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Hirnforschung

Internationaler Wettlauf in den Kosmos des menschlichen Gehirns

Nach dem Wettlauf der Forschungsexpeditionen in den Kosmos des Weltraums zwischen den USA und der Sowjetunion in den 60er- und 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat nun ein neuer Wettlauf eingesetzt: Die Erforschung der Neuronen im Kosmos des menschlichen Gehirns. Während man in den Weiten des Weltraums also schon seit Jahrzehnten unterwegs ist, ist die Reise in das innere Universum des Human Brain noch ein junges Unternehmen.

Die Landkarten des menschlichen Gehirns mit rund 100 Milliarden vernetzten Neuronen sind noch weitgehend unerforscht. Das soll sich jetzt ändern. Die USA haben kürzlich ein 10-Jahres-Forschungsprogramm bekannt gegeben, das die Arbeitsweise des menschlichen Gehirns vollständig erforschen und erklären und so eine „Landkarte“ seiner gesamten Aktivitäten erbringen soll. Präsident Obama hat das Brain Activity Map Project, das allein im ersten Forschungsjahr mehr als 100 Millionen Dollar öffentlicher Fördergelder kosten soll, zur nationalen Chefsache erklärt. Es soll ähnlich erfolgreich werden wie das frühere, ebenfalls eine Dekade beanspruchende Human Genome Project. Obama begründete das beabsichtigte insgesamt wahrscheinlich mehr als 100 Milliarden Dollar schwere amerikanische Investment in das Brain Activity Map Project so: „Jeden Dollar, den wir in die Landkarte des menschlichen Genoms investiert haben, erbrachte unserer Wirtschaft einen Rücklauf von 140 Dollar – jeder Dollar!” Das 1990 begonnene Human Genome Project kostete insgesamt 3,8 Milliarden Dollar und erbrachte einer staatlichen Studie zufolge bis zum Jahr 2010 einen Return von 800 Milliarden Dollar.

Obwohl der technologische Fortschritt den Neurowissenschaftlern vieler Forschungsprojekte in der ganzen Welt bereits ermöglicht, einzelne feuernde Neuronen zu identifizieren und viele Aktivitäten im Gehirn bei der Arbeit zu beobachten, sind das menschliche Gehirn und das menschliche Bewusstsein immer noch eines der großen wissenschaftlichen Geheimnisse.

USA und Europäische Union arbeiten an ähnlichen Projekten

Das USA-Projekt kommt wohl nicht zufällig zeitgleich daher mit dem Human Brain Project der Europäischen Kommission, einem Großprojekt, das das gesamte Wissen über das menschliche Gehirn zusammenbringen und mittels computerbasierten Modellen und Simulationen nachbilden soll. An dem ebenfalls auf zehn Jahre ausgerichteten Projekt, das federführend von dem Neurowissenschaftler an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne, Henry Markram, geleitet wird, sind nicht weniger als 80 europäische und internationale Forschungseinrichtungen beteiligt und es soll 1,19 Milliarden Euro kosten. Das Projektziel ist, neue Instrumente zur Verfügung zu stellen, um das Gehirn und seine grundlegenden Mechanismen besser zu verstehen und dieses Wissen in der Medizin und in der Computerwissenschaft der Zukunft anzuwenden. Das ehrgeizige Unternehmen will nichts Geringeres erreichen als ein komplettes Modell des menschlichen Gehirns mit seinen rund 100.000.000.000.000 (einhundert Billionen) Neuronenverbindungen zu erstellen.

Die beiden Brain-Projekte der Europäischen Kommission und der USA haben sich nicht direkt miteinander abgestimmt, und sie gehen wohl auch wissenschaftlich unterschiedlich vor, aber es fällt auf, dass die Bekanntgabe des US-amerikanischen Brain Activity Map Project in kurzer Folge auf die frühere europäische Initiative erfolgte.

Dieses Gehirnwissen birgt nicht nur vielfältige Chancen für die Medizin, die Computerwissenschaft und die Wirtschaft der Zukunft. Bereits heute verfügen wir über relevantes Gehirnwissen, das für Unternehmer und Führungskräfte im Bereich Mitarbeiterführung, Weiterbildung und Förderung der kreativen Potenziale von Unternehmen von Bedeutung sind. Sich für dieses Wissen zu öffnen und es für nachhaltigen Unternehmenserfolg nutzbar zu machen, ist eine der bereits heute anstehenden Aufgaben für Unternehmer und Manager der Gegenwart.

(Friederike Matheis / pro-viel-seminare.de)


 


 

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