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Konjunktur/Steuern

IHK fordert unbeschränkten Verlustrücktrag - Betrieben droht Ruin

Nach Einschätzung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart droht in den kommenden Monaten durch Steuerbescheide eine Welle von Insolvenzen. Die Liquidität in den Betrieben nimmt nicht nur wegen fehlender Aufträge und Einnahmen ab, sondern vor allem auch durch den Zugriff des Fiskus im Verbund mit einer ausufernden Substanzbesteuerung.

Die IHK Region Stuttgart fordert daher den steuerlichen Verlustrücktrag, damit der Staat den Betrieben in Krisenzeiten nicht dringend notwendige Liquidität entzieht. „Das bisherige Verfahren wirkt in der aktuellen Rezession wie ein Brandbeschleuniger“, mahnt Dr. Herbert Müller, Präsident der IHK Region Stuttgart. Die jetzt zur Zahlung anstehenden hohen Steuern auf die Gewinne aus den Vorjahren seien für viele Unternehmen nicht mehr verkraftbar. Beim Verlustrücktrag könnten Unternehmen die aktuellen Verluste mit früheren Gewinnen verrechnen.

Müller verweist darauf, dass die Zufälligkeit der Abschnittsbesteuerung ungerecht sei, was gerade in der aktuellen Phase einer teilweise dramatischen Wirtschaftskrise überdeutlich werde. Die Besteuerung nach Geschäftsjahren verbietet, die derzeitigen Verluste mit den Gewinnen der Vorjahre zu verrechnen, obwohl die Besteuerung mehr oder minder zufällig auf einen 12-monatigen Besteuerungszeitraum festgelegt ist. Die IHK fordert daher die Ausweitung der Verlustrücktragsmöglichkeit auf zwei Jahre. Zudem solle der Rücktrag der Höhe nach unbeschränkt zugelassen werden. „Diese Maßnahme besticht durch ihre Einfachheit“, so der IHK-Präsident.

Damit sie schnell liquiditätsmäßige Wirkungen entfalte, schlägt die IHK vor, dass im Rahmen der quartalsweisen Steuervorauszahlung für die dramatische Krisensituation eine Steuererstattung auf den prognostizierten Verlust gewährt werde. Berechnungsgrundlage hierfür wäre die berechnete Steuererstattung aus der erweiterten Rücktragsmöglichkeit des Verlusts in die beiden Vorjahre.

Sinnvoll seien auch die Abzugsfähigkeit von Finanzierungszinsen und die Abschaffung der 2008 eingeführten gewerbesteuerlichen Hinzurechnungen. Seither werden 25 Prozent aller Zinsen sowie der pauschalierten Finanzierungsanteile in Mieten, Pachten, Leasingraten und Lizenzen der Besteuerungsgrundlage hinzugerechnet. „Dass der Fiskus Zinsausgaben besteuert, statt sie zum Betriebsausgabenabzug zuzulassen, stellt den Sinn von Steuern auf den Kopf“, so Müller, der eine Abschaffung dieser Regelung fordert.

Der IHK-Präsident lobt die geplanten Nachbesserungen bei der Zinsschranke und beim Mantelkauf. Dies reiche aber nicht aus. Es fehlten steuerpolitische Maßnahmen, die gerade die leistungsfähigen Betriebe auf breiter Front entlasten und damit die Beschäftigung sichern würden.

(Redaktion)


 


 

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