Sie sind hier: Startseite Stuttgart
Weitere Artikel
Steuern

Endlich: Einfachere Umsatzbesteuerung für Unternehmen

Das am 25. November im Bundesrat verabschiedete Gesetz geht letztlich auf eine Initiative aus Baden-Württemberg zurück. Die neue Regelung sieht vor, dass Unternehmer bis zu einer Umsatzgrenze von 500.000 Euro im Jahr erst dann Umsatzsteuer bezahlen müssen, wenn sie den Rechnungsbetrag auch erhalten haben.

Die neue Regelung sieht vor, dass Unternehmer bis zu einer Umsatzgrenze von 500.000 Euro im Jahr erst dann Umsatzsteuer bezahlen müssen, wenn sie den Rechnungsbetrag auch erhalten haben. Wirtschafts- und Finanzminister Nils Schmid (SPD) sagte zu diesem Bundesratsbeschluss: "Die Anhebung der Umsatzgrenze ist eine substantielle Erleichterung für Handwerk und Mittelstand. Baden-Württemberg hat sich heute im Bundesrat für ein wirtschafts-freundliches Umsatzsteuerrecht eingesetzt und für die dauerhafte Ist-Besteuerungsgrenze von 500.000 Euro gestimmt. Das heute verabschiedete Gesetz geht letztlich auf eine Initiative aus Baden-Württemberg zurück." Dies sagte Minister für Wirtschaft und Finanzen Dr. Nils Schmid.

Die neue Regelung sieht vor, dass Unternehmer bis zu einer Umsatzgrenze von 500.000 Euro im Jahr erst dann Umsatzsteuer bezahlen müssen, wenn sie den Rechnungsbetrag auch erhalten haben. Grundsätzlich müssen Unternehmer Umsatzsteuer bereits mit Ausstellung der Rechnung bezahlen. Dies ist eine für Firmen sehr nachteilige Bestimmung, mit der Unternehmen quasi gezwungen werden, dem Staat zinsfreie Darlehen zu geben. Denn nach § 16 Abs. 1 UStG ist die Umsatzsteuer grundsätzlich "nach vereinbarten Entgelten" an das Finanzamt abzuführen ("Soll-Besteuerung"), d.h. sie wird in dem Augenblick fällig, in dem ein Unternehmen einen Vertrag vollzieht, also die Rechnung schreibt. Als Folge müssen Unternehmen regelmäßig Umsatzsteuerbeträge an das Finanzamt abführen, die sie von ihren Kunden noch gar nicht erhalten haben. 

Ausnahmsweise konnte das Finanzamt jedoch schon jetzt die Berechnung der Umsatzsteuer "nach vereinnahmten Entgelten" gestatten ("Ist-Besteuerung"). Das heißt, das Unternehmen braucht immer erst diejenigen Umsatzsteuerbeträge an das Finanzamt abzuführen, die bereits auf seinem Konto eingegangen sind. Diese Ausnahme kann jetzt schon nach § 20 UStG erlaubt werden für

- freie Berufe,

- Kleingewerbetreibende sowie

- Gewerbetreibende oberhalb einer bestimmten Umsatzgrenze, die jetzt laut Gesetz bei 250.000 € Jahresumsatz liegt. 

Diese Regelung war seit der deutschen Wiedervereinigung im Oktober 1990 immer wieder zeitlich befristet und damals auch zum Teil auf die neuen Länder beschränkt angehoben worden. 

Um hier Rechtssicherheit zu schaffen, wird die Grenze jetzt per 01. Januar 2012 ohne zeitliche und räumliche Begrenzung auf 500.000 € angehoben. „Vor allem für kleine und mittlere Unternehmen bedeutet die Anhebung der Umsatzgrenze und die dadurch vereinfachte Besteuerung nach vereinnahmten Entgelten eine substantielle Erleichterung ihrer Zahlungsfähigkeit", sagte Minister Nils Schmid abschließend.

Der Bundesrat verband seine Zustimmung zu dieser Gesetzesänderung allerdings mit der Aufforderung an den Gesetzgeber, die "Ist-Besteuerung" in diesen Ausnahmefällen auch auf den Vorsteuerabzug auszudehnen. Bisher nämlich brauchen "Ist-Besteuerer" die Umsatzsteuer an das Finanzamt zwar erst dann abzuführen, wenn sie sie vereinnahmt haben, dürfen davon aber bereits Vorsteuerbeträge abziehen, die ihnen erst in Rechnung gestellt wurden – die sie aber tatsächlich noch gar nicht bezahlt haben.

(Redaktion)


 


 

Das am 25. November im Bundesrat heute verabschiedete Gesetz geht letztlich auf eine Initiative aus Baden-Württemberg zurück. Die neue Regelung sieht vor
dass Unternehmer bis zu einer Umsatzgrenze von 500.000 Euro im Jahr erst dann Umsatzsteuer bezahlen

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Das am 25. November im Bundesrat heute verabschiedete Gesetz geht letztlich auf eine Initiative aus Baden-Württemberg zurück. Die neue Regelung sieht vor" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: