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Interview

Die Kraft der Magneten: Burkhardt Leitner baut Räume und Regale

Seit 1993 produziert und vertreibt Burkhardt Leitner modulare Architektursysteme, die speziell für temporäre Bauten in den Bereichen Messe und Büro geeignet sind. Heute wird das Unternehmen Burkhardt Leitner constructiv GmbH & Co. KG von Unternehmensgründer Burkhardt Leitner und von Andreas Dober gemeinsam geleitet. Eine echtes Alleinstellungsmerkmal im Messe-und Ausstellungsbereich stellt das System der magnetischen Verbindung dar.

Bei diesem System kommt zwischen den beiden Modulen Verbindungsknoten und Verbindungsstab eine ausreichend starke magnetische Verbindung zustande. Damit entfällt die Notwenigkeit, Werkzeuge einzusetzen. Dieses System reduziert Auf- und Abbauzeiten, weil die Montage unkompliziert ist und das Personal keine besonderen Vorkenntnisse benötigt. Aber das schwäbische Unternehmen aus Stuttgart hat noch andere Überraschungen auf Lager. Hasso Kraus von Business-on.de sprach mit Geschäftsführer Andreas Dober.

Business-on.de: Herr Dober, verraten Sie uns bitte, was „macht“ Ihr Unternehmen – und wer ist Ihre Zielgruppe?

Andreas Dober:  Wir entwickeln und vertreiben modulare Architektursysteme, das sind Baukastensysteme, aus denen wir komplette Büroeinrichtungen, Messestände und Ausstellungssysteme – aber auch Regalsysteme erstellen. Diese Baukastensysteme bestehen in der Regel aus Verbindungsknoten und Verbindungsstäben. Daraus errichten wir Rahmenkonstruktionen, die dann mit unterschiedlichsten Materialien „bespielt“ werden können. Das geht wie gesagt vom einfachen Regal bis hin zu einem kompletten Office-Raum oder Messestand.

Wir haben verschiedene Geschäftsbereiche: 

Zum Beispiel den Bereich „Messe und Ausstellung“, für den wir Messe- und Ausstellungssysteme entwickeln. Zielgruppen sind hier die Messebauer, die entsprechenden Messeabteilungen großer Firmen oder auch Designer und Architekten, die im Bereich Messe mit größeren Unternehmen zusammenarbeiten.

Im Trend: Raum-in-Raum-Lösungen

Oder den Bereich „Office“: Hierbei geht es primär um „autonome Räume“, die zum Beispiel als Raum-in-Raum-Lösung in Grossraumbüros aufgebaut werden, ohne die bestehende Architektur anzugreifen. Diese Räume sind in der Regel verglast und gut schallisoliert. Man ist dadurch visuell voll integriert, akustisch aber absorbiert. Zielgruppen sind hier die Architekten und Innenarchitekten, aber auch  Designer, die im Auftrag entsprechender Unternehmen spezielle Raum-in-Raum-Lösungen entwickeln.

Zum Beispiel arbeiten wir unter anderem mit einem Architekten zusammen, der sich darauf spezialisiert hat, unsere gläsernen Raum-in-Raum-Lösungen in Bankinstituten zu integrieren. Banken verfügen meist über größere Foyers, die zwar repräsentativ sind, aber kaum genutzt werden: so sind zusätzliche Raumkapazitäten relativ günstig zu generieren, ohne die bestehende Architektur anzugreifen.

Business-on.de: … aber diese Räume müssen nicht gläsern sein?

Andreas Dober:  Keineswegs! Es können auch Holz, Kunststoff und andere Materialien eingesetzt werden bis hin zu leichten Stoffmembranen – je nach Zweck und Zielsetzung.

Business-on.de: Was unterscheidet Sie von anderen Firmen, die in diesem Bereich tätig sind – was ist Ihr „USP“?

Andreas Dober:  Die magnetische Verbindung ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal im Messe-und Ausstellungsbereich. Das heißt, dass zwischen Verbindungsknoten und Verbindungsstab eine magnetische Verbindung zustande kommt, also eine werkzeuglose Montage. Dadurch  werden Auf- und Abbauzeiten reduziert, weil die Montage äußerst unkompliziert ist, und das Personal eigentlich keine besonderen Vorkenntnisse benötigt.

Im Officebereich sehe ich ein USP darin, dass wir Räume schaffen, die losgelöst von der vorhandenen Bausubstanz entstehen und diese somit auch nicht angreifen. Wir schaffen mit unseren Baukastensystemen autarke Büroeinheiten mit integrierter Elektrifizierung, Belüftung und Akustik. 

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal sehe ich in der Mobilität und Flexibilität dieser Räume, die wir auch auf Rollen stehend und mit integriertem Boden anbieten. Derartige Räume können im Großraumbüro verfahren werden und bieten die Möglichkeit, kurzfristig auf strukturelle Veränderungen innerhalb eines Unternehmens zu reagieren.

Business-on.de: Man kann sich ohne weiteres vorstellen, dass eine solche Idee recht schnell kopiert wird – haben Sie schon mit Konkurrenz aus Fernost zu kämpfen?

Andreas Dober:  Nachahmer gibt es in Fernost zu Hauf, aber die gibt es auch in Deutschland. Wir sehen das aber eher so: A copy is a compliment… 

Im Ernst: Alle wesentlichen Innovationen haben wir patentieren lassen, sind also bis auf weiteres gegen Kopien geschützt. Dazu kommt, dass wir unsere Produkte vor Ort in China durch chinesische Lizenzpartner produzieren lassen und auch über einen dortigen Partner vertreiben. Somit haben wir nach chinesischem Recht die Möglichkeit, erfolgreich gegen Kopisten vorzugehen – was ein ausländisches Unternehmen nur sehr bedingt hat. Es gibt kaum einen besseren Schutz vor Nachahmern als vor Ort mit dem Original stark vertreten zu sein.

Business-on.de: Ihre Produkte muten sehr schön an und eignen sich sicherlich auch für den Endverbraucher – planen Sie einen Vertrieb Ihrer Produkte auch im b2c -Bereich?

Andreas Dober:  Ja! Seit kurzem haben wir eine eigene Internetplattform, mit der wir uns direkt an den Endverbraucher wenden, und zwar mit einer speziellen Regal-Unit. Dieses kleine Regalsystem beinhaltet sechs Fachungen, wird in einem kleinen Karton verschickt und kann anhand einer Anleitung kinderleicht aufgebaut werden. Auch diese Basis-Unit kann in verschiedenen Konstellationen aufgebaut werden, man ist da sehr variabel und kommt zu einem sehr individuellen Möbelstück! Das ist unser Start in Richtung „Home-Bereich“. Dazu kommt die Herstellung von Ergänzungs-Units, die problemlos an die genannten Basis-Units angedockt werden können.

Business-on.de: Was ist Ihr unternehmerisches Ziel für die kommenden Jahre?

Andreas Dober:  Beim Vertrieb wollen wir unser international aufgestelltes Partnernetzwerk ausbauen, vor allem in Südamerika, wo wir zusammen mit unserem Vertriebspartner in Sao Paolo jetzt richtig „Gas geben“ wollen. Aber auch in Asien wollen wir uns noch besser vernetzen und weitere Partner gewinnen. In der Entwicklung planen wir, das vorhandene Produktprogramm durch weitere Produktfamilien sinnvoll zu ergänzen. 

Business-on.de: Was war der Grund für Sie, an der Veranstaltung der Wirtschaftsförderungen der Stadt und der Region Stuttgart „Mehrwert – Marktplatz für Mittelstand und Kreative“ am 13.07.2011 in Stuttgart teilzunehmen?

Andreas Dober:  Ein Punkt ist, dass diese Veranstaltung zeigen sollte, was die Region Stuttgart zu bieten hat – und dazu wollten wir einen Beitrag leisten! 

Wir sind froh, dass wir auf der „Mehrwert“ sein konnten! Im Rahmen eines kompakten, ja schon fast familiären Publikums gab es einige Interessenten für unsere Systeme. Außerdem gab uns der Austausch mit anderen Kreativunternehmen einige Anregungen und war deshalb sehr interessant für uns. Unsere Erwartungen wurden voll erfüllt, wir würden sofort wieder hingehen.

Business-on.de: Wenn Sie einen Wunsch an die Politik oder die Verwaltung frei hätten: Was würden Sie sich wünschen?

Andreas Dober:  Wir würden es sehr begrüßen, wenn es mehr Veranstaltungen dieser Art gäbe. Veranstaltungen wie diese fördern eine stärkere Vernetzung der Unternehmen, was sehr wichtig ist. Schließlich sollten Unternehmen im Bereich innovativer Produktentwicklung vom Staat stärker gefördert werden, denn Produktentwicklungen sind in der Regel sehr kostenintensiv. Das betrifft in erster Linie junge, aufstrebende Firmen, aber durchaus auch schon am Markt befindliche Unternehmen. Gerade der Newcomer-Bereich bietet ein hohes Potenzial an guten Ideen, deren Umsetzung nicht daran scheitern sollte, dass zu wenig Geld da ist. Da würde eine zielgerichtete Förderung wirklich Sinn machen!

Business-on.de: Eine Frage zum Schluss: Was möchten Sie als erfolgreicher Unternehmer unseren Lesern als Botschaft mitgeben? 

Andreas Dober: In einem Unternehmen – gleich in welchem – ist der Mensch von zentraler Bedeutung. Da kommt der Personalführung eine ganz herausragende Bedeutung zu: Flache Hierarchien stärken die Verantwortung des Einzelnen. Die Mitarbeiter sollten soweit es geht individuell motiviert werden, weil dies die Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit steigert. Beides zusammen schafft Teams, die wirklich etwas erreichen wollen – und können. Dies wiederum intensiviert die Bindung des Mitarbeiters an sein Unternehmen ganz deutlich.

Business-on.de: Herr Dober, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

(Redaktion)


 


 

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