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Handwerkskonjunktur: Hochstimmung weicht Zufriedenheit

„Die ganz große Hochstimmung ist vorbei, die Betriebe waren aber weiter mit Ihrer geschäftlichen Situation im letzten Quartal zufrieden“, kommentierte Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle das Ergebnis der vierteljährlichen Konjunkturumfrage des Baden-Württembergischen Handwerkstages (BWHT).

Vor allem gewerbliche Zulieferer müssten Rückgänge bei Aufträgen und Umsatz hinnehmen.

Nachdem im vierten Quartal 2011 noch rund 57 Prozent der befragten Betriebsinhaber ihre damalige wirtschaftliche Situation als gut befanden, waren es im Schlussquartal 2012 nur noch 49 Prozent. Genauso gehen mit 49 Prozent deutlich weniger Betriebe optimistisch ins neue Jahr als dies noch vor zwölf Monaten der Fall war (58%). Dennoch blieben die Betriebe grundsätzlich zufrieden: Der Anteil der Unzufriedenen sank sogar binnen Jahresfrist von zehn auf neun Prozent.

Der BWHT-Konjunkturindikator, der Geschäftslage und -erwartungen in einer Kennzahl zusammenfasst, sank auf 40,3 Punkte. Wie im Vorjahr boomte vor allem das Bauhauptgewerbe kräftig. Hier waren drei von fünf Betrieben mit ihren Geschäften sehr zufrieden. Der Anteil der Unzufriedenen ging sogar von 8,4 auf knapp sieben Prozent zurück. Anders sah es bei den Handwerkern für den gewerblichen Bedarf aus: Waren vor einem Jahr noch knapp zwei von drei Betrieben zufrieden und nur rund acht Prozent unzufrieden, so zeigten sich im Schlussquartal 2012 nur noch 49 Prozent der Befragten zufrieden (unzufrieden: 11,5%). Die konjunkturelle Abschwächung, die die industriellen Kunden weniger ordern ließ, wirkte sich hier deutlich aus. Das wurde auch an rückläufigen Auftragseingängen deutlich: Mehr als jeder dritte Betrieb dieser Branche meldete weniger Aufträge. Vor einem Jahr waren es noch 18 Prozent. Nur ein knappes Viertel der Betriebe akquirierte mehr Aufträge.

Auch die Auftragsreichweite nahm durchschnittlich um zweieinhalb Wochen auf nun 7,4 Wochen ab. Im gesamten Handwerk hielten sich Betriebe mit zu- und abnehmenden Auftragseingängen die Waage, aber der Anteil derjenigen Betriebe mit rückläufigen Auftragseingängen legte von 20 auf 25 Prozent zu. Auch beim Umsatz meldeten mehr Betriebe Rückgänge als im Vergleichsquartal. Trotz allem gehen die Handwerker mit leichtem Optimismus ins Jahr 2013: Zumindest hoffen sie, etwas mehr Aufträge an Land zu ziehen und etwas mehr Umsatz zu erwirtschaften, als sie es im ersten Quartal 2012 getan haben.

(Redaktion)


 


 

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