Sie sind hier: Startseite Stuttgart Marketing Unternehmen
Weitere Artikel
Unternehmen/HRE

Bund erwirbt für 60 Millionen Euro 8,7 Prozent an Hypo Real Estate - weitere Verluste erwartet

Die Bundesrepublik Deutschland wird über eine Kapitalerhöhung 8,7 Prozent am Münchner Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate Holding (HRE) erwerben. Der Bankenrettungsfonds SoFFin habe zugestimmt, 20 Millionen Aktien für den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestbetrag in Höhe von drei Euro je Aktie und damit für insgesamt 60 Millionen Euro zu erwerben, teilte die Hypotheken- und Pfandbriefbank am Samstagabend in München mit.

Die am Samstag erfolgte Kapitalmassnahme soll nach Angabe der Bank nur ein erster Schritt für eine Komplettübernahme des durch die Finanzmarktkrise in Schwierigkeiten geratenen Münchener Unternehmens sein: «Voraussetzung für die beabsichtigte Rekapitalisierung der Hypo Real Estate Group durch den SoFFin ist der Erwerb der vollständigen Kontrolle durch den SoFFin oder den Bund über die Hypo Real Estate Holding AG», heißt es in der Ad-hoc-Mitteilung.« Hierzu sei beabsichtigt, die Handlungsspielräume zu nutzen, die das derzeit noch im Gesetzgebungsverfahren befindliche Finanzmarkt-stabilisierungsergänzungsgesetz eröffne.

Der Kapitaleinstieg des Bundes erfolgte am Samstag nach einer Aufsichtsratssitzung der HRE. »Die Vorstände der Hypo Real Estate Holding AG und der Hypo Real Estate Bank AG haben sich mit Zustimmung der Aufsichtsräte gegenüber dem SoFFin verpflichtet, die zur Umsetzung der Rekapitalisierung jeweils erforderlichen Schritte zu ergreifen", teilte die HRE mit.

Der Münchener Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate Holding AG (HRE) hat im vergangenen Jahr nach bislang noch untestierten Zahlen vor allem aufgrund von hohen Abschreibungen auf Geschäfts- und Firmenwerte einen milliardenschweren Verlust eingefahren. Wie die HRE am Samstag im Anschluss an eine Aufsichtsratssitzung mitteilte, sei zudem noch mindestens auf zwei Jahre hinaus mit weiteren Verlusten zu rechnen, auch wenn der im MDAX gelistete Konzern selbst die mittelfristige strategische Perspektive
als positiv eingeschätzt.

Belastet von Sonder- und Einmaleffekten beträgt der untestierte Konzernverlust für 2008 vor Steuern 5,38 Milliarden Euro, wie die Wirtschaftsnachrichtenagentur Dow Jones Newswires weiter berichtet. Im Vorjahreszeitraum hatte die Hypotheken- und Pfandbriefbank vor Steuern noch 862 Millionen Euro verdient. Der Nettoverlust beläuft sich den Angaben zufolge auf 5,46 Milliarden Euro, wobei die HRE hier keine Angaben zum Vergleichswert im Vorjahr machte.

Den Zahlen zufolge hat die Hypo Real die aufsichtsrechtlichen Mindestquoten zum Jahresende nicht mehr erfüllt. Nach festgestelltenJahresabschlüssen und nach erfolgter Gewinnverwendung betrug die Kernkapitalquote 3,4 (31. Dezember 2007: 8,7) Prozent. Damit lag die Kernkapitalquote Ende 2008 unter dem von der Bankenaufsicht geforderten Minimum von vier Prozent, was die Kapitalspritze durch den Bankenrettungsfonds SoFFin notwendig gemacht hatte. Angesichts der zuvor veröffentlichten Absichtserklärung des Rettungsfonds SoFFin geht der Konzern aber davon aus, dass die regulatorischen Mindestquoten nach der geplanten Kapitalerhöhung wieder eingehalten werden.

(Redaktion)


 


 

Bundesrepublik Deutschland
Kapitalerhöhung
ProzentImmobilienfinanzierer
Hypo Real Estate Holding
HRE

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Bundesrepublik Deutschland" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: