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Heidelberger Druck entlässt 3000 Mitarbeiter in Deutschland

Die Heidelberger Druckmaschinen AG ist weitaus stärker von der Wirtschaftskrise betroffen als zunächst erwartet. Das Unternehmen wird bis Ende des Jahres weitere 2500 Mitarbeiter weltweit entlassen, wie der MDAX-Konzern am Donnerstag (26. März 2009) mitteilte. Besonders hart trifft es den Hauptstandort Wiesloch-Walldorf, an dem die Produktion der Packaging-Produkte konzentriert wird. Die IG Metall kündigte an, für den Erhalt der Arbeitsplätze zu kämpfen.

Erst Mitte 2008 hatte der Maschinenbauer die Streichung von 2500 Stellen angekündigt, sodass sich der Abbau auf nunmehr 5000 Stellen summiert. Von den 3500 Stellen, die davon noch abgebaut werden müssen, befinden sich 3000 in Deutschland. Damit wird das Unternehmen bis Ende 2009 seine Mitarbeiterzahl um rund ein Viertel auf etwa 15 000 reduzieren. Am Standort Wiesloch-Walldorf werden 2000 Mitarbeiter entlassen.

Die Produktion am Standort Mönchengladbach wird laut dem Vorstandsvorsitzenden Bernhard Schreier eingestellt. Standortschließungen würden geprüft. Diese Krise schlage alles, was «bisher da war», betonte Schreier. Ein Ende sei nicht erkennbar. Bisher könne er nicht sagen, wann die Bodenbildung erreicht werde. Weitere Stellenstreichungen schloss er nicht aus. Das Management werde auch in Zukunft alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Ertragssituation des Unternehmens nachhaltig zu stabilisieren, sagte Schreier. Derzeit befinden sich die Mitarbeiter in allen Werken in Kurzarbeit.

Um die notwendigen Personalanpassungen auch durch betriebsbedingte Kündigungen realisieren zu können, werde der Tarifvertrag zur Zukunftssicherung zum 30. Juni 2009 gekündigt, teilte Heidelberger Druck weiter mit. Laut Schreier wird den noch zu entlassenden Mitarbeitern größtenteils betriebsbedingt gekündigt.

Die IG Metall erklärte unterdessen, der Arbeitsplatzabbau werde nicht hingenommen. Der Arbeitnehmerseite sei bewusst, dass sich die Heidelberger Druckmaschinen AG in einer wirtschaftlich schwierigen Situation befinde. Um Kosten zu sparen, sollte allerdings die Kurzarbeit ausgeweitet werden.

Durch die Entlassungen und weitere Sparmaßnahmen sollen die Einsparungen von bislang 200 auf 400 Millionen Euro bis zum Geschäftsjahr 2010/2011 verdoppelt werden. Neben den Personalkosten sollen sich die Sachkosten in der Forschung und Entwicklung, Produktion und Verwaltung sowie im Vertrieb reduzieren. Den Investitionsetat will der Konzern halbieren. Der Aufwand für die Kostensenkungsprogramme werde zwischen 170 und 190 Millionen Euro liegen. Davon werde der größte Teil noch im laufenden Geschäftsjahr verbucht, sagte Schreiber.

Bereits Mitte 2008 hatte der Konzern ein Paket zur Kostenreduzierung verabschiedet und wegen der wirtschaftlichen Situation Ende Oktober ausgeweitet. Die seit Herbst 2008 zu verzeichnende Investitionszurückhaltung habe sich auch 2009 fortgesetzt, begründete der Maschinenbauer jetzt die weiteren Einsparungen. Gründe hierfür seien vor allem eine geringe Auslastung
der Druckereien sowie die restriktive Kreditvergabe der Banken an die Kunden des Druckmaschinenherstellers.

(Redaktion)


 


 

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