Weitere Artikel
Business-Etikette

Die Expertin für den perfekten Auftritt

Der erste Eindruck ist prägend, deshalb sind Stilsicherheit und gute Manieren besonders wichtig - auf dem gesellschaftlichen Parkett sowie im Business. Korrektes Auftreten kann entscheidend sein für Ansehen und Aufstieg. "Richtiges Benehmen in jeder Situation gibt Selbstsicherheit", sagt Maria Prinzessin von Sachsen-Altenburg. Bei Vorträgen und in Seminaren sorgt die Fachfrau für Business-Etikette vom Schulabgänger bis hin zum Top-Manager für den nötigen Feinschliff.

Ihr Gegenüber löffelt den Schaum vom Cappuccino – Maria Prinzessin von Sachsen-Altenburg, sieht höflich und diskret darüber hinweg. Das gehört für sie zum guten Stil, denn richtiges Benehmen und Etikette sind ihr tägliches Geschäft. „Wer privat und beruflich Erfolg haben will, kommt um sicheres Auftreten nicht herum“, erklärt die in Stuttgart lebende Prinzessin. Als Vortragsrednerin und in Benimm-Seminaren klärt sie beispielsweise über situationsgerechtes Auftreten, über angemessene Kleidung, über Tischkultur und Fehltritte auf dem gesellschaftlichen wie beruflichen Parkett oder über Tabuthemen beim Smalltalk auf. Vor wenigen Monaten erschien ihr Nachschlagewerk „Der feine Unterschied – Erfolg durch sicheres Auftreten in jeder Lebenslage“ (Herder, € 12,99), das auch darüber informiert, ob man in sozialen Netzwerken einander einfach duzen darf oder ob man in einer Email Abkürzungen benutzen sollte.


„Bereits seit den 90er Jahren beschäftige ich mich mit Fragen der Etikette“, erklärt die gebürtige Ukrainerin, die 1978 nach Deutschland kam und vor elf Jahren den inzwischen verstorbenen Franz Prinz von Sachsen-Altenburg heiratete. Nach einer Ausbildung zur Krankenschwester und einigen Dienstjahren als OP-Schwester absolvierte die Prinzessin ein BWL-Studium und arbeitete anschließend als Personalberaterin. In dieser Funktion fiel ihr auf, wie vielen ihrer Bewerber letztlich der Feinschliff fehlte. „Etikette kann nicht egal sein, denn es zeigt, wie fein und vornehm ein Mensch ist“, sagt sie. Sie nennt das simple Beispiel eines Restaurantbesuches, bei dem man zufällig Bekannte trifft.“Sie grüßen mit Kopfnicken oder verbal. Auf keinen Fall stellen Sie sich für eine ausgiebige Begrüßung an den Tisch. Wir wollen schließlich nicht dazu beitragen, dass die Gerichte unserer Freunde durch eine Unterbrechung kalt werden. Auch aus hygienischen Gründen wäre das Händereichen bedenklich", sagt Maria Prinzessin von Sachsen-Altenburg. Aber es geht ihr auch darum, dass man seine guten Manieren nicht nur dann zur Schau stellt, wenn die anderen zuschauen. „Daheim allein am Küchentisch bewahre ich ebenso Haltung und führe den Löffel zum Mund und nicht umgekehrt. Wenn man Etikette wirklich verkörpert, dann lebt man sie überall, selbst am Lagerfeuer“, betont sie lächelnd in ihrer leisen, ruhigen Art. „Richtiges Benehmen in jeder Situation gibt Selbstsicherheit“. Sie selbst ist dafür der beste Beweis.


Seit sieben Jahren gibt Prinzessin Maria ihr Wissen hauptberuflich weiter. Ihre Kunden kommen aus dem gesamten Bundesgebiet sowie aus allen Bereichen. „ Dazu zählen Hochschulabsolventen und Abschlussklassen von der Hauptschule übers Gymnasium bis hin zur Berufsschule. Gerade die jungen Leute wollen alles über die richtigen Umgangsformen wissen“, freut sie sich. Aber auch Sekretärinnen, Vertriebler, Manager, angehende Moderatoren, oder Vertreter der diplomatischen sowie politischen Ebene suchen ihr Knowhow für den perfekten Auftritt. Es geht um Fragen wie die korrekte Anrede bei Amtsträgern oder Adeligen sowohl in mündlicher als auch in schriftlicher Form, wer wen wie vorstellt, wer wem die Hand reicht. Ein Fehler ist schnell passiert und kann zu Unannehmlichkeiten führen. „Auf dem gesellschaftlichen Parkett beispielsweise sind die Damen ranghöher als die Herren, ältere Personen ranghöher als jüngere, Politiker genießen einen höheren Rang als die Repräsentanten der Wirtschaft. Im Business dagegen zählt alleine die Hierarchie , unabhängig von Geschlecht und Alter“, erläutert die Expertin für Etikette die Unterschiede. „Chef ist Chef, auch wenn er 20 Jahre jünger ist. Zwar grüße ich ihn verbal, doch er entscheidet, ob er mir die Hand reicht. Auf dieser Regel baut sich alles andere auf“.


Ein weiteres Thema ihrer Benimm-Palette ist die Frage der richtigen Kleidung. Diese sollte stets sauber und gepflegt sein, Röcke nicht zu kurz, Anzüge in gedeckten Farben, die Schuhe sollten geputzt und die Absätze nicht abgelaufen sein. „Deutsche vernachlässigen diese Frage manchmal, aber wir befinden uns in einer globalen wirtschaftlichen Entwicklung und viele europäische Länder legen sehr viel mehr Wert auf die Business-Garderobe“, appelliert die Prinzessin an all diejenigen, die seriöse Themen vertreten und ernst genommen werden wollen. „Die persönliche Kompetenz wird mit den Produkten eng verknüpft. Deshalb muss ich mich im Aussehen wie im Benehmen stets in exzellenter Qualitiät präsentieren“, stellt sie klar. Business-Frauen in konservativen Branchen wie dem Bankgewerbe empfiehlt sie eher ein Kostüm oder klassisches Kleid als einen Hosenanzug. Männer sollten für ihre Anzüge die Farbe Grau in allen Schattierungen oder Blau wählen. „Blau“, so die Fachfrau für Stilfragen, „steht für Seriosität, Loyalität, Harmonie. Das ist wichtig für Gehalts- oder Kreditverhandlungen wo es um die Frage der Glaubwürdigkeit geht“. Dazu eignet sich ein einfarbiges Hemd in weiß oder hellblau sowie eine dezente Seidenkrawatte. „Je weiter man auf der Karriereleiter hochsteigt, desto enger wird die Auswahl der Kleidung. Sie ist ein Statussymbol, für das es Fingerspitzengefühl benötigt“. Als Beispiel nennt die Prinzessin den Firmenvorstand, der eine Insolvenz mit Entlassungen nicht unbedingt im teuersten Zwirn verkünden sollte.


Die Prinzessin verkörpert was sie lehrt. Dezent geschminkt und in schlichter Eleganz gekleidet, präsentiert sie sich höflich, zurückhaltend und dennoch selbstbewusst. Ihr Titel gefällt ihr, aber sie betont ihn nicht. Ganz natürlich und ohne Allüren vermittelt sie Etikette, die sie als „Adel der Seele“ beschreibt. Nebenher engagiert sich die attraktive Adelige, Mutter zweier erwachsener Töchter, für kranke oder sozial benachteiligte Kinder in Baden-Württemberg, denen sie ihre absoluten Herzenswünsche erfüllt. Vor neun Jahren gründete sie ihren Verein Maria Prinzessin von Sachsen-Altenburg e.V., der allein von Spenden und dem persönlichen Engagement seiner vierzehn Mitglieder lebt. Die Prinzessin selbst scheut keine Arbeit und Mühen, um die Kinderwünsche in die Tat umzusetzen. Kein Weg ist ihr zu weit, kein Bitten und Werben zu viel. Weil Adel verpflichtet? „Mit meinen ehrenamtlichen Tätigkeiten tue ich viel für die Gesellschaft. Das ist tatsächlich meine Art, die Pflicht zu erfüllen, aber es berührt mich auch zutiefst, wenn ich diese glücklich leuchtenden Kinderaugen sehe“, sagt sie nachdenklich und fügt sofort hinzu: „Seinem Namen keine Schande zu machen gilt übrigens nicht nur für den Adel, es gilt für jedermann“.

(Patricia Leßnerkraus/Freie Journalistin)


 


 

Etikette
Business
Adel
Benehmen
Charity
Coaching
Seminare
Kleidung
Businessfrauen

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Etikette" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: