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Coaching

Weshalb viele Manager sich nicht coachen lassen

Langsam kriege ich die Wut. „Frau Mannhardt, ich brauche Ihre Hilfe. Mein Mann ist am zusammen brechen. Heute sagte er mir, er wolle nur noch sterben, alles sei ihm zu viel, der Job, die ewigen Streitereien, das ewige Müssen müssen. Ich mache mir Sorgen. Er will sich nicht helfen lassen. Kann ich zu Ihnen kommen?“

Erfolgreich, glücklich, gesund?  Hinter den Dauerlächel-Vorhang von Managern geschaut. Was läuft hier schief?

Wie viele Manager wollen noch warten, bis ihre Ehen kaputt sind, oder gar sie selbst? Was hält Manager davon ab, sich auch dann noch keine Unterstützung zu holen, wenn es längst brennt? Worauf wartet das „starke Geschlecht“?  

Es sind viele Frauen, die mir ihr Herz ausschütten, in den Gesundheitsberatungen, Familienberatungen,  in den Führungskräfte Coachings oder Frauen-(R)AUSzeiten. Viele Einzelgeschichten, die zeigen, was sich hinter „heilen Fassaden“ im erfolgsverwöhnten Deutschland abspielt. Es sind leise und doch gleichzeitig laute Hilferufe von Frauen in waschechten Beziehungs- und Ehekrisen, die Unterstützung suchen, weil „ES“ so nicht weitergehen kann.

Sie haben trotz der Verschiedenheiten Ihrer Geschichten Eines gemeinsam: Ihre Ehemänner sind Manager, ihre Ehen stecken in der Krise  und die Karrieren Ihrer Männer stehen nicht selten auf wackligen Beinen. Nur, was nützt es, wenn Frauen sich Hilfe und Unterstützung suchen und Männer weiterhin so tun als hätten Sie alles im Griff? Burnout, „Unverträglichkeiten“, Reizdarmsyndrom, Bluthochdruck, Alkoholabusus, Beziehungskrisen, Krisen am Arbeitsplatz „gehören“ nicht einem Menschen alleine, sondern sind ernst zu nehmende Phänomene, die viele Leidtragende haben . Wir wissen, dass eine Beschränkung der Betrachtung von Burnout auf die Arbeitswelt viel zu kurz greift und wir kennen in etwa die Unsummen, die durch obige Phänomene verschlungen werden.

Was sich hinter den Kulissen abspielt – Wenn Frauen auspacken
„Ich halte das nicht mehr aus. Mein Mann hat sich komplett von mir zurückgezogen. Es gibt nur noch Schweigen und Gefühllosigkeit. Je mehr er schweigt, je mehr renne ich ihm nach, je mehr rede ich auf ihn ein, mache ihm Vorwürfe – es ist ausweglos.“ „Mein Mann flüchtet sich mehr und mehr in den Alkohol und ich fühle mich vollkommen macht- und hilflos, dabei sehne ich mich so sehr nach ihm und denjenigen, der er ist. Aber locker,  freudig und lebensfroh ist er nur, wenn er betrunken ist. Wir drehen uns im Kreis.“ „Er lebt nur noch für seinen Beruf und hat jetzt auch noch eine Freundin. Er lenkt sich ab und bemerkt nicht, was da geschieht. Ich lenke mich auch ab, stecke auch den Kopf in den Sand, schaue nicht hin und renne von Arzt zu Arzt mit all meinen „Unverträglichkeiten““ „Er behandelt mich mehr und mehr wie eine seiner Angestellten, kommandiert mich herum und ich ertappe mich, wie ich ebenfalls an ihm herumzerre und herumkritisiere“ „Beim Sex spüre ich ihn nicht mehr und habe das Gefühl, er spürt weder mich, noch sich selbst. Mir ist die Lust vollkommen vergangen und immer häufiger kann er nicht.“ „Ich gebe und gebe und gebe. Mein Mann ist so bedürftig und hungrig nach Anerkennung, nach Liebe , doch ich kann nicht mehr. Ich bin so erschöpft und leer. Selbstliebe? Was ist das. Ich habe 15 Jahre für die Familie gelebt.“ „Er versucht nicht einmal zu vertuschen, dass er mit seiner Geliebten bei uns zu Hause übernachtet hat und heute Morgen sagte er mir, er wolle „sachlich“ mit mir reden. Ich möchte nur noch eins. Hier weg und mein Leben und meine Freiheit zurück.“ „Er holt nicht einmal mehr die Gartenstühle auf den Balkon, weil sie dann staubig werden. Ich kann mich nicht erinnern, wann er das letzte Mal draußen an der frischen Luft, im Hellen, an der Sonne war. Er sagt er hätte so viel Arbeit mit mir, nach unseren Wochenenden. Ein Handtuch waschen und meine Haare aus dem Waschbecken entfernen. Ist das für uns Frauen nicht einfach lachhaft? Er bemerkt hingegen nicht, wie er mich verletzt und dass er wahrscheinlich ein waschechtes Burnout hat. So verzweifelt, wie er beim Sex in mich hineinstößt, spürt er nicht einmal sich selbst.“

Wieso kommen diese Frauen und nicht all ihre Ehemänner und Lebenspartner in die Beratung? Was hält sie davon ab?

Was sich hinter den Kulissen abspielt – Wenn Männer auspacken    
Der 48-jährige Mann (Führungskraft einer Bank)  sitzt mit mir bei Tisch. Wir reden über dies und das und jenes, über Gott und das Weltgeschehen,  trinken einen Kaffee, wie wir das seit über 9 Jahren zumindest einmal jährlich tun, weil wir Freunde sind.  Ganz nebenbei  erwähnt er mir, dass  die vergangenen drei Monate nicht ausreichten, einen neuen Job zu finden, den er verlor, weil seinem Arbeitgeber sein „Outcome“ nicht genügte. Jetzt stünde auch noch seine Ehe vor dem Aus  und das Geld werde knapp. Ganz zu schweigen von seiner ältesten Tochter, die mehr und mehr Probleme macht. 

Natürlich schätzt er meine Meinung, natürlich weiß er, dass ich Führungskräfte- Coaching anbiete, natürlich weiß er, dass ich ihn als meinen Freund nicht beraten kann, aber ihm durchaus gute Kollegen empfehlen könnte. Doch was sagt er: „Ich brauche keine Unterstützung. Ich habe bisher alles selbst geschafft. Das schaffe ich schon.“  Ich stelle ihm die Frage, was er denn glaube, für wen denn meine Dienste da wären, wenn nicht für Menschen wie ihn, die nachweislich mehr als nur eine winzige Lebensherausforderung zu meistern haben, oder sogar in einer Krise stecken? Und für wen Partnerschafts-, Familien- und Erziehungsberater wohl da wären?  Er sagt:  „Alles was ich brauche ist ein Job, dann sei das Problem gelöst. Zu Dir kommen doch nur Menschen, die es nicht alleine hinkriegen. Für mich ist diese  „Gefühlsduselei“ und „Psychologisierung“ nichts. Ich habe es doch nicht an der Klatsche, sondern keinen Job und zwei Familien für die ich sorgen muss. Um mich geht es doch hier gar nicht.“ Er lächelt mich verzweifelt über den Tisch hinweg an und wendet sich schweigend seinem Kaffee zu, bevor er wieder ein unverfängliches Thema wählt.

Gibt es ein Leben ohne Krisen, ohne dazu lernen zu müssen?
Was hält moderne Menschen davon ab, Unterstützung anzunehmen?  Gehören Lebenskrisen und Herausforderungen, eine Art „Lebensinitiation“ zum Erwachsen werden neuerdings nicht mehr dazu?  Werden midlife-crises neuerdings einfach wegrationalisiert? Ist der moderne Mensch so erhaben, dass er nicht mehr lernen muss fürs Leben, so omnipotent, dass er auf keinerlei Fremdhilfe mehr angewiesen ist? Benötigt der „erfolgreiche“ Mensch von heute keine Lehrmeister mehr, um voran zu kommen auf seinem Lebensweg , keine Außensicht mehr, um unzugängliche blinde Flecken zu beleuchten und Bretter vor dem eigenen Kopf zu erkennen? Gilt lebenslanges Lernen immer nur für die anderen?  Reicht neuerdings das Mantra „Ich bin wunderbar, ich bin gut, so wie ich bin“, und der Blick in den eigenen Spiegel, um sich jedweder Unterstützung zu verwehren?  Ist Coaching  nur etwas für Weicheier und Muttersöhnchen, nichts für „gestandenen Mannsbilder“ sondern höchstens für deren Frauen und ist Burnout sowieso nur eine Erfindung der Gewerkschaften? 

Waren alte Feldherren und weise Männer Narren, wenn sie sich Berater (Orakel, Vogelschauer , Häteren und Co.) zur Seite holten?
Sind sie zufrieden? Mit Ihrer Ehe, mit Ihrer Gesundheit, mit Ihrer Arbeit, Ihren Mitarbeitern,  Ihrem Freundeskreis, Ihrem sozialen Umfeld, Ihrem Sexualleben?  Sind es Ihre Führungskräfte? Wenn ja, dann herzlichen Glückwunsch!  Wenn nein. Was muss noch geschehen, bis Sie sich Unterstützung holen, sich selbst bewegen, beginnen bei sich selbst die Welt zu verändern? Wie viele Ehen müssen noch kaputt gehen, wie viele Fehltage und Frühverrentungen aufgrund von „Zivilisationserkrankungen“ muss es noch geben, wie viele gute und willige Mitarbeiter müssen noch kündigen,  bevor der Mensch wieder ins Zentrum rückt? 

Kein Mensch schämt sich heutzutage, lauthals nach dem „Weltfrieden“ zu rufen und mit dem Finger auf den anderen zu zeigen, der Fehler macht. Frieden? Hinter vielen Schlafzimmertüren und in vielen Etagen der Unternehmen herrscht Krieg. Doch wie entsteht Friede, wenn Krisen im häuslichen Umfeld nicht mehr ernst genommen werden, nicht als Chance begriffen werden,  das gesamte Leben friedlicher und mitmenschlicher zu gestalten. Wie entsteht Friede, wenn Krisen mit Erfolglosigkeit und Scheitern gleichgesetzt werden und lieber alles vertuscht, als aktiv bewältigt wird? 

Schwarzmalerei? Alles übertrieben? Deutschland ging es nie besser als heute und Ihnen auch nicht? Jammern auf hohem Niveau und heulen ist nichts für richtige Männer?  Ein Indianer kennt keinen Schmerz, ein Häuptling schon gar nicht?

Eines sicher ist: Jedes Leben endet mit dem Tod, egal ob man auf Holzwegen, Irrwegen, Überholspuren oder Feld, Wald und Wiesenwegen unterwegs ist, egal ob man alleine oder mit Weggefährten wandert, sich gegenseitig Stütze und Stab ist oder sich, seinen Liebsten oder seinen Mitarbeitern langsam das Leben zu Hölle macht, weil sich stets nur der Andere und die Welt ändern soll,  anstatt zu beginnen  sich selbst zu bewegen in ein gutes Leben in dem jeder Moment so gelebt wird, als das was er ist: Unwiederholbar.

Wozu sich Manager nicht beraten/coachen lassen
Erwarten Sie hier keine allgemeingültigen Antworten, denn es gibt beim Mensch sein keine einfache Kausalkette. Ganz bewusst wird hier also nicht nach der WARUM-Frage gefragt, weil wir damit nur einen Sündenbock, Rationalisierungen und Schuldige finden würden. Fragen wir hingegen nach dem Ziel dieses „Sich keine Unterstützung holen.“
Nach Aristoteles hat Alles was ist, Gründe. Er erläutert das wunderbar an der Silberschale und kommt zu dem Schluss das Alles einem Zweck dient und jedes Handeln diesem Ziel dient. Fragen wir also WOZU dieses Handel vieler Manager gut ist, so kommt man zu folgender Auflistung, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat. Diese Einsichten wurden durch Zuhören*  aus Hunderten von Beratungen mit Jungs, Jugendlichen, Männern mit Krankheiten und Managern gewonnen.

*Der wissenschaftliche Hintergrund dieses Kapitels ist folglich phänomenologisch, hermeneutisch zu betrachten und hat mit Scientismus nichts zu tun.

Die „Scheu“ vor Coaching in der Steinzeit gesucht
Nicht nur in der Steinzeit, auch Heute haben „starke, erfolgreiche“ Jäger und solche von hohem Rang eindeutig Vorteile in der Gunst der Damenwelt. Schwäche und wenig Beute hat damals nicht nur den Einzelnen, sondern eine ganze Sippe gefährdet. Auch heute gilt der Mann noch als Ernährer und Versorger. Oben sein, schnell sein, stark sein, souverän sein, erfolgreich sein gehört zur „Orientierung und Eingruppierung“ eines Mannes dazu. Ein „starker“ Mann zu sein ist daher seit Urzeiten eng mit der eigenen Identität verknüpft.
Wozu ist es also gut, sich keine Unterstützung zu holen: Damit die Identität und Integrität gewahrt bleibt.

Die „Scheu“ vor Coaching in der Kindheit gesucht
„Richtige Männer heulen nicht.“ „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“. „Du bist doch ein Mann und kein Mädchen.“ Es gibt viele solcher Sätze mit denen das „starke Geschlecht“ aufwächst, auch heute noch.  Schon kleine Jungs bekommen Lob, Anerkennung und Bewunderung, wenn sie „stark“ sind. So wundert es nicht wirklich, dass viele Männer sich schwer tun, als Erwachsene auch ihre verletzlichen Seiten wahrzunehmen und anzunehmen.
Wozu ist es also gut, sich keine Unterstützung zu holen: Damit der eigene Selbstwert erhalten bleibt.

Die „Scheu“ vor Coaching in Vorurteilen und schlechten Erfahrungen gesucht
„Ich weiß, was gut für dich ist“, „Sei doch vernünftig“ „Wenn ich Du wäre“, „Ich an ihrer Stelle,“ „Das müssen Sie so und so“. Ratschläge sind auch Schläge und als Mensch, der selbst denken kann, sehr viel Wert auf Selbstbestimmung legt und bisher in seinem Leben alles aus eigener Kraft geschafft hat, für Menschen mit hoher „Selbstwirksamkeitsüberzeugung“, ist jegliche Form von Fremdbestimmung Gift. Und wer weiß schon, was „gutes Coaching“ ist, wer weiß schon was „Hilfe zur Selbsthilfe“ wirklich bedeutet. Vorurteile sind daher verständlich. Und wer hat nicht schon schlechte Erfahrungen mit allerhand „Besserwisser“ und „gut gemeinten Ratschlägen“ gemacht hinter der mit Leichtigkeit die Absicht der Selbstüberhöhung entlarvt werden kann? Wer möchte sich selbst nicht vor weiteren schlechten Erfahrungen schützen?
Wozu ist es also gut, sich keine Unterstützung zu holen: Es ist ein gutes Mittel, sich schon im Vorfeld  vor Fremdbestimmung  und einem „sich klein machen lassen“  zu schützen.

Die „Scheu“ vor Coaching im Sicherheitsstreben des Menschen gesuchtDer Mensch ist ein Gewohnheitstier. Er mag Veränderungen nicht sonderlich. Gewohnte Komfortzonen im Denken und Handeln zu verlassen, bedeutet aber auch, den sicheren Weg zu verlassen und sich auf ungewohntes Gelände zu begeben. Nur das Gewohnte fühlt sich wirklich gut an und wer ist schon freiwillig bereit, sich für eine gewisse Zeit unwohler und unsicherer zu fühlen, weil man den neuen Weg erst kennen lernen und sich an ihn gewöhnen muss? Das nehmen nur Menschen auf sich, die einen gewissen Leidensdruck haben oder bei denen der Wille, ein anderes Ziel als das momentane zu erreichen, sehr stark.
Wozu ist es also gut, sich keine Unterstützung zu holen: Wer nichts ändert bleibt auf gewohntem Weg und fühlt sich wohl und dieses Vertraute ist manchmal stärker, als der Wunsch den Holzweg des eigenen Lebens zu verlassen.

Die „Scheu“ vor Coaching im Lernunwillen gesucht und im Lernen MÜSSENLernen bedeutet für die meisten Menschen pauken, Informationen  anzuhäufen, sich Methoden anzueignen, zu trainieren. Lernen bedeutet für viele: „Ein anderer glaubt, ich bin dumm und oder unfähig“. Lernen wird mit Wissen und Kompetenz gleichgesetzt. Lernen kennen viele nur aus der Schule und der Universität.
Verständlich, dass sich viele Manager sagen: „Ich brauche nichts mehr zu lernen“ und meinen, sie brauchen keine Expertise mehr zu optimieren.
Was aber, wenn Lernen eine Art von Sichterweiterung ist, wenn Lernen nur freiwillig geschieht, wenn jeder selbst lernt, was er lernen will und ein nicht-dazu-lernen nicht möglich ist, weil Menschen immer lernen?
Wozu ist es also gut, sich keine Unterstützung zu holen: Wer Coaching vermeidet, weil er glaubt, zu wissen, was das ist, schützt sich vor negativen Lernerfahrungen.

Die „Scheu“ vor Coaching aus Angst vor „Fehlern“, „Unperfektion“.
Wenn Ärzte, Pflegefachkräfte, Experten des Gesundheitssystems. Erzieherinnen, Sozialarbeiter und Coaches  sich regelmäßig in Supervision begeben, heißt das gleichzeitig, dass sie keine gute Arbeit machen? Könnte es vielleicht umgekehrt sein? Könnte es sein, dass genau sie sich ihrer Verantwortung gegenüber anderen Menschen bewusst sind und als Maßnahme der Qualitätssicherung und eigenen Psychohygiene Supervision in Anspruch nehmen? Bei Managern ist derjenige „oben“, der es „geschafft hat“, der „gut ist“.  Jeglicher „Fehler“ muss vermieden werden; Nicht perfekt zu sein, gilt als Makel. Wie lange wird es dauern, bis Management als Beruf angesehen wird, bei dem es darum geht Verantwortung für Menschen zu übernehmen, auch für sich selbst? Führen als Beruf? Nur, was sind Führungskräfte für „Führer/Lehrer“, wenn sie sich selbst dem dazulernen verweigern?
Wozu ist es also gut, sich keine Unterstützung zu holen: Die persönliche Logik sorgt mit einer Lernverweigerung dafür,  dass man als Fehlerfrei wahrgenommen und damit als respektierte Führungskraft gesehen wird, die „es geschafft“ hat.
 

Die „Scheu“ vor Coaching aus Angst vor Zeitverlust und mangelnder Effektivität
„Vor zwei Jahren dachte ich, ich hätte keine Zeit für Coaching und hätte „Wichtigeres“ zu tun. Heute weiß ich, dass ich nur durch das Coaching erreicht habe aus meiner persönlichen Erschöpfungsfalle rauszukommen, meine Ehe zu retten und die Unternehmung wieder in ruhigere Fahrwasser zu segeln. Doch das wollte ich damals noch nicht wahrhaben. Heute nehme ich mir die Zeit dafür, weil ich davon nur profitiere und mit mir alle um mich herum.“

Mit Coaching, egal ob Private-life, Gesundheits- oder Führungskräftecoaching, ist man gezwungen Geld und Zeit zu investieren. Nur, weiß man auch, was man bekommt? Und soll ein Manager etwa zur Partnerschaftsberatung der Gemeinde oder zur öffentlichen Erziehungsberatungsstelle? Soll er mit persönlichen Anliegen sofort auf die „Psychocouch“, obwohl man gar nicht psychisch krank ist und vielleicht ein paar einzelne Gespräche helfen, klarer zu sehen und aus dem eigenen Hamsterrad herauszukommen?
Auch wollen Manager nicht auf die Suche gehen nach geeigneten Beratern, Coaches und möchten sich schon gar nicht „vielen“ Experten anvertrauen. Doch wo finden Manager Experten, die über gängige Tellerränder hinweg coachen, ohne gleich Psychotherapie zu machen? Wo findet man den einen „Vogelbeshauer, Orakel, die eine Hetäre“, den einen, vertrauenswürdigen Experten, dem man(n) sich anvertrauen kann?

Wozu ist es also gut, sich keine Unterstützung zu holen: Man könnte ein Nicht-Handeln bei dieser Denkweise auch deuten  als  kluge Vermeidungsstrategie, Zeit und Geld nicht sinn- und nutzlos zu vergeuden und sich nicht „psychisch krank“ machen zu lassen.

Fazit

  • Viele Ehen scheinen bedroht zu sein, weil Manager sich keine Unterstützung holen, wenn sie privat oder beruflich in Schwierigkeiten sind.
  • Frauen holen sich eher Unterstützung, manchmal auch anstatt der betroffenen Männer.
  • HR-Abteilungen sollten ihren Führungskräfte Executive-Coaches nennen können, die sich auch privaten Anliegen annehmen können**, denn das Privatleben beeinflusst auch die berufliche Leistung und berufliche Herausforderungen wirken sich auch  auf das Privatleben aus.
  • Die Effektivität von Coaching muss stärker publiziert werden.

(Sonja Mannhardt)


 


 

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