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Finanzaufsicht genehmigt HRE-Übernahmeangebot

Auf dem Weg, die angeschlagene Hypotheken- und Pfandbriefbank HRE vor dem Zusammenbruch zu bewahren, hat die Bundesregierung am Freitag (17.- April 2009) eine weitere Hürde genommen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleitungen (BaFin) hat das Übernahmeangebot des staatlichen Rettungsfonds SoFFin für HRE genehmigt. Bis zum 4. Mai haben die Aktionäre nun Zeit, ihre Anteile an den Bund zu verkaufen. Danach werde durch Kapitalerhöhung, Zwangsabfindung und Enteignung versucht, die Bank vollständig zu übernehmen, teilte der SoFFin weiter mit. Großaktionär J.C. Flowers kündigte an, das Angebot «ohne Eile» prüfen zu wollen.

Wie der SoFFin am Freitag in Frankfurt am Main mitteilte, können die Aktionäre ihre Anteile ab sofort andienen. Die Angebotsfrist werde nicht verlängert. Wie aus dem genehmigten Prospekt hervor geht, ist das Angebot mit keinerlei Bedingungen verknüpft. So wird auf eine Mindestannahmeschwelle verzichtet. Mit der Abwicklung wurde die Bank UBS in London betraut.

In der vergangenen Woche hatte der SoFFin bereits angekündigt, je Aktie 1,39 Euro zahlen zu wollen. Darin enthalten ist den Angaben zufolge ein Aufschlag in Höhe von zehn Prozent auf den gesetzlichen Mindestpreis von 1,26 Euro. Dieser errechne sich aus dem durchschnittlichen inländischen Börsenkurs vom 1. bis 15. Februar. Damit beträgt die Offerte für die Bank rund 290 Millionen Euro. Nach Ansicht des SoFFin sei es angesichts der «existenzbedrohenden Lage»
des Konzerns «nicht unwahrscheinlich», dass die bei einer Enteignung gezahlte Entschädigung unter Umständen erheblich unter dem Angebotspreis liegt.

Der Sprecher des SoFFin-Lenkungsausschusses, Hannes Rehm, bezeichnete das Angebot vor dem Hintergrund der Lage der Bank als «attraktiv». Zugleich bekräftigte er, dass die Bundesregierung einen 100-prozentigen «Rettungserwerb» anstrebe und so darüber hinausgehende Maßnahmen verhindern wolle. Nur mit der vollständigen Kontrolle der HRE könnten die «für die Stabilität des Finanzmarktes erforderlichen Maßnahmen rechtssicher, nachhaltig, kosteneffizient und zeitnah umgesetzt werden».

Größter Einzelaktionär der HRE ist der US-Finanzinvestor J.C. Flowers. Dieser hatte sich bereits rechtliche Schritte vorbehalten. Eine Gruppe um Flowers hält rund 23,7 Prozent der Anteile. Fraglich ist, ob der HRE-Groß aktionär Flowers das Angebot annehmen wird. Ein Sprecher bekräftigte, Flowers wolle weiter an der HRE beteiligt bleiben.

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hatte das Angebot mangels Alternativen bereits in der Vorwoche als «attraktiv» bezeichnet. Für die Aktionäre sei die Offerte unter den gegebenen Umständen eine Gelegenheit zum Verkauf.

Im Zusammenhang mit der angestrebten Verstaatlichung hat die Bundesregierung bereits für insgesamt 60 Millionen Euro neue HRE-Aktien erworben und hält derzeit 8,65 Prozent des Kapitals der Bank. Die Bank gilt wegen ihrer starken Verflechtungen mit anderen Finanzinstituten als systemrelevant. Ihr Zusammenbruch hätte nach Ansicht von Experten unabsehbare Folgen für das Finanzsystem. Beim Scheitern einer Übernahme ist als letzte Möglichkeit auch die Enteignung der Aktionäre möglich.

2008 hatte die Hypo Real Estate 5,3 Milliarden Euro Nettoverlust verbucht. Vorstandschef Axel Wieandt kündigte damals an, mindestens in den nächsten beiden Jahre würden noch Verlusten geschrieben. Die HRE wird derzeit mit Hilfen in Höhe von insgesamt 102 Milliarden Euro am Leben gehalten.

(Redaktion)


 


 

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