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Mittelstand fordert neue EU-Ratspräsidentschaft zum Handeln auf

Anlässlich der kürzlich erfolgten Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft durch Polen, Dänemark und Zypern lehnte Mario Ohoven, Präsident des BVMW und des europäischen Mittelstandsdachverbands (CEA-PME) die Einführung eigener EU-Steuern ab. Stattdessen sollten alle Subventionen "auf den Prüfstand".

Mario Ohoven, Präsident des BVMW und des europäischen Mittelstandsdachverbands (CEA-PME), dazu wörtlich: "Europas Wirtschaftskraft beruht auf dem Mittelstand. Rund 99 Prozent aller Unternehmen in der Europäischen Union zählen dazu. Gerät der Pfeiler Mittelstand ins Wanken, stürzt das europäische Haus zusammen. Wir erwarten deshalb von der neuen EU-Ratspräsidentschaft klare Signale an den Mittelstand. 

Anstatt über eine eigene EU- Steuer nachzudenken, gehören alle Förderinstrumente auf den Prüfstand. Das betrifft insbesondere den Kohäsionsfonds von 376 Milliarden Euro. Daraus haben in der Vergangenheit gerade die Euro-Länder die höchsten Zuweisungen erhalten, die heute am tiefsten in der Krise stecken. Nicht planlose Subventionierung, sondern gezielte Stärkung der heimischen Wachstumskräfte muss das Ziel sein.

BVMW Baden-Württemberg:  europa-einheitliche Rechtsform für mittelständische Unternehmen einführen

Auch Dr. Ulrich Köppen, Landesbeauftragter des BVMW, sieht dies so. Ergänzend fordert er: „Ein positives Signal wäre die Einführung einer einheitlichen Rechtsform für mittelständische Unternehmen in der EU. Die Europa-GmbH würde ihnen helfen, bestehende Hindernisse bei grenzüberschreitenden Aktivitäten zu überwinden. Bisher sind nur fünf Prozent der Klein- und Mittelbetriebe außerhalb ihrer nationalen Grenzen mit Tochterunternehmen oder Joint Ventures präsent. Dieses Wachstumspotenzial gilt es zu erschließen. Dass ausgerechnet Deutschland als Bremser auftritt, ist für mich nicht nachvollziehbar.“

Handlungsbedarf bestehe auch bei Basel III. Das neue Bankenregelwerk müsse im Sinne des Mittelstands nachgebessert werden, bevor es in EU-Recht umgesetzt wird. Dazu zähle die Einführung einer Mittelstandsklausel, damit sich Kredite an Klein- und Mittelbetriebe nicht verteuern. „Brüssel muss aus den Fehlern der Vorgängerregelung Basel II lernen. Sie hatte den Weg für hochspekulative Geschäfte der Banken freigemacht und so die Finanzkrise verursacht“, so Köppen.

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft spricht als „Stimme des Mittelstands“ für mehr als 155.000 kleine und mittlere Unternehmen deutschlandweit, die rund 4,3 Millionen Arbeitnehmer beschäftigen. Der deutsche Mittelstand stellt 70 Prozent der Arbeitsplätze und 80 Prozent der Ausbildungsplätze. 75 Prozent aller Patente und Innovationen stammen ebenfalls aus den Denkfabriken des deutschen Mittelstandes – er ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Ein bundesweites Netz aus mehr als 250 BVMW-Geschäftsstellen gewährleistet konkrete und ortsnahe Hilfe für die im Verband organisierten Unternehmerinnen und Unternehmer. Über das Netzwerk der Kreisgeschäftsführer zu ihren Mitgliedern kommen jährlich ca. 600.00 Unternehmenskontakte zustande. In den Medien erreicht der Verband nachgewiesen monatlich über 30 Millionen Leserkontakte. Zusammen mit seinen über 40 angeschlossenen Fach- und Branchenverbänden ist der BVMW die größte, freiwillig organisierte Kraft des deutschen Mittelstands.

(Redaktion)


 


 

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