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Auslieferung des Quelle-Katalogs erneut gestoppt

Nur drei Tage nach der endgültigen Genehmigung des staatlichen 50-Millionen-Euro-Kredits für Quelle hat die Hoffnung auf eine Rettung des insolventen Fürther Versandhändlers einen ersten Dämpfer bekommen. Die Auslieferung der neuen Kataloge, deren Herstellung von der Zusage des Kredits abhängig gemacht worden war, ist erneut gestoppt worden. Derweil kündigte der für die Tochter des Arcandor-Konzerns zuständige Insolvenzverwalter im Zuge der Sanierung «drastische Maßnahmen» an, die auch Arbeitsplätze kosten werden.

 Die Auslieferung der von Quelle dringend benötigten Kataloge verschiebt sich bis auf weiteres, weil zwei der beteiligten Druckereien noch kein Geld bekommen haben. Die Druckerei Prinovis, die den Großteil der Kataloge herstellt, teilte am Freitag mit, die Vorlieferanten Schlott-Gruppe und Print.Forum hätten Eigentumsvorbehalt an bereits produzierten Katalogteilen geltend gemacht, die von Prinovis Nürnberg zum fertigen Katalog weiterverarbeitet werden. Somit sei Prinovis verpflichtet, die weitere Produktion und Auslieferung des Quelle-Katalogs auszusetzen, bis die Vorlieferanten von ihrem Eigentumsvorbehalt zurücktreten.

Thomas Schulz, Sprecher des vorläufigen Arcandor-Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg, sagte, alle Beteiligten hätten auf eine frühere Auszahlung des Massekredits für Quelle gehofft. Der Vertrag über den Kredit umfasse allerdings 700 Seiten und müsse so formuliert sein, dass er sowohl vor der Bundesregierung als auch vor der Europäischen Union Bestand habe. Schulz geht aber davon aus, dass der Vertrag am Montag unterzeichnet werden kann.

Damit könnte das als Sicherheit für die Quelle- Factoring -Bank Valovis beantragte Geld dann auch bei dieser Bank hinterlegt werden. Am Mittwoch könnte Valovis die Arbeit wiederaufnehmen und die ersten Überweisungen an Quelle tätigen, sagte Schulz. Das Versandhaus werde dann seinerseits die Rechnungen der Druckereien bezahlen. Wegen dieses Zeitrahmens habe der vorläufige Insolvenzverwalter die Druckereien am Donnerstag gebeten, auch weiterhin in Vorkasse zu gehen.

Der im Team von Görg für die Arcandor-Versandsparte Primondo und damit auch für Quelle zuständige Insolvenzverwalter Jörg Nerlich sagte der «Süddeutschen Zeitung» (Samstagausgabe): «Wir werden noch im Juli erste Eckpunkte für einen Sanierungsplan vorlegen.» Nach seinen Worten gibt es bereits «erste Interessenten» für eine Übernahme von Quelle. Allen Beteiligten müsse jedoch klar sein, «dass die Quelle so wie sie ist nicht erhalten werden kann», sagte Nerlich. Wie viele der fast 10 000 Arbeitsplätze bei Quelle und in Schwesterfirmen wegfallen werden, könne man noch nicht beziffern.

Der Insolvenzverwalter zeigte sich allerdings überzeugt, dass der Kern des Fürther Traditionsunternehmens gerettet werden kann. «Wir werden durch eine Restrukturierung auf der Kostenseite die Quelle wieder zum Laufen bringen und sie so in den sicheren Hafen fahren, dass ein Investor sie übernehmen kann», sagte er. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass Banken und Betriebsrat mitspielen.

Bei der wie Quelle zu Arcandor gehörenden Essener Warenhaus-Kette Karstadt stehen die Chancen für eine Rettung offenbar gut. Der Karstadt-Beauftragte des vorläufigen Arcandor-Insolvenzverwalters, Rolf Weidmann, sagte der «Westdeutschen Allgemeinen Zeitung» (Samstagausgabe), er sehe «eine hohe Chance, Karstadt als Unternehmen zu retten». In den vergangenen Wochen habe sich Karstadt «Luft verschafft». Im Mai und Juni seien schwarze Zahlen  geschrieben worden, und «das soll im Juli auch so sein». Seit Juli zahle dieKaufhaus-Kette auch wieder Miete für ihre Häuser. Es gebe allerdings noch einen «großen Sanierungsbedarf». In diesem Zusammenhang werde es auch Entlassungen geben müssen.

(Redaktion)


 


 

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