Sie sind hier: Startseite Stuttgart Aktuell
Weitere Artikel
Personalien/Helmut Kohl

Heute in Stuttgart: Altkanzler Kohl tritt erstmals wieder öffentlich auf

Der 8. Mai ist ein wichtiger Tag im Leben von Helmut Kohl. An diesem Tag vor einem Jahr heiratete der frühere Bundeskanzler die 34 Jahre jüngere Maike Richter in Heidelberg. Exakt ein Jahr später lässt sich der 79-Jährige erstmals seit seiner schweren Kopfverletzung im vergangenen Jahr wieder in der Öffentlichkeit blicken. Die Auszeichnung mit dem Hanns-Martin-Schleyer-Preis in Stuttgart hat Kohl für seine Rückkehr auf die öffentliche Bühne ausgesucht.

Altkanzler Helmut Kohl war nach einem Sturz im Februar 2008 in seinem Wohnhaus in Ludwigshafen in die Universitätsklinik Heidelberg gebracht worden. Dort musste er wegen eines Schädel-Hirn-Traumas sofort operiert werden. Während des folgenden Reha-Aufenthalts hatte Kohl im Mai 2008 in der Kapelle der Klinik seine Lebensgefährtin Richter im engsten Freundeskreis geheiratet. Die Volkswirtin hatte sich extra von ihrem Job im Bundeswirtschaftsministerium beurlauben lassen, um für Kohl zu sorgen. Im Juli konnte Kohl die Reha-Klinik verlassen.

Seither hat sich der frühere Kanzler schrittweise erholt, in seinem Haus in Ludwigshafen empfängt er nach Angaben seines Büros regelmäßig Besucher, auch hochrangige Politiker. Dazu gehörten der «Welt» zufolge Verteidigungsminister Franz Josef Jung, die Ministerpräsidenten Roland Koch und Jürgen Rüttgers, der frühere Ministerpräsident Bernhard Vogel sowie der Vorsitzende der Jungen Union, Philipp Mißfelder (alle CDU), der damalige Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) und der einstige FDP-Außenminister Klaus Kinkel. Kohl verfolge das politische Geschehen in Deutschland sehr genau, hieß es in seiner Umgebung.

Mit häufigen Auftritten in der Öffentlichkeit von Kohl, der am Freitagabend in Stuttgart wahrscheinlich im Rollstuhl sitzen sollte, ist in den nächsten Wochen jedoch wohl eher nicht zu rechnen. Der Auftritt sei eine «Ausnahme», betont Kohls Büro. Der Alt-Kanzler wolle sich ansonsten noch Schonung auferlegen. Bei der CDU-Veranstaltung «60 Jahre Bundesrepublik Deutschland und 20 Jahre Mauerfall - Erinnerungen und Ausblick» am vergangenen Montag fehlte
Kohl. Allerdings könnte Kohl zu den Mauerfall-Jubiläen im Herbst wieder öffentlich auftreten. Die Feiern im Herbst seien «ein gutes Datum auch für mich persönlich, wieder in die Öffentlichkeit zurückzukehren», hatte Kohl Anfang April in einem «Bild»-Interview angekündigt. Ob der Alt-Kanzler auch in den Wahlkampf der Union mit Auftritten eingreifen wird, ist noch unklar.

Zunächst stand am Freitag aber die Auszeichnung mit dem Hanns-Martin-Schleyer-Preis an, den Kohl «für hervorragende Verdienste um die Festigung und Förderung der Grundlagen eines freiheitlichen Gemeinwesens» erhält. Benannt ist der Preis nach dem 1977 von der RAF ermordeten Arbeitgeber-Präsidenten. "Ich habe damals einen Freund verloren», ist die Ansprache überschrieben, die Kohl halten wollte. Die Preisverleihung bedeutete für Kohl auch ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten und leidenschaftlichen Europäer. Luxemburgs Premier Jean-Claude Juncker sollte die Laudatio auf Kohl halten.

(Redaktion)


 


 

8. Mai
Helmut Kohl
Bundeskanzler
Maike Richter
Hanns-Martin-Schleyer-Preis
Franz Josef Jung
Roland K

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "8. Mai" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: