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EnBW erhöht Strompreise - trotz sinkender Beschaffungskosten

Der baden-württembergische Energiekonzern EnBW erhöht ab 1. Juli die Strompreise um durchschnittlich 7,5 Prozent in der Grundversorgung. Grund seien die gestiegenen Beschaffungskosten, teilte das Unternehmen am Dienstag (14. April 2009) in Stuttgart mit. Pro Kilowattstunde soll demnach der Verbrauchspreis von 20,53 Cent auf 22,31 Cent steigen. Zugleich sollen die Gaspreise fallen. Diese Begründung erscheint fragwürdig, glaubt man dem EID.

Die Opposition im baden-württembergischen Landtag kritisierte den geplanten Strompreisanstieg scharf. Der energiepolitische Sprecher der Grünen, Franz Untersteller, sprach von einem «Treppenwitz», da an der Leipziger Strombörse die Preise im Vergleich zum vergangenen Jahr stark gefallen seien. EnBW versuche, «die privaten Kunden zu melken». Damit sollten offenbar die konjunkturell bedingten Ausfälle im Industriekundengeschäft ausgeglichen werden.

Der Energieexperte der SPD-Landtagsfraktion Thomas Knapp sprach von einem "weiteren Sargnagel für die Konjunktur». Es handle sich um eine «vollkommen unnötige Belastung von Unternehmen und Haushalten».

Verbraucher können in diesem Jahr trotz niedrigerer Beschaffungskosten für Energie nicht auf sinkende Strompreise hoffen. Die «Financial Times  Deutschland» (Mittwochausgabe; 15. April 2009) berichtete vorab, laut einer Umfrage der Personalberatung Russell Reynolds Associates rechneten fast 60 Prozent der befragten Energieversorger mit unveränderten Stromtarifen. Ein Drittel erwarte sogar weiter steigende Preise. Nur ein Bruchteil erwäge Preissenkungen. Die Antworten der 37 Versorger - darunter Unternehmen aller Größen vom Stadtwerk bis zum Verbundkonzern - seien anonym ausgewertet worden, schrieb das Blatt. An der Umfrage hätten auch die großen deutschen Versorger E.ON, RWE und EnBW teilgenommen. Das Umfrageergebnis stehe in starkem Kontrast zu den derzeit sinkenden Preisen für Energierohstoffe, schrieb die Zeitung. So sei der Preis für Kraftwerkskohle zwischen August 2008 und Januar 2009 nach Daten des Hamburger Energieinformationsdienstes EID um 26 Prozent gefallen. Auch andere Rohstoffe wie Erdgas hätten sich deutlich verbilligt. Dass die Energieversorger die Verbraucher von den gesunkenen Kosten nicht profitieren lassen, hätten Experten mit dem geringen Wettbewerbsdruck in der Branche erklärt.

(Redaktion)


 


 

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