Sie sind hier: Startseite Stuttgart Marketing Unternehmen
Weitere Artikel
Unternehmen/Deutsche Bahn

Daimler-Manager Grube ist neuer Bahnchef

Der neue Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Rüdiger Grube, gilt als einer der deutschen Topmanager. Wie sein Vorgänger Hartmut Mehdorn ist auch Grube gelernter Diplom-Ingenieur und startete seine Karriere in der Luft- und Raumfahrtindustrie. Bei Airbus war er sogar zeitweise Mehdorns Büroleiter. Später bei Daimler war der heutige Strategievorstand allerdings maßgeblich an den gescheiterten Träumen einer automobilen Welt AG des langjährigen Konzernchefs Jürgen Schrempp beteiligt. Galt Grube bislang eher als Strippenzieher im Hintergrund, wird er sich daran gewöhnen müssen, als «Bahnchef Grube» künftig verstärkt im Blickpunkt der Öffentlichkeit zu stehen.

Grube wurde am 2. August 1951 in Hamburg geboren. Nach einer gewerblich-technischen Ausbildung im Metallflugzeugbau studierte er an der Fachhochschule Hamburg Fahrzeugbau und Flugzeugtechnik. Anschließend folgte ein Studium in Berufs- und Wirtschaftspädagogik an der Universität Hamburg. Von 1981 bis 1986 hatte er einen Lehrauftrag an dieser Universität im Fachbereich Fertigungstechnik. 1986 promovierte er an den Universitäten Hamburg und Kassel in der Fachrichtung Arbeitswissenschaften und Polytechnik.

Ab 1989 arbeitete Grube dann für die damalige Messerschmitt-Bölkow-Blohm GmbH (MBB), der späteren Daimler-Benz Aerospace AG (Dasa). 1990 wechselte der verheiratete Manager zur Dasa-Tochter Airbus, wo er dem damaligen Unternehmenschef Mehdorn als Büroleiter zuarbeitete. 1992 übertrug Dasa-Chef Jürgen Schrempp Grube die Leitung des Dasa-Werkes in München-Ottobrunn.

1996 wechselte Grube zu Daimler-Benz nach Stuttgart, wo er als Vertrauter des zwischenzeitlich zum Chef des Autokonzerns aufgestiegenen Schrempp die 1998 vollzogene Übernahme des US-Autokonzerns Chrysler einleitete. Der Zusammenschluss erwies sich als schwieriger als erwartet. Nach neun Jahren wurde die einst von Schrempp als «Hochzeit im Himmel» apostrophierte Fusion, die sich als Milliardengrab erwies, schließlich wieder aufgelöst. Auch an der im Jahr 2000 erworbenen Beteiligung am japanischen Autokonzern
Mitsubishi, von der sich Daimler fünf Jahre später wegen mangelnden Erfolges wieder trennte, war Grube maßgeblich beteiligt.

Seit 2001 ist Grube Vorstandsmitglied bei Daimler und in dieser Funktion verantwortlich für das Ressort Konzernentwicklung sowie seit 1. Oktober 2004 zuständig für das Nordostasien-Geschäft. Auch unter Konzernchef Dieter Zetsche, der seit Januar 2006 Vorstandsvorsitzender ist, behielt Grube seine Aufgaben und konzipierte bei Mercedes-Benz umfassende Rationalisierungen mit einem weitrechenden Stellenabbau. Jüngst handelte er sogar den Einstieg des arabischen Großaktionärs Abu Dhabi bei Daimler mit aus. Seit 2007 ist Grube zudem Präsident des Verwaltungsrates beim europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS.

Grubes Vertrag bei Daimler wäre noch bis nächstes Jahr gelaufen. Finanziell dürfte sich durch die neue Aufgabe für den heute 57-Jährigen allerdings wenig ändern. Mit 1,9 Millionen Euro lag sein Jahresgehalt bei Daimler im  vergangenen Jahr genauso hoch wie das des scheidenden Bahnchefs Mehdorn.

(Redaktion)


 


 

Vorstandsvorsitzende
Deutschen Bahn
Rüdiger Grube
Hartmut Mehdorn
Daimler
Luft- und Raumfahrtindustr

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Vorstandsvorsitzende" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: