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Blumengroßmarkt

Betreibergenossenschaft in die Enge getrieben...

Offensichtlich verfolgt die Stadt Stuttgart eine Zerschlagung der bisherigen Betreiber-Genossenschaft: Nach 50 Jahren des Betriebs des Blumengroßmarktes durch eine Genossenschaft spielt die Stadt den Handelsplatz einer eigenen Tochterfirma in die Hand.

Bereits seit 50 Jahren betreibt die Genossenschaft erfolgreich den  Blumengroßmarktbetrieb. Die Stadt Stuttgart setzt nun der Betreiber Genossenschaft den Stuhl vor die Tür. Auf dem traditionellen Handelsplatz im Stadtteil Wangen, so die erklärte Absicht der Verwaltung, soll künftig die „Märkte Stuttgart GmbH“ (eine Tochtergesellschaft der Stadt) Regie führen. Die Mietverträge für die Hallen wurden der Genossenschaft  bereits gekündigt.  

„Wir sind fassungslos“, reagiert Gert Hieber, geschäftsführender Vorstand der Blumengroßmarkt-Genossenschaft. „Ohne Not zerschlägt die Stadt Stuttgart gewachsene regionale Strukturen in der Blumenvermarktung. Sie betreibt damit sehenden Auges die Liquidierung der Erzeugergenossenschaft, der fast 50 Betriebe – Blumenerzeuger und Gartenbaubetriebe – angehören.“

Die Stadt spricht über ihre Tochterfirma schon über Einzelverträge mit den Erzeugern. Damit möchte sie der Betreiber-Genossenschaft die Existenzgrundlage entziehen. Mittlerweile geht die Verwaltung in die Räumungsklage.

Verhandlungen zu einer möglichen Übergabe der Markthallen, die im übrigen von der Genossenschaft finanziert worden sind, scheiterten. Die in einem Gutachten festgestellte Bewertung ignoriert die Stadt und bietet der Genossenschaft nur ca. 11 % des tatsächlichen Wertes.

 „Das nennt man wohl die Durchsetzung des Rechts des Stärkeren.“ so Gert Hieber. „Durch Einzelmietverträge würden einerseits die Mietkosten der Erzeuger in die Höhe getrieben. Andererseits werden die Serviceleistungen für die Unternehmen am Blumengroßmarkt aller Voraussicht nach drastisch verringert.“

Die Genossenschaft organisiert u.a. die gemeinschaftliche Werbung für den Standort, z.B. via Internet und Kundenzeitschrift. Sie führt Schulungen durch, kümmert sich um die Kundenakquise, und eine breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit.

Daher würden die in der Genossenschaft zusammengeschlossenen Händler, aufgrund des jahrelangen fairen Umgangs miteinander, lieber in dieser bleiben. Denn Ziel der Genossenschaft ist es den Erhalt zu sichern – zum Wohle ihre Mitglieder und der mehr als 1000 Kunden des Blumengroßmarkts.

Die Genossenschaft war immer gesprächsbereit und überzeugt, eine für beide Seiten akzeptable Lösung finden zu können. Jedoch ist die Genossenschaft natürlich auch ihren Mitgliedern und dem Geschäftsergebnis verpflichtet. Die Leitragenden des ganzen sind die Gärtnereien die Marktfläche im Großmarkt gemietet haben. Sie bekommen weniger Service, müssen jedoch mehr dafür bezahlen.

Ist das fair, Menschen gegenüber die einen grünen Daumen pflegen... für unsere Umwelt etwas tun? In einer Stadt mit einer grünen Führung?

Unterm Strich betrachtet hat das Ganze auch Auswirkungen auf die Kunden der Blumenhändler in der Region: Kaufen die Händler bei den Gärtnereien auf dem Blumengroßmarkt teurer ein, werden die Blumensträuße für die Liebsten teurer.

Daten – Zahlen - Fakten

Die Blumengroßmarkt Stuttgart eG ist als Erzeugergenossenschaft seit 1969 Betreiber des Blumengroßmarkts Stuttgart im Stadtteil Wangen. Unter ihrem Service bieten fast 50 Mitglieder aus Stuttgart und der Region ihre Produkte in den Hallen des Großmarkts an. Diese Unternehmen beschäftigen insgesamt rund 300 Mitarbeiter. In den drei Hallen stehen rund 4000 Quadratmeter Verkaufsfläche zur Verfügung. Angeboten werden überwiegend regionale Produkte. Sie werden durch internationale Importe ergänzt.

Zum Warenangebot zählen:

  • Schnittblumen aus Gewächshäusern und von Freilandfeldern
  • Baumschulprodukte
  • Beet- und Balkonpflanzen
  • Topfpflanzen.

Zu den weit über 1000 Kunden des Blumengroßmarkts zählt praktisch jedes Blumengeschäft im Raum Stuttgart. Außer den Einzelhändlern kaufen u.a. Wochenmarktbeschicker, Gärtnereien, Floristen, Messebauer, Dekorateure, Hotels und Gastrobetriebe regelmäßig in den Großmarkthallen ein.

Das zentrale Einzugsgebiet deckt einen Radius von 50 km. Das Gesamteinzugsgebiet reicht von Karlsruhe über den Schwarzwald bis zum Bodensee, von Schwäbisch Hall über den Raum Ulm bis ins Allgäu.

Der Jahresumsatz der Anbieter liegt bei über 25 Mio. €. Seit ihrer Gründung hat die Genossenschaft Investitionen von rund 4,5 Mio. € getätigt. Davon einen Großteil in Immobilien auf dem Großmarkt Gelände.

UMFRAGE
    Finden Mitglieder die Stadt Aktionen gegenüber der Genossenschaft okay?

Medienkontakt:

Gert Hieber, Vorstand Blumengroßmarkt Stuttgart eG
Tel: 0711 - 484001
E-Mail: [email protected]

(Redaktion)


 


 

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