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Wird Hauptbahnhof zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt? UNESCO-Berater gegen Abriss.

Der vom Abriss bedrohte Stuttgarter Hauptbahnhof könnte möglicherweise Weltkulturerbe der UNESCO werden. Wie der Südwestrundfunk (SWR) am Mittwoch mitteilte, liegt dem Sender eine entsprechende Empfehlung von Mitgliedern des Internationalen Rats für Denkmalpflege vor, der die UNESCO in Fragen des Weltkulturerbes berät.

Die Experten richten ihren Appell unter anderem an Bundeskanzlerin Angela Merkel, den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger und Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (alle CDU). Oettinger und Schuster hatten den Angaben zufolge den Teilabriss des Bahnhofs zugunsten des Großprojektes Stuttgart 21 bislang befürwortet. Gerade sie müssten nun bei der UNESCO den Antrag stellen, den Bau ins Weltkulturerbe aufzunehmen.

Für die UNESCO-Berater, die den Appell an die Politiker unterzeichnet haben, zählt der Stuttgarter Hauptbahnhof zu den bedeutendsten Bauwerken der Welt. Sie stellen ihn als schützenswert in eine Reihe mit drei anderen Bahnhöfen: dem Pariser Gare de l'Est, dem Bahnhof von Istanbul und dem Bahnhof von Budapest, den Gustave Eiffel erbaute. Der Stuttgarter Hauptbahnhof wurde in den Jahren 1914 bis 1927 von dem deutschen Architekten Paul Bonatz errichtet.

Der langjährige Präsident der Bundesarchitektenkammer und ehemalige Stuttgarter Bundestagsabgeordnete Peter Conrady (SPD) äußerte sich im Sender SWR 2 «überrascht und hoch erfreut» über den Vorstoß der Mitglieder des Internationalen Rats für Denkmalpflege. Dies werde den öffentlichen Druck auf die Politik erhöhen, das historische Gebäude zu erhalten.

Der Architekt und Denkmalschützer Matthias Rosner wirft der Stadt Stuttgart und der Landesregierung wegen der Abrisspläne «eklatante Rechtsbeugungen» vor. Oettinger und Schuster hätten die «Zerstörung unwiederbringlichen Kulturguts» zu verantworten, sagte Rosner dem Sender. Dies widerspreche der Landesverfassung von Baden-Württemberg, die den Schutz von Kulturgut als Staatsziel festlege. «Die Situation ist absurd, weil die Politiker ihren Amtseid und unsere Gesetze nicht ernst nehmen», klagte Rosner.

(Redaktion)


 


 

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