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Geothermie

Auch in Leonberg Schäden nach Geothermiebohrung - Minister Untersteller vor Ort

Auf Einladung des Sprechers der geschädigten Anwohner hat Umweltminister Franz Untersteller in Leonberg Gebäude besichtigt, die im Zuge von Erdwärmesondenbohrungen vergangenen Sommer zum Teil schwer beschädigt worden sind.

Dabei machte sich Minister Franz Untersteller ein Bild vom Ausmaß der Schäden und informierte sich bei Betroffenen über den Stand der Sanierung und des Verfahrens zur Regulierung der Schäden. Erneut betonte Minister Untersteller: „Schäden wie in Leonberg dürfen nicht vorkommen. Aber weil sie nicht zu 100 Prozent auszuschließen sind, muss künftig im Vorfeld einer Bohrung eine verschuldensunabhängige Versicherung abgeschlossen werden. Es darf keinen jahrelangen Rechtsstreit um die Schuldfrage geben!“

In Leonberg zeichnet sich eine Schadensregulierung über die Versicherung der Bohrfirma ab, „das“, so Untersteller, “begrüße ich ausdrücklich. Und ich hoffe vor allem, dass es schnell geschieht und die Sanierung der beschädigten Häuser zügig angegangen werden kann.“

Geschädigte Hausbesitzer trugen dem Minister vor allem ihre Sorge vor, dass es niemanden gibt, der sie für die Wertminderung ihrer Immobilien finanziell entschädigt. In diesem Punkt sagte Untersteller zu, dass man sich nach der Sanierung der Häuser über diese Frage erneut unterhalten und nach einer Lösung suchen werde.

Geothermiebohrungen in Leonberg

Im Stadtteil Leonberg-Eltingen, wurden im Juli 2011 zwei Bohrungen für Erdwärmesonden ausgeführt. 

Im Zuge der Bohrarbeiten kam es zu starken Setzungsschäden an der umliegenden Bausubstanz. Ursache war offensichtlich, dass durch die Bohrungen zwei Grundwasserleiter verbunden wurden und das obere Grundwasserstockwerk entwässert wurde. Es kam zu Setzungsbewegungen des empfindlichen Untergrundes und infolgedessen zu Gebäudeschäden. Dem Landratsamt Böblingen wurden insgesamt Schäden an 71 Gebäuden gemeldet. 

Beide Bohrungen sind zwar abgedichtet, während an der erfolgten Abdichtung der einen Erdwärmesonde (EWS 2) aber kein Handlungsbedarf mehr besteht, muss an der anderen Erdwärmesonde (EWS 1) nach übereinstimmender Expertenmeinung die Abdichtung noch weiter ertüchtigt werden. In welchem technischen Verfahren das geschieht, soll in den nächsten Wochen entschieden werden. Idealerweise erfolgt die Sanierung der beschädigten Gebäude nach der abgeschlossenen Abdichtung.

Die Sanierungskosten sollen von der Versicherung der Bohrfirma übernommen werden. Das Verfahren zur Schadenserhebung und Beweissicherung läuft allerdings noch.

Das Umweltministerium hat als Reaktion auf die Schadensfälle von Leonberg noch im Sommer 2011 Leitlinien zur Qualitätssicherung bei Geothermiebohrungen erlassen und die Anforderungen an den Versicherungsschutz der Bohrfirmen erhöht.

(Redaktion)


 


 

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