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Dreikönigstreffen der FDP: Politischer Jahresauftakt mit bundesweiter Bedeutung

Das traditionelle Dreikönigstreffen der FDP hat seine Wurzeln in Württemberg. Seit dem Jahre 1866 beginnen die Liberalen am 6. Januar alljährlich ihr politisches Jahr am Dreikönigstag. In dieser Zeit hat es sich mehr und mehr auch zu einer Großveranstaltung mit bundespolitischer Bedeutung entwickelt.

Damit ist das Liberale Dreikönigstreffen die älteste periodisch wiederkehrende Politveranstaltung in Deutschland und  älter als die Umzüge zum 1. Mai. Der Name nimmt Bezug auf den Tag bzw. das Datum – nämlich auf den Dreikönigstag (Erscheinung des Herrn). Das alljährliche Dreikönigstreffen der Liberalen findet in Stuttgart im Großen Haus (Opernhaus) des Staatstheaters Stuttgart statt. Am Vortag finden bereits der Landesparteitag der baden-württembergischen FDP und danach der traditionelle Dreikönigsball der Liberalen statt.

Die Württembergische Volkspartei ging in den Jahren von 1863 bis 1866 aus der Fortschrittspartei im Königreich Württemberg hervor und war der Zusammenschluss vieler demokratischer Revolutionäre aus der Zeit der 48er Revolution. Nach der Spaltung der Württembergischen Fortschrittspartei am 8. Mai 1864 wurde ein starkes halbes Jahr später am 27. Dezember 1864 in Esslingen am Neckar die DVP (Demokratische Volkspartei) gegründet. Maßgeblich daran mitgewirkt haben Julius Haußmann, Karl Mayer (Chefredakteur) und Ludwig Pfau, die alle drei in der Redaktion des Stuttgarter „Beobachter“ arbeiteten. Um die politischen Ziele besser und schneller umsetzen zu können, wurde zunächst an einem landesweiten organisatorischen Unterbau gearbeitet und im Jahr 1865 wurden aus diesem Zweck viele sogenannte demokratische Volksvereine gegründet. Von ihnen sind heute noch 23 nachweisbar. Deren Vertreter trafen sich am Dreikönigstag des Jahres 1866 zur ersten Landesvertretertagung in Stuttgart.

Julius Haußmann setzte sich im Rahmen seiner politischen Aktivität sehr für die kommunale und staatliche Selbstbestimmung des Volkes ein und forderte eine Stärkung der individuellen Rechte und Freiheiten. Während der Revolution 1848/1849 beteiligte sich Haußmann 1849 führend an der Reutlinger Pfingstversammlung, wo massiv eine Beschleunigung der inneren Reformen gefordert wurde. Daraufhin musste Haußmann in die Schweiz fliehen. Er kehrte aber kurz darauf aus freien Stücken zurück und wurde zu einer mehrjährigen Festungshaft verurteilt, aus der er im Jahre 1854 vorzeitig entlassen wurde.

Karl Mayer war im Revolutionsjahr 1848 Mitglied des Landesausschusses der Vaterländischen Vereine in Württemberg und musste wegen eines gegen ihn gerichteten Verfahrens wegen Hochverrats ebenfalls in die Schweiz fliehen. Nachdem seine 20-jährige in Abwesenheit verhängte Haftstrafe im Jahr 1863 durch Amnestie erlassen wurde. Ludwig Pfau schließlich kam 1847 nach Stuttgart und gründete das Satireblatt Eulenspiegel. Auch er musste wegen staatsfeindlicher Aktivitäten wie die beiden anderen in die Schweiz flüchten und kehrte ebenfalls erst nach der Amnestie im Jahr 1863 nach Württemberg zurück. In Stuttgart betätigte er sich als Journalist, Dichter, Kunstkritiker und Übersetzer. 1864 gehörte er auch zu den Gründern der Volkspartei.

Zurück zu Dreikönig: Seit dem Jahre 1920 handelt es sich um eine zweitägige Veranstaltung: Am Tag vor dem eigentlichen Dreikönigstreffen fand das Landesdelegiertentreffen der württembergischen DDP (Deutsche Demokratische Partei) statt, dann am Tag darauf, dem 6. Januar, die Landesversammlung. 

Nach einer zwölfjährigen Unterbrechung während der Zeit des Nationalsozialismus von 1934 bis 1945 nahm die neu gegründete Demokratische Volkspartei (DVP) am 6. Januar 1946 die Tradition des Dreikönigstreffens wieder auf. Am 12. Dezember 1948 wurde unter dem damaligen DVP-Vorsitzenden Theodor Heuss die Freie Demokratische Partei (FDP) gegründet. Der baden-württembergische FDP-Landesverband firmiert au seiner Tradition heraus bis heute mit dem Namen FDP/DVP.

Auf der traditionellen Dreikönigskundgebung am 6. Januar 2011 (Beginn: 11 Uhr, Ende ca. 13 Uhr; Einlass ab 10 Uhr) sprechen:

Birgit Homburger MdB, Landesvorsitzende der FDP/DVP Baden-Württemberg und Fraktionsvorsitzende im Deutschen Bundestag

Prof. Dr. Ulrich Goll MdL, Justizminister und stellvertretender Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg und Spitzenkandidat zur Landtagswahl 2011

Dr. Hans-Ulrich Rülke MdL, Fraktionsvorsitzender der FDP/DVP-Fraktion im Landtag Baden-Württemberg

Christian Lindner MdB, Generalsekretär

Dr. Guido Westerwelle MdB, Bundesvorsitzender und Bundesaußenminister

(Redaktion)


 


 

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