27.10.2011  11:45 Uhr

7. Deutscher Mittelstandstag
Kleinere Unternehmen werden für ausländische Investoren zunehmend interessant

Stuttgart. Die Luther Rechtsanwaltsgesellschaft mbH gehört zu den großen namhaften Wirtschaftskanzleien in Deutschland. Sie ist in zwölf Städten, darunter auch in Stuttgart, sowie in sechs Auslandsstandorten präsent. Als Hauptsponsor des 7. Deutschen Mittelstandstages, der am 4. November 2011 in Stuttgart stattfindet, demonstriert die Kanzlei ihre Nähe zum deutschen Mittelstand.

Für die "Unternehmer-Anwälte" von Luther steht eine wirtschaftlich zielführende und weitsichtige Lösung im Sinne des Unternehmers im Mittelpunkt. Verbunden mit dem sinnvollen Einsatz von Zeit- und Personalressourcen liegt darin der Kern der unternehmerischen Beratung. Luther unterstützt den Mittelstand, große Unternehmen und die öffentliche Hand in allen relevanten Rechts- und Steuerfragen. Die genaue Kenntnis des jeweiligen Marktes und der Branche, in dem sich der Mandant bewegt, verstehen die Beraterprofis als Voraussetzung für eine erfolgreiche Beratung. Als Partner der Börse Stuttgart im Handelssegment "Bondm" stehen die Anwälte mittelständischen Unternehmen auch bei der Platzierung von Anleihen zur Seite.

Die Luther Rechtsanwaltsgesellschaft mbH unterstützt als Hauptsponsor aktiv den 7. Deutschen Mittelstandstag, der am 4. November in Stuttgart im Haus der Wirtschaft stattfindet. Träger des Deutschen Mittelstandstages ist die Bundesvereinigung Liberaler Mittelstand. Der Deutsche Mittelstandstag hat zum Ziel, den Dialog zwischen Mittelstand und Politik zu intensiveren, er bietet zugleich Unternehmen aus allen mittelständischen Bereichen die Möglichkeit, sich mit ihren Produkten und Dienstleistungen zu präsentieren. Business-on.de sprach mit Dietmar Heise, Partner der Luther Rechtsanwaltsgesellschaft mbH. 

Business-on.de: Herr Heise, ist es aus Ihrer Sicht erforderlich, dass auch kleinere und mittlere Unternehmen künftig verstärkt international agieren? Wenn ja, warum?

Dietmar Heise: Nach unserer Erfahrung orientieren sich zunehmend mittlere und kleinere Unternehmen international. Sie folgen damit den Märkten. Innerhalb Europas forciert die EU selbst die Marktöffnung und damit das grenzüberschreitende Handeln.

Es gibt darüber hinaus unterschiedliche Gründe, die die Unternehmen sogar über die EU-Grenzen hinaus agieren lassen: Die Globalisierung der Märkte schreitet für immer mehr Produkte voran. Sie betrifft nicht nur die industrielle Fertigung wie z.B. Maschinenbau, der schon immer global agierte. Auch Dienstleistungen werden zunehmend über Landesgrenzen hinaus erbracht.

Im Haus der Wirtschaft findet der Mittelstandstag statt; die Luther Rechtsanwaltsgesellschaft wird einen Workshop zum Thema 'Compliance im Mittelstand' durchführen., Copyright: Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg
Im Haus der Wirtschaft findet der Mittelstandstag statt; die Luther Rechtsan­walts­ge­sellschaft wird einen Workshop zum Thema "Compliance im Mittelstand" durchführen.

Darüber hinaus agiert der Finanzsektor immer stärker international. Eine lange Tradition in Sachen „Internationalität“ pflegen naturgemäß die Großbanken. Nach unserer Beobachtung werfen auch Investoren aus anderen Nationen immer häufiger Blicke auf kleinere Unternehmen, entweder um sich zu beteiligen oder um sie nach Erwerb zu größeren überregional oder international agierenden Einheiten zusammenzuschweißen.

Schließlich wird auch der Arbeitsmarkt in den nächsten Jahren stark international. Die Demographie wird viele Unternehmen zwingen, die benötigten Fachkräfte nicht mehr nur in Deutschland zu suchen. Das alles ist nur ein Trend. Natürlich wird es auch in Zukunft eine ganze Reihe von Unternehmen geben, die mehr oder weniger regional oder national agieren.

Business-on.de: Statistiken belegen, dass der Fachkräftemangel in den kommenden Jahren stark zunehmen wird – was können kleinere und mittlere Unternehmen tun, um ihre Fachkräfte zu binden bzw. um zusätzliche Fachkräfte zu gewinnen?

Dietmar Heise: Wir werden in der Tat die Folgen der Geburtenrückgänge schneller spüren, als es manche vielleicht vermuten. Zunächst wird für alle Arbeitgeber immer wichtiger werden, die mindestens ordentlichen eigenen Mitarbeiter zu behalten. Umfragen zeigen, dass es der jungen Generation nicht mehr nur auf das Geld ankommt. Das Gesamtbild ihres Jobs muss stimmen. Dabei wird die Work-Life-Balance nicht etwa nur als maximale Freizeit verstanden. Vielmehr muss gerade für Doppelverdiener-Ehen oder für Alleinerziehende die Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiter verbessert werden. Kleinere Unternehmen können sich natürlich keine eigenen Kindergärten leisten. Aber sie können flexible Arbeitsmodelle anbieten. Und wahrscheinlich wird ein Arbeitgeber künftig auch gut fahren, phantasievolle Hilfen für das Privatleben seiner Mitarbeiter anzubieten – seien es Einkaufshilfen, die Organisation von Betreuungen oder andere Dinge.

Die Unterstützung der eigenen Mitarbeiter ist nicht nur ein wirksames Mittel zu ihrer Bindung, sondern auch beste Werbung für neue Mitarbeiter. Das wird aber nicht genügen. (Noch) stärker selber auszubilden wird genauso helfen wie Überlegungen, wie ältere Mitarbeiter verstärkt länger gehalten oder sogar neu gewonnen werden können. Auch die Anwerbung aus dem Ausland wird immer mehr Thema werden – so wiederholt sich teilweise ein Phänomen ähnlich wie vor 50 Jahren. Schließlich – und da sind wir dann wieder bei der ersten Frage – müssen vielleicht auch mittlere und kleinere Unternehmen zum Teil die Arbeit zu den Arbeitskräften bringen – mit anderen Worten: sich im Ausland engagieren.

Business-on.de: Megatrends und Innovationen werden unsere Wirtschaftslandschaft verändern. Welche Megatrends zeichnen sich aus Ihrer Sicht für die kommenden Jahre ab und was können kleinere und mittlere Unternehmen tun, um von diesen Umwälzungen zu profitieren?

Dietmar Heise: Die Veränderung unserer Wirtschaftslandschaft ist in vollem Gange. In aller Munde ist die Elektromobilität, die noch vor wenigen Jahren Exotenstatus innehatte. Eng verbunden damit ist der Umstieg auf erneuerbare Energien, die im Augenblick noch nicht mit der Effizienz konservativer Stromkraftwerke produziert werden können. Elektromobilität erhöht den Bedarf an Elektrizität, obwohl wir in Deutschland zur Zeit eher weniger zur Verfügung haben. Wir brauchen daher noch dringender Geräte, Maschinen und Autos, die drastisch weniger Energie verbrauchen. Jedes Unternehmen muss prüfen, ob seine Produkte in die neuen Landschaften noch passen, ob es den Wandel durch Veränderung seiner Produkte fördern oder ob es neue Nischen finden kann.

Auch die IT entwickelt sich nach wie vor rasend. Das Internet hält immer stärker Einzug in unser tägliches Leben, wir verlagern immer mehr Aktivitäten ins Internet, speichern vermehrt dort unsere Daten. Entgegen aller Ängste vor Datenmißbrauch wächst „Cloud Computing“ sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Bereich. So entstehen Chancen für neue unternehmerische Aktivitäten, sei es im Datenschutz, sei es für Dienstleistungen.

Hinzu kommt eine ganze Reihe gesellschaftlicher Veränderungen: Unsere Gesellschaft wird älter; damit werden neue und mehr Dienstleistungen für ältere Mitbürger gefragt werden. Das starke Wachstum der Schwellenländer sowohl in wirtschaftlicher Hinsicht als auch hinsichtlich ihrer Bevölkerungszahl wird auch Chancen für deutsche Unternehmen bieten – nicht nur vor Ort, sondern auch in Deutschland; nicht nur als Zulieferer, sondern auch als Dienstleister. Schon jetzt ist zu beobachten, wie Unternehmen und Investoren nach Europa und nach Deutschland streben. Sie werden auch Unterstützung deutscher Unternehmen benötigen.

Business-on.de: Der Deutsche Mittelstandstag findet in diesem Jahr zum siebten Male statt – und zwar in Stuttgart. Worin zeichnen sich Ihrer Meinung der Wirtschaftsstandort Stuttgart und seine Region besonders aus?

Dietmar Heise: Die Region Stuttgart ist nach wie vor geprägt vom Automobil- und Maschinenbau. Drei deutsche Autohersteller produzieren in der Region: Daimler, Porsche und Audi. Sie leben auch von mittelständischen Zulieferern und Dienstleistern. Nach wie vor kennzeichnen außerdem die vielen innovativen mittelständischen Maschinenbauer die Region Stuttgart. Häufig gehören Sie in ihrem Bereich sogar zu den Weltmarktführern. Der schwäbische Erfindergeist prägt auch neue Entwicklungen: Mit IBM und Hewlett-Packard haben zwei Weltunternehmen für IT und Dienstleistungen ihren Deutschlandsitz in der Region, auch der Mittelstand treibt auf diesem Gebiet Entwicklungen voran. Wenn der neue Tiefbahnhof Stuttgart 21 endlich gebaut wird, wird Stuttgart auch ein Vorzeigemodell für innovative Technik und – nach Vollendung – für innovative Verkehrsinfrastruktur werden.

Ballett, Theater und Musik sind ebenso stark in Stuttgart, hier ist eine der weltweit führenden Ballettschulen angesiedelt. Die Besucher des Deutschen Mittelstandstages werden die Region hoffentlich auch in anderer Hinsicht als führend erleben: Württemberger Weine brauchen sich jedenfalls vor denen anderer deutscher Weinbaugebiete nicht zu verstecken. Der Weinbau beginnt sogar schon wenige hundert Meter vom Veranstaltungsort entfernt.

Business-on.de: Herr Heise, wir danken für Ihnen für dieses Gespräch.

Das Interview führt Business-on Redakteur Hasso Kraus.


 

(Redaktion)

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Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © Luther Rechtsanwaltsgesellschaft mbH
Bild Nr. 2 © Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg



 


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