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Bildung

Mit alternativem Blick auf das Lernen raus aus der Krise

Bildungs-Pioniere erhalten Leonardo-Award 2013 – feierliche Verleihungszeremonie am 16. September auf dem Petersberg - Bildung ist in der heutigen globalen Welt das Kapital der Zukunft und das kontinuierliche Lernen die Basis unserer Wissensgesellschaft.

Fachkräfte und deren Qualifikationen können eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung der Krise in Europa spielen, doch Lernen in der Schule und Lernen im Unternehmen sind nicht immer kompatibel. Neue Dimensionen des Lernens geben die Preisträger des Leonardo – European Corporate Learning Award. Dieser prämiert mutige Lern-Visionen und die Persönlichkeiten dahinter, um die Brisanz dieses Themas noch stärker in der Öffentlichkeit zu verankern. Am 16. September 2013 erhalten diesen Preis Prof. Dorothy Leonard in der Kategorie „Thought Leadership“, Nick van Dam in der Kategorie „Company Transformation“ sowie Gary Copitch in der Kategorie „Crossing Borders“.

Der Leonardo-Award honoriert Persönlichkeiten, die ihren Eifer und ihr Herzblut dem wichtigen Thema Lernen widmen, sei es in einem Unternehmen, in einer Organisation oder in der Gesellschaft, und in diesem Bereich Projekte mit Vorbildcharakter angestoßen haben. Wie auch im letzten Jahr verleiht eine internationale Jury den Leonardo-Award 2013 in den drei Kategorien „Thought Leadership“, „Company Transformation“ und „Crossing Borders“. Die drei thematisch überlappenden Kategorien tragen dem entscheidenden Gedanken von Namenspatron Leonardo da Vinci Rechnung, nämlich der Mehrdimensionalität und ganzheitlichen Betrachtung von Bildung.

Thought Leadership: Nachahmung erwünscht
Die Leonardo-Kategorie „Thought Leadership“ richtet den Blick auf Persönlichkeiten, die mit ihrem Beitrag Nachahmer dazu inspirieren, Lernen im Sinne des Vier-Säulen-Modells der UNESCO über die Bildungsbedürfnisse des 21. Jahrhunderts zu verstehen – nämlich Lernen, zusammenzuleben; Lernen, Wissen zu erwerben; Lernen zu handeln; Lernen für das Leben – und diese entsprechend umzusetzen. Dabei geht es vor allem auch darum, bestehende Annahmen in Frage zu stellen und auch vor grundlegend neuen Schlussfolgerungen nicht zurückzuschrecken. Den Preis in dieser Kategorie erhält in diesem Jahr Prof. Dorothy Leonard, emeritierte Inhaberin der William J. Abernathy Professur für Betriebsökonomie an der Harvard Business School, die nicht nur einen ganzheitlichen Ansatz proklamiere, sondern diesen auch lebe, so die Begründung des Leonardo-Beirats.

„Dorothy Leonard lädt Menschen ein, mit ihr eine faszinierende, sowohl intellektuelle als auch praktische Reise zu unternehmen. Dabei adressiert sie ihre ‚Mitreisenden‘ nicht nur in ihrem eigenen jeweiligen Expertenfeld, sondern spricht sie als Persönlichkeiten an, die sich ihrer gesellschaftlichen und persönlichen Verantwortung und Wechselwirkungen bewusst sind“, erläutert Günther M. Szogs als Sekretär des „Leonardo“ die Begründung des Beirats. Ihr fundierter Rat sei gleichermaßen willkommen bei kleinen Start-Ups und bekannten Unternehmen, bei politischen Entscheidern und Forscherkollegen.

„In ihren Veröffentlichtungen, wie zum Beispiel ‚When sparks fly: igniting creativity in groups‘, ‚Wellsprings of Knowledge: Building and Sustaining the Sources of Innovation‘ oder ‚Deep smarts: how to cultivate and transfer enduring business wisdom‘ wird ihre Vordenkerrolle deutlich; darüber hinaus verkörpern diese das, was wir den Leonardo-Geist nennen“, heißt es vonseiten des Beirats weiter. Denn der Namensgeber Leonardo da Vinco habe zu seiner Zeit ein nie dagewesenes Beispiel dafür gegeben, wie sich althergebrachte und unzusammenhängende Schulen von Kunst und Wissenschaft so aufeinander beziehen ließen, dass sie hochprofessionell arbeiten und gleichzeitig Erkenntnis, Empathie und Leidenschaft fördern. „Genau diese Verknüpfung der Bereiche wird heutzutage oft außer acht gelassen“, bestätigt Leonardo-Sekretär Szogs.

Company Transformation: Die ganzheitliche Perspektive auf betriebliches Lernen
Mit dem Leonardo-Award in der Kategorie „Company Transformation“ ehrt der Beirat Persönlichkeiten, die ganzheitliche innovative Ansätze für Corporate Learning umgesetzt und damit andere Betriebe inspiriert haben. Dabei steht vor allem das Zusammenwirken verschiedener Aspekte der Personalentwicklung im Fokus – von Knowledge- und Talent-Management über Trainings- und E-Learning-Konzepte für lebenslanges Lernen bis hin zu Corporate Social Responsibility (CSR) und interkulturellen Ansätzen. Genau auf diesen Wechselwirkungen basiert auch die Arbeit des diesjährigen Preisträgers in der Kategorie „Company Transformation“, Nick van Dam, Global Chief Learning Officer und Director Human Capital bei Deloitte, Niederlande.
„Nick van Dam verknüpft den harten Job eines Praktikers im Bereich der Lernorganisation damit, fundierte Ratschläge über wissensbasierte Strategien und Methoden sowohl in Veröffentlichungen als auch vor einflussreichen Gremien, Unternehmen und Initiativen zu verbreiten“, heißt es in der Erklärung des Leonardo-Beirats. „Dabei hört seine Leidenschaft für die Bildung von Menschen nicht bei Erwachsenen auf.“ Faszinierend sei auch seine Förderung der „The e-Learning for Kids Foundation“, die Kindern jeden Alters kostenfreie online Learning Tools zur Verfügung stellt.

Crossing Borders: Bewährtes kritisch hinterfragen und herausfordern
Die Leonardo-Kategorie „Crossing Borders“ rückt herausragende Neuentwicklungen ins Licht, die vorherrschende Denkarten grundsätzlich in Frage stellen und damit auch das Lernen in Betrieben beeinflussen. Dieser Award honoriert Persönlichkeiten, die auch vor alternativen Ansätzen nicht zurückschrecken und so durch ihren Einfluss auf Personen, Unternehmen und die Gesellschaft grundlegende Veränderungen hervorrufen. In die Fußstapfen des letztjährigen Preisträgers Prof. Sugata Mitra schlüpft in diesem Jahr Gary Copitch, Chief Executive Officer von People's Voice Media.
„Gary Copitch und seine Organisation People’s Voice Media haben durch ihre Arbeit das Thema ‚Bürgerbildung‘ auf ein ganz neues Level gehoben“, begründet der Leonardo-Beirat seine Entscheidung: People’s Voice Media ermutige die Mitglieder von sozial ausgegrenzten Gemeinschaften, sich nicht nur neues Wissen anzueignen, sondern sich auch für ihre Gemeinschaft ein Mitspracherecht zu verschaffen, indem sie am sogenannten Community Reporter Training teilnehmen. „Bei diesem Programm geht es darum, Menschen zu befähigen, ihre Situation und ihre Sicht der Dinge darzustellen, und so den Dialog zwischen Bürgern und Behörden zu unterstützen“, heißt es in der Begründung des Beirats weiter.

Feierliche Preisverleihung auf dem Petersberg
Der Leonardo – European Corporate Learning Award steht unter der Schirmherrschaft des Europäischen Parlaments, mit dessen Präsidenten Martin Schulz, sowie von Prof. Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung. Der Preis wird am Abend des 16. September 2013 vergeben: Die Preisträger nehmen im Rahmen einer feierlichen Zeremonie im Steigenberger Grandhotel Petersberg bei Bonn, dem ehemaligen Gästehaus der Bundesregierung, ihre Auszeichnung entgegen. Die Moderation des Abends übernehmen die Künstlerin Corinna Pregla, bekannt als Repräsentantin von „Deutschland – Land der Ideen“ und seit diesem Jahr auch Mitglied des Leonardo Advisory Board, sowie der Brite Michael Spencer, der international erfolgreiche, musikorientierte Kommunikationsfachmann.

Über den Leonardo – European Corporate Learning Award
Mit dem „Leonardo – European Corporate Learning Award“ werden Personen geehrt, die „Leuchtturm-Projekte“ für die Bildung in Europa initiiert und realisiert haben und damit als Orientierungsmarke für andere Akteure Bedeutung haben. Nach Prof. Jacques Delors, dem langjährigen Präsidenten der Europäischen Kommission und Vorsitzenden der internationalen UNESCO-Bildungskommission, war Wikipedia- Gründer Jimmy Wales der zweite Preisträger des Leonardo-Award. Im Jahr 2012 wurde der Preis zum ersten Mal in drei Kategorien vergeben: Die Preisträger in der Kategorie „Thought Leadership“ erhielt Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. In der Kategorie „Company Transformationen“ wurden die beiden Eigentümer des Automatisierungskonzerns Festo, Dr. Wilfried Stoll und Dr. h.c. Kurt Stoll geehrt. Prof. Sugata Mitra war Preisträger in der Kategorie „Crossing Borders“.

(Redaktion)


 


 

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