse entwickeln und umsetzen.  

Die zweite Leistungsgruppe „executive lifestyle“ befasst sich mit allen Formen der Kommunikation, die ein Unternehmen nach außen vornimmt. Dazu gehören Social Media und Video Podcast, aber das geht hin bis zur Fragestellung „wie kommunizieren wir durch unsere Produkte?“ - Stichwort Produktverpackung. Oder „wie treten wir bei einer Veranstaltung auf?“ -  Stichwort Messepräsenz. Von daher sind wir keine klassische Werbeagentur, sondern wir begleiten unsere Kunden bei der Erstellung eines eigenen Konzeptes und dabei, die geeigneten Lieferanten zur optimalen Konzeptumsetzung zu finden.

Die dritte Einheit - executive stream – beschäftigt sich ausschließlich mit der Erstellung von Apps für iPhone, Android und andere Hersteller. Im Segment „Business to Business“ sind wir sehr prägnant unterwegs, so haben wir ganz aktuell eine „Dienstleister App“ auf den Markt gebracht. Diese Applikation gibt kleineren und größeren Dienstleistern die Möglichkeit, sich im mobilen Umfeld zu präsentieren bzw. sich dort eben finden und sich weiter empfehlen zu lassen. Da spüren wir eine ganz rasante Nachfrage.

Business-on.de: … und wo sehen Sie Ihr spezielles Alleinstellungsmerkmal ? Wo liegt Ihr USP ?

Jeppe Hau Knudsen: Unsere Besonderheit ist, dass wir die Unternehmensprozesse durch und durch verstehen. Unsere Führungskräfte kommen tatsächlich aus Führungspositionen in der Wirtschaft. Die  haben das alles wirklich schon gemacht und gelebt, was sie heute zusammen mit dem Kunden entwickeln. Wir sind eine Unternehmensberatung, die gelernt hat zu programmieren – und nicht ein Programmierer, der gelernt hat zu beraten. Kurzum: Wir wissen, wie Unternehmen ticken und unsere Visionen und Konzepte sind nicht nur toll anzuschauen, sondern sie lassen sich auch wirklich umsetzen. Und zwar punktgenau – wir treffen immer den Punkt, wo es dem Unternehmer am meisten weh tut, wo der Schmerz tief sitzt…

Übrigens: Dabei kommt es immer wieder vor, dass sich die gewünschte Bedürfnisbefriedigung der Unternehmen grenzüberschreitend auf Dienstleistungen aus den drei Unternehmenseinheiten bezieht: Beispiel: Änderungen von Unternehmensprozessen muss oft auch kommuniziert werden. Das heißt, wir können alles aus einer Hand liefern.

Eine weitere Besonderheit unseres Unternehmens besteht darin, dass unsere Führungsmannschaft international sehr erfahren ist, wir haben in über 30 Ländern dieser Erde gelebt und gearbeitet. 

Business-on.de: Was ist Ihr unternehmerisches Ziel in den kommenden drei bis fünf Jahre – gerade auch bezogen auf die drei Geschäftsbereiche Ihres Unternehmens?

Jeppe Hau Knudsen:  Das übergreifende strategische Ziel unseres Unternehmens ist ein solides gesundes Wachstum auf Grundlage einer hohen Stabilität. Gemeint ist eine Stabilität, die eine sehr hohe Qualität unserer Dienstleistungen gewährleistet. Qualität für uns, für unsere Kunden und für die Verbraucher, die die Produkte unserer Kunden verwenden. Das ist unsere Maxime! Dabei spielt gerade auch folgende Fragestellung eine ganz wichtige Rolle: Was kann ich tun, damit mein Produkt auch in drei oder fünf Jahren noch am Markt stark präsent ist? Immerhin sind unsere Gesellschaft und damit auch die Wirtschaft einem andauernd starken Wandel unterworfen.  Hier bekommt dann die Trendanalyse ein großes Gewicht. Die Trendanalyse soll Grundlagen für Prognosen liefern, wie sich die Qualität eines Produktes mit dem Ziel einer guten Markt-Platzierung vor dem Hintergrund sich verändernder Bevölkerungsstrukturen definieren lässt. Nehmen wir als Beispiel die Automobilindustrie: Jeder weiß, dass die Produktion von Autos mit zwölf Zylindern und 20 Liter Spritverbrauch auf Dauer für die Zukunft wenig Sinn machen  - trotzdem ist in der Automobilindustrie immer noch nicht erkennbar, ob und wann tatsächlich ein markantes Umdenken zu wirklich innovativen Fortbewegungsmittel eintreten wird. 

Business-on.de: In diesem Zusammenhang nachgefragt: Glauben Sie an das E-Auto? Ist dies ein Megatrend, der das Automobilwesen und damit auch die Mobilität von Grund auf verändern wird?

Jeppe Hau Knudsen: Nein! Das Elektromobil wird aller Voraussicht nach nie so richtig in den großen Stückzahlen vom Band laufen, dass es kostenmäßig für weite Kreise der Bevölkerung ähnlich attraktiv werden wird wie das herkömmliche Auto. Wir erwarten ganz andere Megatrends bei Mobilität und der Infrastruktur . Zum Beispiel in Form des Stadtmobils „pay per use“. Unternehmen werden sich überdies künftig stärker überlegen, ob sie es sich leisten können, Mitarbeiter von weiter weg anreisen zu lassen. Das heißt, es wird künftig mehr Heimarbeitsplätze geben, die von neuen Kommunikationsmöglichkeiten unterstützt werden. Transport und Beförderung werden sehr teuer werden! Das wiederum wird unsere Gesellschaft nachhaltig verändern. Der Trend zu Megacitys wird zu Ende gehen, es wird stattdessen eine Vielzahl mittlerer Ballungszentren  geben – Stichwort Dezentralisierung. Firmen werden ihre Mitarbeiter nicht mehr in dem Maße bei sich arbeiten lassen, sondern die Mitarbeiter werden  zuhause arbeiten oder in Gemeinschaftsbüros, wo verschiedene Freiberufler zum Arbeiten zusammenkommen  – das sogenannte Coworking.  Die Zahl freiberuflicher Mitarbeiter wird immens steigen! Eine dauerhafte Anstellung von Experten bzw. Facharbeiter wird aufgrund der damit gekoppelten Mehrkosten immer weniger praktiziert werden. Die Tagessätze von Freiberufler werden deutlich steigen, die Gehälter „normaler“ Arbeitskräfte werden im Verhältnis sinken – das birgt neue sozialpolitische Herausforderungen für den Staat und für unsere Gesellschaft, aber auch neue Herausforderungen für das Sozialverhalten des Einzelnen.

Business-on.de: Was war der Grund für Sie, an der Veranstaltung der Stadt und der Region Stuttgart mit dem Namen „Mehrwert – Marktplatz für Mittelstand und Kreative“ teilzunehmen?

Jeppe Hau Knudsen:  Wir wollten zunächst einmal sehen, was andere in unserem Umfeld so machen. Wir betreiben im Rahmen unserer Trendanalyse eine aktive Marktbeobachtung, und dazu gehört der Besuch entsprechender Veranstaltungen im kreativen, jungen Bereich. Dabei sind wir auch daran interessiert zu erfahren, ob und welche neuen Trends, Produkte und digitalen Innovationen es geben könnte. Und: wie präsentieren sich diese Unternehmen mit ihren neuen Produkten, Dienstleistungen und digitalen Innovationen. Dazu kommt, dass wir generell immer an interessanten Begegnungen interessiert sind.

Auffällig war, dass einige Aussteller – so jedenfalls unser Eindruck – zwar sehr interessante und innovative Produkte angeboten haben, diese aber nicht unbedingt und ohne weiteres für andere Betriebe nutzbar einzusetzen waren. Also eher sogenannte Insellösungen. Der Transfer dieser „Erfindungen“ zu einem betrieblich nutzbaren Objekt als Bestrandteil eines betrieblichen Prozesses beim Kunden könnte aufwändig werden. Anders ausgedrückt: Wie kann ich diese meine Expertenleistung, zum Beispiel bei Neuen Medien, in einem anderen Unternehmen mit Mehrwert nutzen?

Business-on.de: Wurden gleichwohl Ihre Erwartungen an diese Veranstaltung erfüllt? 

Jeppe Hau Knudsen:  Unsere Erwartungen wurden voll erfüllt. Wir haben interessante neue Kontakte knüpfen können und haben auch uns bekannte Firmen wieder getroffen. Dabei fühlten wir uns auch bestätigt in unserer Prognose, wie sich der Markt bisher entwickelt hat und wie er sich in Zukunft weiter entwickeln wird. Der Trend hin zu einem stark steigenden Bedarf an Kommunikation hat sich bestätigt; auch der Trend zu „Neuem Denken“ und zu kreativen Lösungen ist nicht zu stoppen. Das ist übrigens ein gutes Zeichen für ein gesundes Wachstum in der Region. 

Business-on.de: Wenn Sie einen Wunsch an die Politik, an die Verwaltung  oder an die Gesellschaft frei hätten – was würden Sie sich wünschen?

Jeppe Hau Knudsen:  Zunächst muss ich sagen, dass der Kontakt zur Stadt Stuttgart sehr offen ist, da hat sich in den letzten Jahren sehr viel getan. Es ist eine ganz neue Art von „miteinander arbeiten“ entstanden, die ein sehr großes Potenzial birgt. Wir fühlen uns generell verstanden und werden auch unterstützt.

Trotzdem wäre es schön, wenn die städtischen Öffnungszeiten und die Präsenz der Stadt im Internet „kundenfreundlicher“ wären: Wir mussten zum Beispiel recht  viel Zeit damit verbringen, über die Homepage herauszufinden, wo welche Serviceleistungen der Stadt zu finden sind. Hier besteht Verbesserungsbedarf unserer Meinung nach. Bezüglich der Öffnungszeiten denken wir, dass Selbstständige, die ja bekanntermaßen selbst und ständig arbeiten, auch dann einen Ansprechpartner bei der Stadt bekommen sollten, wenn gerade keine arbeitnehmerübliche Arbeitszeiten - sprich Öffnungszeiten - herrschen. Das würde die Arbeit vieler Freiberufler und KMUs in Stuttgart erleichtern.

Business-on.de: Zum Schluss noch eine ganz andere Frage - was möchten Sie unseren Lesern von Business-on.de mit auf den Weg geben? 

Jeppe Hau Knudsen:  Ich denke, viele Unternehmer könnten sich das Leben einfacher machen, wenn sie in ihrem Unternehmen der Planung und der Vorausschau mehr Gewicht geben würden.  Wir beobachten sehr oft, dass Planung aus Sicht vieler Mittelständler als kontraproduktives Thema  gesehen wird. Das ist verständlich, denn sie müssen ihren harten, langen Tag mit operativen Tätigkeiten, also mit Anfragen, Reklamationen, Personal etc.  bewältigen - da ist oft zu wenig Zeit dafür, innezuhalten und sich der Unternehmensplanung zu widmen. Dazu kommt, dass  oft das nötige Wissen und die Erfahrung fehlen, wie ich strukturelle und visionäre strategische Planungen richtig erstellt werden. Genau das aber ist unser Handwerk: Dem Unternehmer aufzuzeigen, wo potenzielle Ziele liegen und wie die nächsten Schritte dorthin aussehen.

Business-on.de: Herr Knudsen, wir danken Ihnen für dieses Gespräch. 

(Redaktion)


 


 

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