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Ausstellung

Dieter Nuhr - Bilder aus anderen Welten

Museum im Prediger Schwäbisch Gmünd zeigt in Kooperation mit den Matthias Küper Galleries Stuttgart/Beijing/Ulaan Baatar

Dieter Nuhr. Bilder aus anderen Welten – Unikat Fotografien auf Textil

Millionen kennen Dieter Nuhr als scharfzüngigen Kabarettisten aus zahlreichen TV-Formaten. Weniger bekannt ist, dass er ursprünglich an der Essener Folkwang-Hochschule Kunst studierte. Und mit seiner bildkünstlerischen Arbeit hat er nie aufgehört: Zunächst als Maler tätig, wandte sich Dieter Nuhr in den vergangenen Jahren vor allem der Fotografie zu. Seine fotografischen Arbeiten, die auf Reisen durch alle fünf Kontinente entstanden, haben es inzwischen in die Museen geschafft. Nuhrs Bilder sind dokumentarisch, muten bisweilen melancholisch und ernst an. Die Fotografien blenden das Schöne oder gar Romantische exotischer Welten gänzlich aus und lassen damit die Blicknahme bloßer Reiseimpressionen weit hinter sich. Sie abstrahieren das Fremde, zeigen das Detail, in dem das große Ganze exemplarisch stets präsent ist. Motive in Nuhrs Bildern sind neben Eindrücken des Alltags in fernen Ländern und Kulturen, beiläufigen Straßenszenen, Stillleben immer wieder Landschaften – abgelichtet als seine persönliche, subjektive Sicht auf die Welt durch die Kameralinse. Sich selbst sieht Dieter Nuhr als multimedialen Künstler, der über seine Arbeit sagt: „Jede Form hat ihre eigenen Ausdrucksmöglichkeiten. In der Sprache kann ich ironisch sein, in Bildern erscheint mir die Welt eher ernst.“

Zur Eröffnung der Ausstellung im Rahmen der Remstal Gartenschau am Sonntag, den 12. Mai, 17 Uhr war der Künstler Dieter Nuhr anwesend. Befragt, wie er den eine Aufteilung auf seine Kunst sowie die Arbeit im TV und Satire gewichtet sieht, betrachtet er beides als gleichwertig. Auf der Vernissage konnten die Besucher auch sein Buch "Gut Für dich! - ein Leitfaden für das Überleben in hysterischen Zeiten" erwerben. Dieter Nuhr signierte die Bücher in aller Ruhe und führte dabei auch viele Gespräche über seine Bilder. 

Die Eröffnung der Ausstellung war mit über 500 Besuchern ein voller Erfolg. Dieter Nuhr ist sehr beliebt, dies war deutlich zu spüren. Er selber liebt Menschen und den Umgang mit ihnen... so hatte es für mich jedenfalls den Anschein.

Hat er mit den Bildern etwas zu sagen? Seine verschmitzte Antwort:"Nein, sonst hätte ich einen Text geschrieben."

Jedoch will er mit seinen Fotografien ganz bewußt Emotionen hervorrufen, aufrütteln und zum Nachdenken anregen. Die Bilder entstehen in der ganzen Welt. Sie zeigen Situationen oder Zustände die man anonsten nicht sehen würde. Allerdings darf man dabei auch nicht "vorbeischauen"...eine intensive Betrachtung ist schon notwendig um die Details der Fotografien zu erkennen.

Die Ausstellung

Der Stuttgarter Galerist Matthias Küper holte den Künstler Dieter Nuhr nach Schwäbisch Gmünd. Mit dem Museum im Prediger war schnell der ideale Ort dafür gefunden. Zu sehen ist die Ausstellung vom 12.5.-10.6.2019, täglich 10-19 Uhr. Sehen Sie sich den "ernsteren  Teil" des Dieter Nuhr einmal an. Es lohnt sich.

Eintritt : Erwachsene 8 Euro, ermäßigt 6,50 Euro, Kinder bis 16 Jahre frei.
Die Eintrittskarte berechtigt zugleich zum Besuch der Remstal Gartenschau. Inhaber der RemstalCard frei.

Informationen : Museum im Prediger, Johannisplatz 3, 73525 Schwäbisch Gmünd, Telefon +49 (0)7171 603-4130

Zu Dieter Nuhr

Dieter Nuhr ist einer der bekanntesten Satiriker Deutschlands, hat eine eigene Sendung in der ARD, füllt riesige Hallen mit seinen Bühnenshows, und seine Analysen der Gegenwart in den Medien bewegen die Menschen und die öffentliche Meinung. Seine bildnerische Seite ist weniger bekannt, gewinnt aber zunehmend an Öffentlichkeit: Dieter Nuhr ist bildender Künstler.

Dieter Nuhrs Arbeiten wurden international bereits in zahlreichen Museen und Galerien gezeigt. Unter anderem in der Galerie Pékin Fine Arts in Beijing, der Galerie Michael Schultz Contemporary in Berlin oder dem Museum am Rosenhang in Weilburg.

Seine Bilder werden häufig mit kleinen Texten oder Zeichnungen kombiniert. Im technischen Sinne zwar Fotografien, wirken die Werke aber in erster Linie malerisch in Komposition und Farbklang.

Kunststudium mit Schwerpunkt Malerei, heute konzeptuelle Fotografie. Reisend erkundet er die Welt, dokumentiert abseitige Welten, verwandelt sie in Bilder und schafft so ein Archiv vergessener Orte und Dinge. 

Seine detaillierten Beobachtungen mit der Kamera machen Dinge sichtbar, die meist eher ungesehen bleiben. Dieter Nuhrs Bilder von Orten, Interieurs und Dingen des alltäglichen Lebens, oft hinterlassene Gegenstände, die auf den ersten Blick wenig bildwürdig erscheinen, eröffnen einen sachlichen und dennoch oft melancholischen Blick auf die Rätselhaftigkeit des Daseins.

Museum im Prediger

Seit 1994 ist die städtische Galerie im Prediger ein Forum für überregionale wie auch internationale Gegenwartskunst. Hervorgegangen ist die Galerie aus einer Mitte des 14. Jahrhunderts errichteten Klosterkirche der Dominikaner. Nach dem Übergang der Freien Reichsstadt Schwäbisch Gmünd an Württemberg 1802 wurden Kirche und Konvent säkularisiert. Württemberg benutzte das Kloster als Kaserne und richtete in der Klosterkirche zunächst ein Holzmagazin, ab 1821 einen Pferdestall ein. Das riesige Deckengemälde der Kirche, das die Verherrlichung des Hl. Dominikus darstellte und von dem renommierten Freskanten Johann Anwander (1715-1770) stammte, wurde zerstört. 1919 wurde die „Alte Kaserne“ von der Stadt übernommen. Nach unterschiedlichen Nutzungen wurde der Komplex Anfang der 1970er Jahre gravierend modernisiert und bis 1973 zum Kulturzentrum der Stadt umgebaut. Im Zuge des Umbaus ist zunächst ein kleiner, 1994 schließlich ein rund 370 Quadratmeter großer, durch fünf Säulenpaare dreischiffig gegliederter Ausstellungsraum entstanden.

In wechselnden Ausstellungen und zahlreichen Publikationen wurde währenddessen ein breites Spektrum künstlerischer Ansätze und aktueller Tendenzen der Gegenwartskunst vorgestellt: Neben namhaften Künstlern wie Franz Bernhard, David Nash, Günther Uecker, Rudolf Wachter, Erwin Wortelkamp, Peter Rösel oder Martin Schwenk galt das Augenmerk immer wieder der zeitgenössischen süddeutschen Bildhauerszene, darunter Daniel Bräg, Madeleine Dietz, Angela M. Flaig, Dietrich Klinge, Willi Siber, Manuela Tirler und Daniel Wagenblast. Um die Jahreswende stellt der Gmünder Kunstverein die jüngsten Arbeiten seiner Mitglieder vor.
Das Ausstellungskonzept ist im weitesten Sinne den Themen Natur und Landschaft verbunden. Als Gattungen setzten die Skulptur und das Relief besondere Akzente. Beides findet seine historische Entsprechung in den Sammlungen des Museums. Die Fülle der bislang ausgeloteten künstlerischen Ansätze ist weit. Sie reicht von der motivischen Betrachtung der Natur bis zur künstlerischen Arbeit mit den Materialen der Natur selbst.

(Bernhard Eckert)


 


 

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