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Konjunktur/Verbraucherpreise

Erstmals nach 22 Jahren: Minus-Teuerung

Die Verbraucherpreise in Deutschland sind im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat erstmals seit 1987 wieder gefallen. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch (29. Juli 2009) in Wiesbaden unter Berufung auf Daten aus sechs Bundesländern mitteilte, sank die Jahresteuerung von 0,1 Prozent im Juni auf minus 0,6 Prozent. Volkswirte hatten einen Rückgang der Lebenshaltungskosten von 0,3 Prozent erwartet. Im Vergleich zum Juni ergab sich ein Rückgang der Preise um 0,1 Prozent.

 «Eine negative Teuerungsrate wurde in Deutschland zuletzt im März 1987 mit minus 0,3 Prozent gemessen», erklärte die Behörde. Zwischen April 1986 und April 1987 habe die Inflationsrate dabei ständig zwischen 0 und minus 1,0 Prozent gelegen. Genau wie damals liege der Grund dafür in einem starken Rückgang der Preise von Heizöl und Kraftstoffen gegenüber dem Vorjahr.

   Zwischen Juni und Juli 2009 sanken die Preise für Kraftstoffe je nach Bundesland um 3,6 bis 5,5 Prozent. Zugleich fielen die Heizölpreise um 2,1 bis 8,1 Prozent. Auch die Preise von Nahrungsmitteln gingen gegenüber dem Vormonat saisonbedingt wieder um 0,8 bis 1,8 Prozent zurück. Im Vergleich zum Juli 2008 waren Nahrungsmittel um 1,2 Prozent bis 3,3 Prozent billiger.

   Bankvolkswirte sagten, die deutschen Jahresteuerungsraten würden noch bis zum Herbst im negativen Bereich bleiben. «Der Basiseffekt von Energiepreisentwicklung hat nun seine Spitze erreicht», sagte Alexander Koch von UniCredit. Zwar sollte die Jahresinflation noch kurzfristig negativ bleiben, mit der Umkehrung des Basiseffekts sollte die Teuerung aber bis Jahresende wieder deutlich über Null steigen.

   Nach Einschätzung von Commerzbank-Ökonom Simon Junker dürfte die jahresdurchschnittliche Teuerung im kommenden Jahr wieder auf 1,5 Prozent steigen, nach 0,4 Prozent in diesem Jahr. Eine Deflation -dauerhaft fallende Preise auf breiter Front - sehe er nicht, auchweil die Kerninflation weiterhin deutlich im positiven Bereich sei.Junker schätzt, dass die Teuerung ohne Energie und Nahrungsmittel im Juli 1,3 Prozent in der Jahresrate betragen hat.

(Redaktion)


 


 

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