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Fußball-WM

Die Marken der FIFA: Werbung mit der Fußball-WM

Die gerade stattfindende Fußball-Weltmeisterschaft ist deutschland- und weltweit eines der größten medialen und kommerziellen Großereignisse. Daher ist es nicht verwunderlich, dass der Fußballweltverband FIFA seit jeher versucht, sein Vermarktungsmonopol an dieser Veranstaltung durch den Schutz diverser Eventmarken wie z.B. „WM 2010″ und „South Africa 2010″ abzusichern.

Die Fifa verfolgt damit das Ziel, sämtliche kommerziellen Bezugnahmen auf die Weltmeisterschaft für viel Geld lizensieren zu lassen. Im Gegenzug bietet der Verband den Sponsoren Exklusivität bei der Werbung mit der WM 2010.

FIFA vs. Ferrero

Bei der Verwirklichung dieses Vorhabens hat die FIFA aber bereits einige Tore kassiert. So urteilte das Bundespatengericht im Vorfeld der WM 2006 in Deutschland, dass die Marken „Fußball WM 2006″ und „WM 2006″ für Waren und Dienstleistungen, die im unmittelbaren Zusammenhang mit der Ausrichtung der WM stehen, keinen Schutz genießen. Der Bundesgerichtshof ging in der zweiten Halbzeit sogar noch weiter und stellte fest, dass der Verbraucher in Eventmarken lediglich einen Hinweis auf das Sportereignis als solches sieht und keinen Herkunftshinweis für ein bestimmtes Produkt. Dieses Urteil hatte die Löschung viele wichtiger FIFA Marken zu Folge.

Kürzlich hat der BGH nun darüber entschieden, ob Marken im Zusammenhang mit der Fußball-WM, auch von anderen Unternehmen geschützt werden dürfen. Der Schokoladenhersteller Ferrero hatte sich für seine Produkte die Markenrechte an den Zeichen „WM 2010″ und „SOUTH AFRICA 2010″ sichern lassen. Daraufhin nahm die FIFA Ferrero auf Löschung der Marke in Anspruch - lief aber erneut ins Abseits. Aus Sicht der Richter werden die Kunden nicht zu der unzutreffenden Annahme veranlasst, Ferrero sei offizieller Sponsor der FIFA. Ferrero behindere die Fifa auch nicht wettbewerbswidrig in ihrem Bemühen, die Fußball-WM zu vermarkten.

Zu beachten bleibt aber, dass die FIFA eine in Deutschland geltende EU-Marke für das Zeichen „WM 2010″ besitzt. Daher muss auch hierzulande die Marke „WM 2010″ von Nicht-Sponsoren respektiert werden.

Richtig werben als Nicht-Sponsor

Vor dem Hintergrund dieser Entscheidungen heißt es für Nicht-Sponsoren bei Werbe - und Markentingmaßnahmen einige Regeln zu beachten:

Nach wie vor gilt es sicherzustellen, keine für die FIFA als Marke eingetragenen Logos wie z.B. das offizielle WM-Logo in Werbemaßnahmen zu verwenden. Bei jeder wirtschaftlichen Verwertung muss der Eindruck verhindert werden, dass der Werbetreibende des Produktes ein Lizenznehmer der FIFA sei.

Jedoch ist eine Marke nur gegen eine kennzeichenmäßige Verwendung geschützt, während eine rein beschreibende Nutzung nicht untersagt werden kann. Insgesamt sollten Nicht-Sponsoren daher auf eine schlagwortartige Verwendung von „WM 2010″ verzichten. Dies kann z. B. der Fall sein, wenn Fanartikel mit der Aufschrift „FIFA WM 2010″ versehen werden oder ein Gewinnspiel unter der Bezeichnung „WM 2010-Gewinnspiel” angeboten wird. Keine kennzeichnende Benutzung liegt hingegen in den Fällen vor, wenn die Marken als Hinweis auf das Ereignis „WM” verwendet werden, z.B. „Unser Angebot zur WM 2010″ oder „Tippen Sie die Spiele der FIFA WM 2010″.

Quelle: Bundesgerichtshof, Urteil vom 12.11.2009 (Az. I ZR 183/07)

(Matthias Besenthal)


 


 

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