Stuttgart 21
Prominente wollen mit Eil-Antrag Baustopp am Bahnhof erreichen
Stuttgart. Der Politiker Peter Conradi, der Enkel des Architekten Paul Bonatz Peter Dübbers, der ehemalige Leiter des Stuttgarter Bahnhofs Egon Hopfenzitz, der Schauspieler Walter Sittler und die Dokumentarfilmerin Sigrid Klausmann-Sittler haben heute mit Unterstützung des Arbeitskreises „Juristen zu Stuttgart 21“ beim Eisenbahnbundesamt einen sofortigen Baustopp beantragt.
„Die Bahn darf den Bonatzbau, den Stuttgarter Schlossgarten und das Eigentum von Bürgern nicht zerstören und streng geschützte Tierarten nicht bedrohen, solange das gesamte Projekt Stuttgart 21 nicht vollständig genehmigt ist“, sagt Rechtsanwalt Bernhard Ludwig, der die Antragsteller vertritt.
Die Antragsteller werfen der Bahn vor, sie würde missbräuchlich und rechtswidrig handeln. Die Bahn hat die teilweise Zerstörung des Bonatzbaus und des Schlossgartens mit seinen jahrhundertealten Bäumen und seinen geschützten Arten mit den Vorteilen des Gesamtprojekts Stuttgart 21 (S21) gerechtfertigt. Es steht aber noch nicht fest, dass diese angeblichen Vorteile eintreten können. „Zwei Planfeststellungsabschnitte sind noch nicht genehmigt. Zudem sind die Betrugsvorwürfe gegen den Stresstest der Bahn durch Dr. Engelhardt und die Ingenieure (wikireal.org) immer noch nicht widerlegt“, mahnt Walter Sittler. Scheitert die Genehmigung, wären sämtliche Baumaßnahmen sinnlos. „Die Vorstellung, dass die Bahn sinnlos wichtige Symbole unserer Stadt unwiederbringlich zerstört und sich beim Scheitern von Stuttgart 21 nachher achselzuckend zurückzieht, ist für mich als Stuttgarterin unerträglich“, sagt Sigrid Klausmann-Sittler. "Die Bundesregierung als Vertreterin der Eigentümer der bundeseigenen Deutschen Bahn AG handelt grob fahrlässig, wenn sie es zulässt, dass die Bahn Baumaßnahmen mit Eingriffen, die nicht rückgängig gemacht werden können, einleitet, bevor das Gesamtprojekt Stuttgart 21 genehmigt ist", betont Peter Conradi.
Peter Dübbers erwägt, das Werk seines Großvaters notfalls mit einem Eilantrag zum Verwaltungsgerichtshof zu schützen. „Wenn die Bahn oder das Eisenbahnbundesamt mir nicht kurzfristig signalisieren, dass sie das Gebäude vorerst noch nicht abreißen, werde ich gerichtliche Schritte prüfen“, erklärt Peter Dübbers. „Herr Dübbers wehrt sich nicht, wie im letzten Verfahren vor dem OLG Stuttgart, gegen das grundsätzliche Recht der Bahn, den Bahnhof umzubauen. Er möchte die Zerstörung eines bedeutenden Bauwerks 'auf Verdacht' verhindern“, sagt Rechtsanwalt Arne Maier, der ebenfalls Peter Dübbers vertritt.
(Redaktion)
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