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Vom Dach der Welt zur Teppich-Insel - Tibeter Teppiche und ihre Geschichten

Im Unternehmen DIE TEPPICH-INSEL Holzgerlingen ist noch bis zum 22. September eine Ausstellung von Tibeter-Teppichen zu sehen. Inhaber Gerhard Maier zeigte darin moderne und traditionelle Tibeter-Teppiche vom "Dach der Welt". Das Besondere: Gerhard Maier zählt zu den wenigen, die auch heute noch ihre Teppich selbst vor Ort aussuchen.

Die Ausstellungen in der TEPPICH-INSEL sind seit Jahren zu einem festen kulturellen Bestandteil, weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannt geworden. Inhaber Gerhard Maier ist einer der wenigen Experten, die heute noch direkt im Orient und in Asien einkaufen. Er verspricht seinen Kunden und Besuchern faszinierende Tibeter-Teppiche in moderner und traditioneller Mustergebung. “Das Geheimnis der Tibeter und ihrer Teppiche, ihrer Kultur und ethnischen Prägung ist noch weitgehend unerforscht", so Maier. "Wir wollen mit dieser Ausstellung die Liebe zu diesem uralten Volksgut wecken und auch die Qualitäts-Unterschiede in den Teppichen und die symbolische Bedeutung der Motive und Ornamente den Besuchern nahe bringen”. 

Wertvolle Tibeter-Teppiche in mühevoller Kleinarbeit zusammengetragen

In mühevoller Kleinarbeit hat Maier in den letzten Jahren eine umfassende Sammlung von Tibeter-Teppichen mit modernen und traditionellen Mustern zusammengetragen. Viele erlebte Abenteuer beim Auffinden der ausgefallenen Stücke waren alltägliche Begleiterscheinungen. Teppichfreunde und solche, die es werden wollen, werden beim Betrachten der Ausstellungsstücke voll auf ihre Kosten kommen. 

Die Tibeter-Teppich-Kollektion zeigt Knüpfungen mit ca. 60.000 Knoten pro m². Selten sind Tibeter mit 95.000 Knoten pro m² und Teppiche mit gar 120.000 Knoten pro m² sind absolute Ausnahme-Knüpfungen, die vor allem für die Oberschicht in geringen Stückzahlen geknüpft wurden. Eine weitere Meisterleistung bei diesen Stücken ist der akkurat ausgeführte Reliefschnitt, der durch Konturenvertiefung die Motive dem Auge noch wertvoller erscheinen lässt.

70.000 Tibeter auf der Flucht 

Gerhard Maier über Sinn und Zweck der Ausstellung und den kulturellen Hintergrund: "Als im Jahr 1959 etwa 70.000 Tibeter mit ihrem Gottkönig, dem Dalai Lama, vor den anrückenden Chinesen nach Nepal flohen, schwieg der Westen. Sie kamen zu den Ärmsten der Armen mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 150,-- Euro im Jahr. Iten-Maritz, ein Schweizer Importeurs-Kollege, sah die Not der Tibeter bei einem Besuch ihrer Notunterkünfte in Bokhara und ermunterte sie, weiter ihre Teppiche zu knüpfen. Er versprach, für Abnehmer in der Schweiz und Deutschland zu sorgen. Nur 5 Jahre später vergaben auch wir Aufträge an die Tibeter und verkauften ihre geknüpfte Volkskunst in Deutschland. Der Run auf Tibeter-Teppiche begann. Erst recht als wir Designer einschalteten, die alte Tibeter-Muster und Farben modernisierten und auf den deutschen Geschmack abstimmten."

Mit dieser Ausstellung und der gesamten Tibeter-Kollektion will DIE TEPPICH-INSEL auf die Sonderstellung des echten Tibeter-Teppichs auf einer Fläche von etwa 500 m²  aufmerksam machen. Heute ist der Tibeter-Teppich zum Exportgut Nummer Eins aus Nepal geworden. Ein Knüpfer versorgt mit seinem Verdienst etwa 50 Familienangehörige. Wie bei allen original Knüpfländern, so Gerhard Maier, wird der Tibeter von Nachknüpfländern wie Pakistan und Indien kopiert. Die verwendete Wollqualität in diesen Ländern ist nicht so strapazierfähig. Die Himalaja-Wolle der Tibeter hingegen, die aus den Hochregionen des Himalajas von bis zu 4.000 m Höhe gewonnen wird, ist weltweit spitze. 

Es ist das Urial-Schaf, das allein in diesen Höhen gezüchtet wird und der Kälte von bis zu - 40° C durch den hohen Fettgehalt der Wolle standhält. Beim fertigen Teppich wiederum sorgt der Fettgehalt der Wolle für enorme Strapazierfähigkeit, Schmutzunempfindlichkeit, und Mottenechtheit. Er sorgt ferner für ein glanzreiches Oberflächenbild und lange Lebensdauer. Das Unternehmen "Teppich-Insel" führt eine breite Größenpalette von 40 x 40 cm, über Standardmaße bis zu 3 x 4 m Teppichen. Dazu kommen Runde und Quadratische, Läufer und Bettumrandungen. 

Die Ausstellung von Tibeter-Teppichen dauert noch bis 22. September 2011. Gerne werden für Schulen, Betriebe, Gruppen und Vereine extra Führungen angeboten. Voranmeldung unter Telefon 07031/604043. 

(Redaktion)


 


 

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