Gleichberechtigung
Frauen in Führungspositionen: „Achtung Jungs, wir sind Spitze“
Stuttgart. Die geringe Anzahl von Frauen in Führungspositionen und die Frage nach der Notwendigkeit einer Frauenquote war das spannende Thema der Veranstaltung, zu der die MIT Stuttgart und die Frauenunion der CDU geladen hatten. Ines Aufrecht, Leiterin Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Stuttgart und Vorstandsmitglied der MIT Stuttgart,moderierte die Veranstaltung.

Wirtschaftsförderin Ines Aufrecht moderierte die Veranstaltung der MIT "Achtung Jungs, wir sind Spitze!" in den Räumen der Stuttgarter Volksbank.
Das Publikum - etwa 100 Personen - bestand größtenteils aus Frauen in verantwortungsvollen Positionen und aus selbstständigen Unternehmerinnen. Aber auch junge, studierende Frauenpower war bestens vertreten. Ines Aufrecht, Leiterin Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Stuttgart und Vorstandsmitglied der MIT Stuttgart, führte durch den Abend. In Ihrer Begrüßungsrede forderte sie ein selbstbewussteres Auftreten von Frauen und ein verstärktes Engagement in Frauennetzwerken: „Frauenpower ist eine Bereicherung für die Gesellschaft und eine Chance für die Wirtschaft.“
Eva Maria Roer, Inhaberin der DT&SHOP GmbH, Bundesverdienstkreuzträgerin und Vorstandsvorsitzende von TOTAL E-QUALITY Deutschland e.V., referierte zum Thema „Die Wirtschaft wird weiblicher“. Sie legte dar, dass sich innerhalb der letzten zwanzig Jahre die Anzahl der Frauen in leitender Position kaum vergrößert hat. Dies sei ein untragbarer Zustand zumal es viele, für Führungsjobs qualifizierte Frauen gebe, aber noch immer keine gelebte Chancengleichheit. Nach wie vor seien es die Männer, die die Frauen auf der Karriereleiter überholten. Und dies geschehe, obwohl Frauen doch die gleiche Qualifikation hätten: „wir sind nicht doof, aber als Frau denkst du dann, du bist es,“ so Frau Roer.
Prof. Dr. Senatorin h.c. Susanne Ertle-Straub, Professorin für Immobilienwirtschaft, betonte die Notwendigkeit einer persönlichen Zielsetzung. Es sei auch notwendig, für seine Ziele zu kämpfen. Sinnvoll sei die Vernetzung von Frauen, um auf der ersten und zweiten Führungsebene Erfolg zu haben.
Die anschließende Podiumsdiskussion wurde von Frau Dr. Donate Kluxen-Pyta, Vorsitzende der Frauen Union Stuttgart, moderiert. Gesprächspartnerinnen waren Petra Jouaux, Unternehmerin, Prof. Dr. Susanne Ertle-Straub, Professorin für Immobilienwirtschaft, Dr. Ing. Petra Püchner, Leiterin des Steinbeis-Europa-Zentrums und Gabriele Reich-Gutjahr, Inhaberin der ASKESIS GmbH & Co KG und Mitglied des European Women’s Management Development International Network.

Frauenpower im Wirtschaftsleben: Petra Jouaux, Susanne Ertle-Straub, Donate Kluxen-Pyta, Petra Püchner und Gabriele Reich-Gutjahr diskutieren über die Rolle der Frau.
Es zeichnete sich in dieser Diskussionsrunde ab, dass die Vereinbarkeit von Familie, Kindern und leitender Stellung nur durch die gezielte Förderung und Unterstützung seitens wohlmeinender Menschen möglich ist. Klar wurde aber auch, dass ohne eine Quotenregelung nur in wenigen Fällen eine Frau an die Schaltstellen der Macht kommt. Alle Gesprächsteilnehmerinnen appellierten an die Frauen, dass sich „Frau“ auch trauen müsse, mehr Selbstbewusstsein an den Tag zu legen, weil „Frau“ einfach gut sei. Petra Püchner konstatierte: „Bessere Abschlüsse machen die Mädchen, Karriere machen die Männer.“ Die Damen aus dem Publikum belebten durch viele Fragen und Hinweise, auf ihre eigenen Berufswege und ihre verantwortliche Stellung in eigenen Betrieben, die Diskussion.
Als Fazit der Diskussion zitierte Ines Aufrecht den Milliardär Rockefeller: „ das Urteil meiner Frau war immer besser als meines. Ohne ihren scharfsinnigen Rat wäre ich heute ein armer Hund.“
Hans R. Zeisl, stv. Vorstandssprecher der Volksbank Stuttgart hatte bei seiner freundlichen Begrüßung zu Beginn des Abends schon darauf hingewiesen, dass für die Stärkung aller gesorgt sei. Bei leckeren Häppchen und gutem Wein wurde noch lange geredet und viel Networking betrieben.
(Ute Dick / Redaktion)
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