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Verkehr/Stuttgart21

"Stuttgart 21" ist frei - Investitionen von fünf Milliarden Euro geplant

Rund 15 Jahre nach Beginn der ersten Planungen ist der Weg für das milliardenschwere Bahnprojekt «Stuttgart 21» und die neue ICE-Strecke nach Ulm frei. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) und Bahn-Infrastrukturvorstand Stefan Garber unterzeichneten am Donnerstag (02. April 2009) in Stuttgart die Finanzierungsvereinbarung für die beiden Vorhaben. Bis 2019 sollen die Baumaßnahmen abgeschlossen sein. Begleitet wurde der insgesamt fünf Milliarden Euro teure Vertragsabschluss von Protesten der «Stuttgart 21»-Gegner.

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«Stuttgart erfindet sich neu», sagte Tiefensee nach der Unterzeichnung. Er sprach von einem «Jahrhundertprojekt», das inmitten der Wirtschaftskrise einen «immensen Schub für die Konjunktur , für eine exzellente Infrastruktur und für eine visionäre Stadtentwicklung» bedeute. Oettinger sprach «vom größten Projekt, das in Baden-Württemberg jemals geplant und entwickelt wurde», Garber von einem der größten Projekte der Deutschen Bahn.

«Stuttgart 21» umfasst die Tieferlegung des bisherigen Kopfbahnhofs und den Umbau in einen Durchgangsbahnhof sowie die Umgestaltung des gesamten Bahnknotenpunkts Stuttgart und die Anbindung an den Flughafen. Das umstrittene Projekt soll nach bisherigen Berechnungen rund drei Milliarden Euro kosten - finanziert von Bahn, Bund, Land, Stadt, Region und dem Stuttgarter Flughafen. Der Bundesrechnungshof schließt allerdings eine Kostenexplosion auf mehr als fünf Milliarden Euro nicht aus. In der Vereinbarung wurde für mögliche Mehrkosten eine Risikovorsorge getroffen. Ein Lenkungsausschuss soll die Kosteneinhaltung überwachen.

Hinzu kommt die neue ICE-Strecke von Wendlingen nach Ulm, die Teil der Hochgeschwindigkeits-Verbindung zwischen Paris und Bratislava wird. Die Kosten hierfür werden sich nach den bisherigen Plänen auf rund zwei Milliarden Euro belaufen und gemeinsam von Bund und Land getragen. Bahn-Vorstandsmitglied Garber schloss Risiken aufgrund zahlreicher Tunnelbauten am Albaufstieg nicht aus. Dennoch zeigte er sich überzeugt davon, «dass wir es im Budget schaffen können».

Während Politiker in CDU, SPD und FDP den Vertragsabschluss begrüßten, riss die Kritik der Gegner auch nach der endgültigen Entscheidung nicht ab. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) erklärte, das «dicke Ende» werde noch kommen. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) sprach von einem «schwarzen Tag für Steuerzahler und Bahnfahrer». Die Grünen beteiligten sich an einer unangemeldeten Demonstration vor dem Staatsministerium in Stuttgart. Laut Polizei nahmen daran rund 80 Menschen teil. Auf ihren Transparenten standen Sprüche wie «Endstation - Alles aussteigen» oder «Lügen-Gebäude mit Gleisanschluss».

Am Baubeginn werden die Gegner nichts mehr ändern können, auch wenn Umfragen zufolge mehr als 60 Prozent der Stuttgarter Bevölkerung gegen «Stuttgart 21» sind. Nach Angaben Oettingers werden die vorbereitenden Maßnahmen sofort anlaufen. Erste Bauarbeiten sollen dann im Herbst 2009 beginnen, im großen Umfang dann 2010. Viele seien auch dem Bau der S-Bahn kritisch gegenüber gestanden, merkte Oettinger an. Heute sei Stuttgart ohne S-Bahn-Netz «unvorstellbar».

Umbau des Bahnknotenpunkts Stuttgart mit Bau eines neuen
Hauptbahnhofs und Anbindung an den Flughafen:

-- Gesamtstreckenlänge der Baumaßnahmen: 57 Kilometer

-- davon Tunnelstrecken: 33 Kilometer

-- davon Schnellfahrstrecken: 30 Kilometer (250 km/h)

-- Anzahl Tunnel: 16

-- Anzahl Brücken: 18

-- Kosten insgesamt: 3,076 Milliarden Euro

-- Kostenaufteilung: Bahn 1,301 Milliarden Euro, Bund inklusive
EU-Mitteln 1,166 Milliarden Euro, Land 370,2 Millionen Euro,
Flughafen 107,8 Millionen Euro, Region 100 Millionen Euro, Stadt 31,6
Millionen Euro

Ein wichtiges Element ist dabei auch der Neubau der ICE-Strecke von Wendlingen nach Ulm -  hierzu acht Daten:

-- Gesamtstreckenlänge: 59,6 Kilometer

-- davon Tunnelstrecken: 30,4 Kilometer

-- größere Tunnelbauten (länger als 500 Meter): 5

-- Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h

-- Eisenbahnüberführungen: 17

-- Straßenbrücken: 20

-- Kosten insgesamt: 2,0 Milliarden Euro

-- Kostenaufteilung: Bund inklusive EU-Mitteln: 1,05 Milliarden Euro,
Land 950 Millionen Euro

(Redaktion)


 


 

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