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Handwerk bleibt stabil - Abwrackprämie und Konjunkturpaket zeigen Wirkung

Das Handwerk im Südwesten leidet bislang kaum unter der Wirtschaftskrise. «Einen Einbruch wie in anderen Zweigen hat es im Handwerk nicht gegeben», sagte der Präsident des Baden-Württembergischen Handwerkstags (BWHT), Joachim Möhrle, am Freitag (10.07.2009) in Stuttgart. Für das nächste Quartal zeigten die Firmen in einer Konjunkturumfrage «verhaltenen Optimismus». Die Zulieferer für das Gewerbe seien allerdings «Sorgenkinder», die «in erheblichem Maße» unter der Krise litten.

Aktuell beurteilt der Umfrage zufolge ein Drittel der Befragten ihre Geschäftslage als gut. Knapp 40 Prozent gehen von einer Verbesserung in den Sommermonaten aus. Am besten beurteilen die Handwerker im Baugewerbe ihre Lage. «Die Konjunkturprogramme kommen beim Handwerk an», sagte Möhrle. Von den 866 Millionen Euro, die der Bund den Kommunen in Baden-Württemberg zur Verfügung stelle, flössen mindestens zwei Drittel in die energetische Sanierung.

   Gut sei die Situation wegen der Abwrackprämie auch im KfZ-Gewerbe. Fast die Hälfte der dort tätigen Handwerker melden Möhrle zufolge steigende Umsätze. Von den befragten Handwerkern, die für das Gewerbe arbeiten, klagt hingegen rund die Hälfte über eine schlechtere Geschäftslage. Es ist die einzige Gewerbegruppe, die im Vergleich zum Vorjahr «deutlich schlechtere Erwartungen» an das nächste Quartal hat. Für 2009 geht der Handwerkstag insgesamt von einem realen Umsatzrückgang von durchschnittlich 2,3 Prozent aus. Im vergangenen Jahr setzten die Handwerker 69 Milliarden Euro um und übertrafen damit das Vorjahresergebnis um 3,2 Prozent.

   Der Lehrstellenmarkt zeigt sich bislang ebenfalls kaum beeindruckt von der Wirtschaftskrise. «Die Ausbildungsbereitschaft ist nach wie vor da», betonte der BWHT-Chef. Allerdings rechne die Kammer damit, dass in diesem Jahr erneut viele Stellen unbesetzt bleiben. Grund sei, dass es für bestimmte Branchen wie den Lebensmittelsektor zu wenig Bewerber gebe und die Bewerber für andere Branchen, etwa den Heizungsbau, häufig zu schlecht qualifiziert seien. Derzeit seien noch bis zu 5000 Lehrstellen für das kommende Ausbildungsjahr frei.

Bis Ende Juni seien sieben Prozent weniger Verträge abgeschlossen worden als im Vorjahr. Ein Grund dafür sei auch die Vorsicht der Betriebe wegen der unsicheren Zukunft.

   Wegen der Krise klagt laut Möhrle bereits ein Drittel der Unternehmen über die Banken. «Es gibt zwar keine Kreditklemme, aber die Betriebe haben schon Finanzierungsschwierigkeiten», sagte der Kammerchef. So gebe es Probleme mit Kreditverlängerungen und viel höhere Anforderungen im Hinblick auf Sicherheiten. Möhrle kritisierte zudem die Rettungspakete der Bundesregierung für große Unternehmen. Der Staat spiele sich als «Heilsbringer» auf und verzerre damit den Wettbewerb. Große Betriebe, die «die Trommel am lautesten rühren» würden gerettet, während Handwerksbetriebe meist «im Stillen sterben».

2008 gab es 129 300 Handwerksbetriebe im Südwesten. Erstmals seit fünf Jahren sank ihre Zahl leicht, und zwar um 137.

(Redaktion)


 


 

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