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Automobil

E-Mobil von Daimler: In 125 Tagen um die Welt

Im Rahmen des Festakts zum 125-jährigen Jahrestag der Erfindung des Automobils am 29. Januar in Stuttgart gaben Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und Dr. Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, bekannt, dass gestern drei Mercedes-Benz B-Klassen mit lokal emissionsfreiem Elektroanrieb mit Brennstoffzelle ihre 125-tägige Fahrt um die Welt beginnen sollen.

Über vier Kontinente und durch 14 Länder fahren die drei B-Klasse F-CELL einmal rund um den Globus, bis zum Ausgangspunkt Stuttgart, wo sich der "Weltkreis" wieder schließt. Mercedes-Benz untermauert mit dem F-CELL World Drive die technische Reife der Brennstoffzellentechnologie sowie die Alltagstauglichkeit der Fahrzeuge. Gleichzeitig gibt das Unternehmen damit der politischen Forderung auf den notwendigen Aufbau einer flächendeckenden Tankstellen- Infrastruktur für Brennstoffzellenfahrzeuge Nachdruck.

Am 29. Januar 1886 meldete Carl Benz sein dreirädriges "Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb" unter der Nummer 37435 zum Patent an und setzte damit den ersten Meilenstein für eine gänzlich neue Form der Mobilität. Auf den Tag 125 Jahre später - am 29. Januar 2011 - nimmt die Daimler AG dieses Datum nicht nur zum Anlass in die Vergangenheit zu blicken und die Meilensteine der Automobilentwicklung zu beleuchten sondern auch um einen konkreten Ausblick auf die Zukunft der Mobilität zu geben. So fiel im Rahmen der Feierlichkeiten auch der symbolische Startschuss für den Mercedes-Benz F-CELL World Drive, die erste Weltumrundung mit serienmäßig produzierten Brennstoffzellenfahrzeugen. Nachdem die drei B-Klasse F-CELL, die am 30. Januar Ihre lange Reise starten, von den Mercedes-Benz Rennfahrern Michael Schumacher, Nico Rosberg und David Coulthard auf die Bühne gefahren wurden, gaben Dr. Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, und Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel gemeinsam den symbolischen Startschuss. 

Auf einer Strecke von 30.000 Kilometern demonstrieren die drei Mercedes-Benz B-Klasse F-CELL, dass sie über große Distanzen, auf verschiedensten Straßenverhältnissen und unter unterschiedlichsten Klimabedingungen zuverlässig und sicher unterwegs sind. "125 Jahre nach Erfindung des Automobils steht die B-Klasse F-CELL bei uns stellvertretend für dessen Neuerfindung", so Dr. Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, über die Bedeutung des innovativen Brennstoffzellenfahrzeugs. "Diese bislang einzigartige Weltumrundung mit kundentauglichen Brennstoffzellenfahrzeugen zeigt einmal mehr, dass wir ausreichend Pioniergeist für mindestens weitere 125 Jahre Innovationen haben."

Mobil mit Brennstoffzelle - Mobil ohne Emissionen und Kompromisse

Elektrofahrzeuge mit Brennstoffzelle vereinen den Vorteil einer hohen Reichweite mit einer kurzen Betankungszeit. Sie können daher nicht nur in Ballungszentren ihren Beitrag zu einer lokal emissionsfreien Mobilität leisten sondern auch auf langen Strecken. Zudem kann ein Brennstoffzellenantrieb über den Einsatz im Pkw hinaus auch in anderen Fahrzeugtypen, wie zum Beispiel Stadtbussen, eingesetzt werden. Diese Potenziale hat Mercedes-Benz früh erkannt und bereits 1994 mit dem NECAR 1 das erste Fahrzeug mit Brennstoffzellenantrieb vorgestellt. Seitdem hat Mercedes-Benz bei der Entwicklung dieser Technologie enorme Fortschritte erzielt und mittlerweile eine sehr hohe technische Reife erreicht. So wurden zum Beispiel bei der B-Klasse F-CELL erstmals alle Entwicklungs- und Produktionsstandards der Serienproduktion auf ein Elektrofahrzeug mit Brennstoffzelle angewendet. Alle F-CELL-Komponenten erfüllen die hohen Kriterien an Qualität, Zuverlässigkeit und Lebensdauer von Mercedes-Benz.

Neben lokal emissionsfreier Mobilität bietet die B-Klasse F-CELL auch alle markentypischen Eigenschaften wie Sicherheit, Komfort, eine souveräne Antriebsleistung sowie vorbildliche Funktionalität in Kombination mit voller Alltagstauglichkeit und uneingeschränkte Fahrfreude.

Mit dem F-CELL World Drive will Mercedes-Benz den hohen Reifegrad der Brennstoffzellentechnologie belegen und weltweit deren Potenzial aufzeigen. Gleichzeitig zeigt die Weltumrundung aber auch eine große Herausforderung auf: die Versorgungsinfrastruktur mit Wasserstoff. "Nur mit einem bedarfsgerechten Wasserstoff-Tankstellen-Netz wird diese Form der Elektromobilität flächen-deckend realisierbar sein. Dieses Tankstellennetz gilt es nun mit vereinten Kräften aufzubauen" so Dr. Thomas Weber, im Vorstand der Daimler AG zuständig für Konzernforschung und Entwicklung Mercedes-Benz Cars. "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht: Die B-Klasse F-CELL zeigt eindrucksvoll, welchen Beitrag Elektrofahrzeuge mit Brennstoffzelle für die zukünftige Mobilität bereits heute leisten können. Das Fahrzeug ermöglicht nicht nur lokal emissionsfreies Fahren auf Kurzstrecken sondern auch über längere Distanzen hinweg. Dies werden wir mit unserem F-CELL World Drive demonstrieren.", bekräftigt Dr. Thomas Weber.

4 Kontinente, 14 Länder und 30.000 Kilometer in 125 Tagen

Von Stuttgart aus startet die Tour am 30. Januar zunächst Richtung Süden, über Paris, Barcelona und Madrid, bis in die portugiesische Hauptstadt Lissabon. Dort verlassen die Automobile europäischen Boden und setzen per Flugzeug ihre Reise in den Osten der USA fort.

Von Fort Lauderdale, Florida, aus führt die Route quer durch den nordamerikanischen Kontinent, am Golf von Mexiko entlang, westwärts bis nach Los Angeles, Kalifornien. Entlang der westlichen Küste der USA führt der F-CELL World Drive nach Norden und erreicht schließlich Vancouver, Kanada. Nach etwa einmonatiger Fahrt und mehr als 7.500 zurückgelegten Kilometern verlassen die Fahrzeuge Nordamerika, um im Osten Australiens ihre Tour fortzusetzen. Ausgehend von Sydney, fahren die B-Klasse F-CELL entlang der Südküste des fünften Kontinents mit Zwischenstopps in Melbourne und Adelaide mehr als 5.000 Kilometer bis nach Perth. Der letzte Transfer zwischen Kontinenten auf der Weltreise führt den F-CELL World Drive schließlich auf den asiatischen Kontinent, nach Shanghai in China.

Über die chinesische Hauptstadt Peking, durch die kasachischen Städte Almaty und Astana, bis nach Moskau durchqueren die Brennstoffzellenfahrzeuge den eurasischen Kontinent über eine Distanz von mehr als 10.000 Kilometern. Eine Strecke, die Mercedes-Benz bereits bestens bekannt ist. 2006 durchfuhren 33 Mercedes-Benz E-Klassen diese Regionen im Rahmen der "E-Class Experience" schon einmal - in entgegen gesetzter Richtung von Paris nach Peking.

Auf den letzten Etappen führt die Route durch den Norden Europas. Von St. Petersburg in Russland geht es über Finnland schließlich in die schwedische Hauptstadt Stockholm. Auch das norwegische Oslo ist Teil der Route, bevor es für den F-CELL World Drive über Dänemark wieder nach Deutschland geht, wo die Fahrt unter anderem in Hamburg Halt macht. Nach 70 Fahrtagen auf der 125-tägigen Reise endet die Fahrt schließlich Anfang Juni wieder in Stuttgart.

Mehr als 20 Zwischenstopps

Während des F-CELL World Drive setzt Mercedes-Benz nicht nur auf die Demonstration der Fahrleistung seiner Fahrzeuge sondern nutzt die Tour gleichzeitig, um weltweit die Aufmerksamkeit für das Potenzial der Brennstoffzellentechnologie zu erhöhen. An mehr als 20 Tagen werden an verschiedenen Stationen auf der Route lokale Aktivitäten stattfinden, die Gelegenheit für einen intensiven Austausch zum Thema Elektromobilität bieten. Auch die Politik sowie Partner des Stuttgarter Automobilherstellers werden dabei in das Programm eingebunden.

So werden die Teilnehmer der Tour unter anderem dem Mobilitätsprojekt car2go im texanischen Austin einen Besuch abstatten. Austin war die erste außer-europäische Station des innovativen Mobilitätskonzepts , das dort überaus erfolgreich läuft. Wenige Tage später in Vancouver (Kanada) statten die Teilnehmer der Automotive Fuel Cell Cooperation einen Besuch ab. Hier wurde zum Beispiel der Brennstoffzellen-Stack für die B-Klasse F-CELL entwickelt. Das Unternehmen wurde 2007 mit Daimler als Mehrheitseigner (50,1 Prozent) gegründet. Weitere Partner sind die Ford Motor Company (30 Prozent) und Ballard Power Systems (19,9 Prozent). Zudem haben die Teilnehmer der Tour dort die Gelegenheit, den Abenteurer und Forscher Mike Horn und seine PANGAEA-Expedition, deren Hauptsponsor Mercedes-Benz ist, live zu erleben. Die PANGAEA-Expedition steuert seit Oktober 2008 alle Kontinente sowie den Nord- und Südpol an. Expeditionsleiter Mike Horn gestaltet auf seiner Reise um den Globus gemeinsam mit Jugendlichen aus aller Welt ökologische und soziale Projekte. Auf der "Auto Shanghai" in China wird der F-CELL World Drive außerdem mehrere Tage auf der größten asiatischen Automobil-Messe präsent sein.

Herausforderung Infrastruktur

Der Aufbau einer flächendeckenden Wasserstoff-Infrastruktur für Elektrofahrzeuge mit Brennstoffzelle ist ein wichtiger Faktor für den Markterfolg dieser Technologie. Bisher gibt es weltweit rund 200 Tankstellen, an denen Brenn-stoffzellenfahrzeuge betankt werden können. Aufgrund des noch lückenhaften Versorgungsnetzes stellt die bedarfsgerechte Wasserstoffversorgung der Tourfahrzeuge eine große logistische Herausforderung dar.

Exklusiver Partner auf dem F-CELL World Drive ist die Linde Group, die dank ihres Wasserstoff-Know-hows und ihrer weltweiten Präsenz die Versorgung während der gesamten Weltumrundung gewährleistet. Eine gemeinsam entwickelte mobile Betankungseinheit auf Basis eines Mercedes-Benz Sprinters begleitet die Tour und ermöglicht so die Kraftstoffversorgung auch auf abgelegenen Streckenabschnitten. Neben einem Betankungsdruck von 700 bar waren kompakte Abmessungen für den Flugzeugtransport die wichtigste Anforderung an das speziell zu diesem Zweck konstruierte Betankungsfahrzeug.

Auch abseits des F-CELL World Drive arbeiten Daimler und Linde eng zusammen, um in kommenden Jahren den steigenden Wasserstoffbedarf einer zunehmenden Anzahl von Brennstoffzellenfahrzeugen sicherzustellen. So engagieren sich zum Beispiel beide Unternehmen seit 2009 gemeinsam mit bedeutenden Energieversorgern, Großunternehmen der Mineralölindustrie sowie weiteren Partnern in der Initiative "H2-Mobility" für den flächendeckenden Aufbau einer Wasserstoff-infrastruktur in Deutschland.

Auf dem Weg zur nachhaltigen Mobilität

Daimler hat sich in den vergangenen Jahren klar als Vorreiter in Sachen alternative Antriebe positioniert. Auf dem Weg hin zu einer nachhaltigen Mobilität fährt der Konzern konsequent mehrspurig: Die drei zentralen Entwicklungsschwerpunkte sind die Optimierung von Fahrzeugen mit modernsten Verbrennungsmotoren, die weitere Effizienzsteigerung durch maßgeschneiderte und bedarfsgerechte Hybridisierung sowie lokal emissionsfreie Elektrofahrzeuge mit Brennstoffzelle oder Batterie.

Bewusst setzt das Unternehmen dabei auf mehrere Konzepte für die Elektromobilität. So wird das Batteriefahrzeug als emissionsfreie Lösung für den innerstädtischen Verkehr entwickelt, während sich Fahrzeuge mit Brennstoffzelle dank einer großen Reichweite und kurzen Betankungszeiten auch für den Überlandverkehr eignen. Mit der B-Klasse F-CELL, der A-Klasse E-CELL, dem smart fortwo electric drive sowie dem Vito E-CELL kann das Unternehmen gleich vier lokal emissionsfreie, serienreife Fahrzeuge aufweisen.

Modularer E-Drive Systembaukasten für maximale Effizienz

Eine schnelle Markteinführung von Serien-Elektroautos verbunden mit größtmöglicher Kosteneffizienz erreicht Mercedes-Benz mithilfe seines modular aufgebauten E-Drive Systembaukastens. Dieses intelligente Modulkonzept ermöglicht es, einen hohen Anteil an Gleichteilen für unterschiedlichste Elektrofahrzeuge - mit Batterie oder Brennstoffzelle - zu verwenden. Der konzernübergreifende Einsatz von Komponenten spart Entwicklungszeit und -kosten und gewährleistet zudem eine "schlankere" Produktion.

Für die Modularisierung eignen sich alle wesentlichen Komponenten von Elektrofahrzeugen: vom Elektromotor und dem Getriebe über die Batterie und das Hochvolt-Sicherheitskonzept bis hin zu Hochvoltverkabelung und Software-Modulen. Bei F-CELL-Fahrzeugen lassen sich spezifische Komponenten, zum Beispiel Stacks und Wasserstofftanks, einheitlich für ganz unterschiedliche Fahrzeuge nutzen. Zum Beispiel, indem man je nach Bedarf die Anzahl variiert: So fährt etwa der Mercedes-Benz Brennstoffzellenbus mit zwei Pkw-Systemen desselben Typs, der auch in der B-Klasse F-CELL verwendet wird. Zudem kommt in der B-Klasse F-CELL derselbe Elektromotor zum Einsatz wie in der neuen A-Klasse E-CELL.

Leistungsfähige Lithium-Ionen-Batterien

Gemeinsam mit Partnern treibt Daimler die Entwicklung modernster Lithium-Ionen-Batterien gezielt voran. Auf dieser Basis entstehen maßgeschneiderte Lösungen für das weltweit einmalige Produktportfolio, das alle Mobilitäts-bedürfnisse abdeckt. Dabei profitiert Daimler vom eigenen Know-how aus langjähriger Forschungsarbeit. Mehr als 750 Patente zu batteriegetriebenen Fahrzeugen hat das Unternehmen bisher angemeldet - davon über 380 auf dem Gebiet der Lithium-Ionen-Technologie. Gezielte Kooperationen mit kompetenten Partnern gewährleisten, dass die fahrzeug- und einsatzspezifischen Anforderungen an die Batteriesysteme optimal erfüllt werden.

Ein Beispiel ist die Deutsche Accumotive GmbH & Co. KG, ein Joint-Venture der Daimler AG und der Evonik Industries AG mit dem Fokus auf der System-integration, Entwicklung und Produktion sowie Forschung und Vertrieb von Batteriesystemen auf Basis der Lithium-Ionen-Technologie. Die Integration dieser Batterien aus eigener Produktion in Daimler-Fahrzeuge ist ab 2012 geplant.

Die Mercedes-Benz B-Klasse F-CELL

Erstes Elektroauto mit voller Alltagstauglichkeit und der Fahrdynamik eines Zweiliter-Benziners

Mit der neuen B-Klasse F-CELL bringt Mercedes-Benz sein erstes unter Serienbedingungen gefertigtes Elektrofahrzeug mit Brennstoffzellenantrieb auf die Straße. Die Kleinserienproduktion des umweltfreundlichen Elektro-autos ist bereits gestartet. 2010 wurden die ersten der rund 200 Fahrzeuge an Kunden in Europa und den USA ausgeliefert. Herzstück der B-Klasse F-CELL ist die neue Generation des Elektroantriebs mit Brennstoffzelle, der kompakt, leistungsfähig, sicher und voll alltagstauglich ist. Die Brenn-stoffzelle erzeugt den Fahrstrom an Bord, wobei keine Schadstoffemissionen, sondern lediglich reines Wasser entsteht. Die wesentlichen Antriebs-komponenten liegen geschützt und Platz sparend im Sandwichboden, sodass Innen- und Kofferraum vollständig nutzbar sind. Dank seiner großen Reich-weite von rund 400 Kilometern und kurzer Betankungszeiten verbindet die B-Klasse F-CELL lokal emissionsfreie Mobilität mit Langstreckentaug-lichkeit und überzeugenden Fahrleistungen. Für Fahrspaß und -dynamik auf dem Niveau eines 2,0-Liter-Benziners sorgt der 100 kW (136 PS) starke Elektromotor, der ein souveränes Drehmoment von 290 Nm entwickelt. Dabei erzielt die B-Klasse F-CELL einen NEFZ-Verbrauch (Neuer Europäischer Fahrzyklus) von umgerechnet nur 3,3 Litern Kraftstoff (Diesel-Äquivalent) je 100 Kilometer.

Die technische Basis des Antriebs für die B-Klasse F-CELL bildet das optimierte Brennstoffzellensystem der neuesten Generation. Es ist rund 40 Prozent kleiner als das System in der A-Klasse F-CELL von 2004, entwickelt aber 30 Prozent mehr Leistung bei 30 Prozent weniger Verbrauch. Hauptkomponenten des Antriebs sind:

- der kompakte Brennstoffzellen-Stack

- die leistungsstarke Lithium-Ionen-Batterie

- drei Drucktanks für den auf 700 bar komprimierten Wasserstoff

- sowie der kompakte und leichte Antriebsmotor an der Vorderachse.

Kaltstartfähig bis minus 25 Grad Celsius

Das Brennstoffzellenmodul der B-Klasse F-CELL, der Stack, zeichnet sich durch eine sehr gute Kaltstartfähigkeit bis minus 25 Grad Celsius aus. Das System verfügt über ein neues Befeuchtungssystem aus Hohlfasern. Dadurch kann, anders als bei den ersten Generationen der Brennstoffzelle, im Stack kein Wasser mehr gefrieren und so den Kaltstart erschweren. Selbst bei minus 15 Grad Celsius ist die Startzeit der B-Klasse F-CELL ähnlich kurz wie bei einem Fahrzeug mit modernem Dieselmotor. Durch eine spezielle Betriebsstrategie wird gewährleistet, dass der Brennstoffzellen-Stack nach jedem Fahrzeugstart schnellstmöglich seine optimale Betriebstemperatur von etwa 80 Grad Celsius erreicht. Dank des leitungsfähigen Kühlsystems und des intelligenten Temperaturmanagements wird diese "Wohlfühl-Temperatur" unter allen Betriebsbedingungen konstant gehalten.

Rund 400 Kilometer Reichweite mit einer Tankfüllung

Der Wasserstoff für den Betrieb der Brennstoffzelle wird mit 700 bar Druck in den drei Fahrzeugtanks gespeichert. Sie können knapp 4 Kilogramm des gas-fömigen Kraftstoffs aufnehmen. Die Tanks sind nach außen hermetisch dicht, so dass auch bei längeren Standzeiten des Fahrzeugs kein Wasserstoff in die Umgebung entweicht. Durch den hohen Kompressionsgrad kann die B-Klasse F-CELL Reichweiten von bis zu 400 Kilometern pro Tankfüllung erreichen. Sind die Tanks leergefahren, können sie dank eines standardisierten Betankungssystems einfach und schnell in weniger als drei Minuten aufgefüllt werden.

Umgerechnet nur 3,3 Liter Dieselverbrauch pro 100 Kilometer

Der Elektromotor, eine permanent erregte Synchronmaschine, entwickelt eine Spitzenleistung von 100 kW (136 PS) und ein - E-Motor-typisch hohes - maximales Drehmoment von 290 Newtonmetern, das bereits von der ersten Umdrehung an zur Verfügung steht. Damit tritt die B-Klasse F-CELL ausgesprochen souverän an und erfüllt hohe fahrdynamische Anforderungen, die zum Teil deutlich über dem Niveau eines Zweiliter-Benziners liegen. Dennoch verbraucht der lokal emissionsfreie Elektroantrieb mit Brennstoffzelle umgerechnet nur 3,3 Liter Kraftstoff (Diesel-Äquivalent) je 100 Kilometer im NEFZ.

Kompakte Lithium-Ionen-Batterie mit hoher Leistungsdichte

Als Stromspeicher kommt eine leistungsstarke Lithium-Ionen-Batterie mit Hochvolt-Technik zum Einsatz. Sie verfügt über einen Energieinhalt von 1,4 kWh und wird über den Kreislauf der Klimaanlage gekühlt. Mercedes-Benz konnte bei der Batterie der B-Klasse F-CELL auf die Erfahrungen mit der Lithium-Ionen-Technologie zurückgreifen, die für die S-Klasse S 400 HYBRID entwickelt wurde. Vorteile der Lithium-Ionen-Batterie sind ihre kompakten Abmessungen und die deutlich höhere Leistungsfähigkeit im Vergleich zu Nickel-Metallhydrid-Batterien (NiMH). Die Energiedichte übertrifft die der NiMH-Technologie um 30 Prozent, die Leistungsdichte um 50 Prozent. Darüber hinaus zeichnet sie sich durch einen hohen Ladewirkungsgrad und eine lange Lebensdauer aus.

Intelligentes Antriebsmanagement für höchste Effizienz

Für die B-Klasse F-CELL hat Mercedes-Benz die Betriebsstrategie des Elektro-antriebs mit Brennstoffzelle perfektioniert. Bei besonders tiefen Außen-temperaturen erhält der Elektromotor beim Kaltstart seine elektrische Energie sowohl aus der Lithium-Ionen-Batterie als auch aus dem "hochfahrenden" Brennstoffzellensystem. Bei wärmeren Außentemperaturen genügt der Batteriestrom, die Brennstoffzelle wird dann - je nach Leistungsbedarf - später zugeschaltet. Im Fahrbetrieb hält das Energiemanagement das F-CELL-System immer im optimalen Arbeitsbereich. Die Lithium-Ionen-Batterie gleicht Differenzen zur erforderlichen elektrischen Leistung im momentanen Fahrzustand dynamisch aus.

Bei jedem Bremsvorgang und bereits wenn man den Fuß vom Gas nimmt, wandelt der Elektromotor Bewegungsenergie durch Rekuperation in elektrische Energie um, die in der Batterie gespeichert wird. Beim Rangieren oder kurzen Fahrstrecken arbeitet der elektrische Antriebsmotor mit Batteriestrom. Reicht die Kapazität des Energiespeichers nicht aus, schaltet sich die Brennstoffzelle automatisch zu. Ob die elektrische Energie aus der Lithium-Ionen-Batterie, aus der Brennstoffzelle oder aus beiden Systemen zusammen genutzt wird, entscheidet das intelligente Antriebsmanagement jeweils im Hinblick auf höchste Effizienz und Kundennutzen .

Voll alltagstauglich

Fünf Sitzplätze und ein Kofferraumvolumen von 416 Litern machen die B-Klasse F-CELL zu einem voll alltags- und familientauglichen Automobil. Die wesentlichen Komponenten des Elektroantriebs mit Brennstoffzelle sind schwerpunktgünstig, platzsparend und bestmöglich geschützt im Unterboden des Fahrzeugs verbaut. Die Vorteile der Konstruktion:

- Das großzügige Raumangebot der B-Klasse bleibt vollständig erhalten. Durch die Integration des kompletten Brennstoffzellensystems im geräumigen Sandwichboden müssen keine Kompromisse bei Fahrgast- und Kofferraum sowie der Variabilität eingegangen werden.

- Die im Sandwichboden eingebaute Antriebstechnik sorgt für einen niedrigen Schwerpunkt. Daraus resultiert ein besonders sicheres und agiles Fahrverhalten.

- Mercedes-typisch hohe Crashsicherheit durch Unterbringung der wesentlichen Antriebskomponenten sowie der Wasserstofftanks zwischen den Achsen.

Die B-Klasse F-CELL bietet vollen Fahrspaß und volle Alltagstauglichkeit - und das ohne lokale Emissionen. Auch in punkto Ausstattung hat das innovative Elektroauto viel zu bieten, zum Beispiel die Sonderlackierung in Bonamitsilber sowie exklusive Leichtmetallräder im 10-Speichen Design. Im Innenraum sorgen Leder­ausstattung, Sitzheizung, Klimaautomatik und COMAND-System sowie weitere Ausstattungsfeatures für hohen Komfort. Über eine dynamische Energiefluss-Anzeige auf dem Display des COMAND-Systems wird der Fahrer jederzeit über Ladezustand der Batterie, Betriebsmodus des Brennstoffzellensystems sowie über die im Umkreis verfügbaren Wasserstofftankstellen informiert.

Safety first: Höchste Sicherheitsstandards

Mercedes-Benz legt bei der B-Klasse F-CELL die gleichen hohen Sicherheitsmaßstäbe an wie bei allen anderen Serienfahrzeugen der Marke. Ausgangspunkt bildet die sehr hohe Crashsicherheit der Mercedes-Benz B-Klasse, die im europäischen NCAP- Rating (New Car Assessment Programme) mit der Höchstzahl von fünf Sternen ausgezeichnet wurde. Das integrierte Sicherheitskonzept der B-Klasse F-CELL trägt den spezifischen Eigenschaften des innovativen Antriebssystems Rechnung. Dabei flossen unter anderem die lang-jährigen Erfahrungen von Mercedes-Benz mit dem Elektroantrieb mit Brennstoffzelle aus der A-Klasse F-CELL sowie der Hochvolt-Technologie mit Lithium-Ionen-Batterie aus dem S 400 HYBRID ein.

Die Sicherheit der antriebsspezifischen Komponenten inklusive Wasserstofftanks in der B-Klasse F-CELL haben die Mercedes-Ingenieure durch mehr als 30 Crashtests geprüft. Die Wasserstofftanks liegen aufprallgeschützt im Sandwichboden. Sie nehmen den auf 700 bar komprimierten Wasserstoff auf und sind für alle denkbaren Belastungen ausgelegt. Bei einem Crash schließen Sicherheitsventile die Wasserstoff-Versorgungslei­tungen zur Brennstoffzelle und entkoppeln die Tanks von den übrigen Systemkomponenten. Auch nach einem sehr starken Aufprall kann somit keine Gefährdung durch Wasserstoff entstehen. Im Falle einer übermäßigen Hitzeeinwirkung in Folge eines Brandes wird über ein temperaturgesteuertes Ventil der Tankinhalt kontrolliert abgelassen.

Die Lithium-Ionen-Batterie und das Hochvoltsystem der B-Klasse F-CELL sind, den Erfahrungen mit der Hybridtechnologie des S 400 HYBRID folgend, mit einem umfangreichen, siebenfachen Sicherheitskonzept ausgerüstet.

- Alle Kabel sind farblich unverwechselbar gekennzeichnet und mit entsprechenden Sicherheitshinweisen versehen. Dies verhindert unbeabsichtigte Fehlmontagen in der Produktion oder bei Reparaturen und erleichtert Inspektionskontrollen.

- Lückenloser Berührschutz des gesamten Systems durch großzügig dimensionierte Isolierungen und Spezialstecker.

- Die Lithium-Ionen-Batterie ist in einem hochfesten Stahl-Gehäuse untergebracht. Weitere Sicherheitsmerkmale: Abblasöffnung mit Berstscheibe und separatem Kühlkreislauf. Ein interner elektronischer Controller überwacht permanent die Sicherheitsanforderungen und signalisiert sofort eventuelle Fehlfunktionen.

- Alle Hochvoltkomponenten sind durch eine elektrische Schleife miteinander verbunden. Bei einer Fehlfunktion wird das Hochvoltsystem automatisch abgeschaltet.

- Sobald die Zündung auf "aus" geschaltet wird oder bei möglichen Störungen wird das Hochvoltsystem aktiv entladen.

- Bei einem Unfall wird das Hochvoltsystem in Sekundenbruchteilen komplett abgeschaltet.

- Permanente Überwachung des Systems auf Kurzschlüsse.

Aufgrund des hohen Sicherheitsniveaus gibt es für Brennstoffzellenfahrzeuge von Mercedes-Benz keinerlei Beschränkungen bezüglich der Einfahrt in Tiefgaragen, Parkhäuser oder Tunnels.

(fair-NEWS)


 


 

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