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Großaktionär aus Abu Dhabi will langfristig in Daimler investieren - Regierung sieht Engagement positiv

Der Autohersteller Daimler hat sich eine Finanzspritze verpasst. Der Großaktionär Aabar Investments PJSC aus Abu Dhabi will langfristig in den Autohersteller investieren. Aabar strebe nicht nach dem schnellen Geld, «wir sind hier für einen längeren Zeitraum», sagte der Aabar-Vorsitzende, Khadem Al Qubaisi, am Montag in Stuttgart. Aabar stehe voll und ganz hinter der Strategie des DAX-Konzerns und plane keine Zerschlagung, betonten beide Seiten. Am Sonntagabend hatte Daimler mitgeteilt, dass Aabar 9,1 Prozent der Anteile übernimmt und damit neuer Großaktionär wird. Der Einstieg bringt Daimler rund 1,95 Milliarden Euro.

Bezüglich der Länge des Engagements wollte sich Al Qubaisi nicht konkret äußern. Vielleicht dauere das Investment so lange, wie Abu Dhabi existiere. Die Gespräche über die Übernahme von Anteilen hätten vor drei Monaten begonnen. Es sei am besten zu kaufen, wenn Panik herrsche, erklärte Al Qubaisi.

Zetsche nannte drei Beweggründe für die Zusammenarbeit. Bei Aabar handele es sich um einen Schlüsselinvestor, die Kapitalbasis werde deutlich verbessert und es gebe die Möglichkeit für Gemeinschaftsprojekte. Dabei werde es um hochkapazitive Batterien, Verbundwerkstoffe und die Forschung im Bereich der Null-Emission gehen. Er sehe es als Zeichen der Stärke, dass Daimler seine Zukunft eigenständig absichere, erklärte Zetsche. Mit den zwei Großaktionären, Abu Dhabi und Kuwait, stehe Daimler auf festeren Füßen. Die Verluste der einstigen US-Tochter Chrysler und die schwachen Verkäufe der Marke Mercedes-Benz hatten den Konzern im Schlussquartal 2008 in die roten Zahlen gebracht.

Großaktionäre, die bereit sind, sich viele Jahre zu engagieren, sind derzeit wegen der schwierigen und kostspieligen Neuausrichtung der Autobranche in Richtung umweltschonendere Fahrzeuge und alternative Antriebe gefragt. Daimler hat Zetsche zufolge jetzt den «First Mover»-Vorteil.

Investmentbanker hätten das Engagement positiv bewertet, erklärte Zetsche. An der Börse legte die Daimler- Grundkapital -eines-unternehmens-_id38730.html'>Aktie in einem positiven Marktumfeld bis 15.00 Uhr um 0,7 Prozent auf 21,50 Euro zu. Die am Morgen verzeichneten Kursgewinne mit einem Tageshoch bei 23,10 Euro waren im Handelsverlauf wieder aufgezerrt worden.

Auch die Bundesregierung begrüßte den Einstieg. «Die Bundesregierung sieht das Engagement von Aabar Investments bei Daimler als positives Signal», sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm. Mit der Investition würden auch die langfristigen Wachstumschancen und die Leistungsstärke der Branche in Deutschland anerkannt.

Aabar wolle eine deutlich aktivere Rolle spielen als der bisherige Daimler-Groß aktionär Kuwait, sagte Al Qubaisi. Er werde sich jedoch «nicht ins Tagesgeschäft einmischen». Einen Sitz im Kontrollgremium wolle er nicht ausschließen. Im Moment sei dies nicht geplant.

Um dem neuen Großaktionär den Einstieg zu ermöglichen, hatte Daimler das Grundkapital um rund ein Zehntel erhöht. Die Stuttgarter reichen alle neuen Aktien aus der Kapitalerhöhung an Aabar zu je 20,27 Euro weiter. Der Preis liegt damit rund 5 Prozent unter dem Schlusskurs der Daimler-Aktie vom Freitag. Die Papiere seien jedoch nicht dividendenberechtigt, sagte Zetsche.

Aabar ist nach eigenen Angaben eine Investmentgesellschaft. Das Unternehmen, das direkt oder indirekt Großaktionär des österreichischen Ölunternehmens OMV oder von MAN Ferrostaal ist, investiert direkt in Firmen der Energie-, Infrastruktur -, Immobilien-, Auto- und Finanzdienstleistungsbranche. Aabar wird von der International Petroleum Investment Company (IPIC) kontrolliert, die sich im Besitz der Regierung des Emirats Abu Dhabi befindet.

(Redaktion)


 


 

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