02.03.2011  12:14 Uhr

Zeitarbeit
Pro und Contra Zeitarbeit - Chance oder Missbrauch

Stuttgart. In einer Gegenüberstellung von Pro- und Contra-Argumenten in Sachen Zeitarbeit wollen wir einen Meinungsbildungsbeitrag für unserer Leser bieten. Ist Zeitarbeit üble Ausbeutung oder eine gute Chance, wieder in ein "ordentliches" Arbeitsverhältnis zu gelangen? Diskutieren Sie mit!

Sofern Ihnen als Leser weitere Argumente einfallen, schreiben Sie uns an: stuttgart@business-on.de. Wir aktualisieren diesen Beitrag laufend.

CONTRA

-Zeitarbeit beutet die Menschen aus, das sie für gleichartige Arbeiten weniger Entlohnung erhalten

-Zeitarbeitnehmer/Zeitarbeiter sind aufgrund der geringeren Vergütung und der meist weniger guten sozialen Rahmenbedingungen “Arbeitnehmer zweiter Klasse”

-Die Abschaffung der Zeitarbeit ist somit logische Konsequenz

PRO

-Zeitarbeit ist für viele Menschen der (Wieder-)Einstieg in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Statistiken belegen, dass drei Fünftel der Zeitarbeitnehmer zuvor nicht beschäftigt waren. 

-Zeitarbeit ist für Wenigerqualifizierte ein geeignetes Instrument, einen Arbeitsplatz zu finden (Statistik: rund dreißig Prozent der Zeitarbeitnehmer haben Hilfsarbeiterstatus).

-Zeitarbeit ist kein Massenphänomen; sie wird laut Statistik nur von drei Prozent aller Unternehmen genutzt, nur 1,6 Prozent aller Arbeitnehmer arbeiten als Zeitarbeitnehmer.

-Es gibt keine „Konkurrenz“ von „normalen“ Arbeitnehmern und Zeitarbeitnehmern. Laut Statistik haben 98 Prozent der Unternehmen während des Einsatzes von Zeitarbeitnehmern keine „ordentlichen“ Stellen gestrichen.

-Zeitarbeit ist für viele Arbeitnehmer und betroffenen Unternehmen eine Chance, Arbeitnehmer „kennenzulernen“ und bei passendem Profil zu übernehmen. Bis zu 25 Prozent finden einen Job im entliehenen Unternehmen („Klebeeffekt“) und bis zu 20 Prozent finden in einem anderen Unternehmen einen neuen Job („Brückeneffekt“).

-Viele Unternehmen sind auf Zeitarbeit angewiesen, um Auftragsspitzen zu bewerkstelligen und um Konjunkturdellen abzufedern. Damit schützt Zeitarbeit indirekt auch die Stammbelegschaft.

Quellen: Arbeitsagentur, Bundesverband Zeitarbeit


 

(Redaktion)

  • Tags:
  • Contra-Argumenten
  • Zeitarbeit
  • Wenigerqualifizierte
  • Ausbeutung
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  • Zeitarbeiter
  • Klebeeffekt
  • Brückeneffekt

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Bild Nr. 1 © Addconnect



 


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3 Kommentare »

11.02.12 17:16 Uhr
Chr.P.
Berufseinsteiger
nach 7 Jahren Arbeitslosigkeit direkt nach der Ausbildung (hauptsächlicher Grund der Absagen, fehlende Berufserfahrung):

Pro:

eine gute Möglichkeit, in verschiedensten Bereichen Berufserfahrung zu sammeln (im Bereich Büro)

auf dem Lebenslauf nur ein Arbeitsgeber (heißt, das auch ein häufiger "Einsatzplatzplatzwechsel" nicht als "Sprunghaftigkeit" gedeutet werden kann - ala "die bleibt ja nirgens recht lang"

unter der Voraussetzung, keine Familie zu haben: keine finanziellen Sorgen

Contra:

die Ungewissheit, ob nach beendetem Einsatz ein neuer Einsatz an Land gezogen werden kann (was bisher jedoch immer geklappt hat, da ich das Glück habe bei einer wirklich hervorragenden ZA-Firma gelandet zu sein - zumindest nach meinem Empfinden :)
21.04.12 15:02 Uhr
otto
-
contra: man kann ohne gesichertes Einkommen nur schwer eine Familie gründen.
21.04.12 15:21 Uhr
otto
-
mein letzter Kommentar wurde nicht gespeichert, offenbar sind hier nur Leiharbeitsbefürworter erwünscht
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