Sie sind hier: Startseite Stuttgart
Weitere Artikel
Steuern

Doppelte Haushaltsführung - jetzt auch für nichteheliche Lebenspartner

Lebenspartner ohne Trauschein können bei der Steuer ihre Ausgaben für eine doppelte Haushaltsführung ansetzen. Das geht dann, wenn der Ort der gemeinsamen Wohnung und der Ort der Tätigkeit weit auseinander liegen. Dies haben die Richter des Finanzgerichts Münster entschieden.

Umstände des Einzelfalls

Damit das Finanzamt die Kosten für die doppelte Haushaltsführung anerkennt, sind immer die Umstände des Einzelfalls genau zu prüfen. Das Finanzamt prüft unter anderem, ob:

-  sich der Lebensmittelpunkt nicht am Ort der Beschäftigung befindet und

-  am Ort des Lebensmittelpunkts ein eigener Hausstand unterhalten wird.

Wo sich der Ort des Lebensmittelpunkts befindet und ob dort ein eigener Hausstand unterhalten wird, bewertet sich anhand verschiedener Indizien.

Der Fall

Die Richter des Finanzgerichts Münster erkannten die Aufwendungen an, die eine Frau geltend machte. Sie konnte nachweisen, dass sie in die Wohnung ihres Lebenspartners gezogen war und dort die Wochenenden und ihren Urlaub verbrachte. In der 90 Kilometer entfernten Stadt unterhielt sie zusätzlich eine Wohnung von 69 qm. Die Wohnung war in der Nähe ihrer Arbeitsstätte.

Eigener Hausstand

Mit dem Einzug in die Wohnung des Lebensgefährten verlagerte die Klägerin ihren Lebensmittelpunkt. Sie unterhielt nun einen eigenen Haushalt, da sie die Haushaltsführung mitbestimmte. Das Urteil wäre sicher anders ausgefallen, wenn die Klägerin als Gast in einem fremden Haushalt oder im Haushalt der Eltern ihre Zeit verbracht hätte und keinen Einfluss auf die dortige Haushaltsführung genommen hätte.

Abwägen von Indizien

Für den Lebensmittelpunkt in der gemeinsamen Wohnung sprach in diesem Fall das Indiz, dass die Wohnung am Ort der Tätigkeit nur 69 qm groß war. Dies ist für eine Zweitwohnung eine angemessene Größe.

Für den Lebensmittelpunkt am Ort der gemeinsamen Wohnung sprach letztendlich auch die Tatsache der Eheschließung am Jahresende.

Für den Nachweis des eigenen Hausstands spricht immer eine finanzielle Beteiligung an den Kosten des Haushalts. Im vorliegenden Fall war es nicht schädlich, dass die Klägerin nicht nachweisen konnte, ob sie sich finanziell am gemeinsamen Haushalt beteiligte. Hier wogen die anderen Indizien stärker.

Finanzgericht Münster, Aktenzeichen 1 K 4150/08 E

Quelle: www.steuiernsparen.de

(Redaktion)


 


 

Trauschein
Haushaltsführung
Finanzgerichts
Eheschließung
Lebensmittelpunkt

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Trauschein" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: