30.04.2009  11:51 Uhr

Unternehmen/Hypo Real Estate
Flowers will Hypo-Real-Estate nicht verkaufen

Berlin/New York. Der US-Investor J.C. Flowers will das Übernahmeangebot des Bundes für seine Anteile an der schwer angeschlagenen Münchener Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) nicht annehmen und seine Aktien behalten. «J.C. Flowers ist weiterhin davon überzeugt, dass die HRE-Aktie werthaltiger ist als 1,39 Euro», teilte der Investor am Donnerstag (30. April 2009) in New York unter Verweis auf die Höhe des Übernahmeangebotes mit. «Als längerfristig orientierte Investoren wollen wir das Unternehmen auf dem Weg in die Zukunft begleiten», hieß es weiter.

Unabhängig von dem Ergebnis des Übernahmeangebotes prüft Flowers den Angaben zufolge alle Optionen im Hinblick auf die Pläne der Bundesregierung für eine Enteignung der Altaktionäre. Zwei Gutachten von namhaften deutschen Rechtsprofessoren hätten ergeben, dass es erhebliche Bedenken gegen die Rechtmäßigkeit des sogenannten Enteignungsgesetzes gibt.

Der Bund will dennoch an seinem Verfahren zur Übernahme des krisengeschüttelten Instituts festhalten. «Die Entscheidung von Herrn Flowers nehmen wir zur Kenntnis», sagte der Sprecher des Bundesfinanzministeriums, Stefan Olbermann, in Berlin. «Sie wird am weiteren Verfahren zur vollständigen Übernahme der HRE durch den Bund nichts ändern», fügte er hinzu. Unterdessen zeigte sich der finanzpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Otto Bernhardt (CDU), überzeugt, dass eine Enteignung Flowers' nun feststehe. «Die Enteignung wird durchgeführt,» sagte er.

Der staatliche Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) kann inzwischen über rund 16,2 Prozent des HRE-Grundkapitals verfügen. Die HRE-Aktionäre haben bis zum 4. Mai Zeit, ihre Anteile für 1,39 Euro je Aktie anzudienen. Danach wird der Rettungsfonds versuchen, mittels Kapitalerhöhung, Zwangsabfindung und Enteignung den im MDAX geführten Konzern vollständig zu übernehmen. Die HRE wird derzeit mit Hilfen in Höhe von insgesamt 102 Milliarden Euro am Leben gehalten, davon 87 Milliarden Euro vom Staat. Flowers hielt zuletzt mit seinen Partnern mehr als 20 Prozent an der Bank.


 

(Redaktion)

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