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Stuttgart 21

IHK warnt vor Einkaufskoloss auf Stuttgart-21-Areal

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart warnt zusammen mit der City-Initiative Stuttgart CIS e. V. vor dem geplanten Bau des Einkaufszentrums auf dem Gebiet von Stuttgart 21 mit der anderthalbfachen Größe eines Breuningerlandes. „Ein Einkaufszentrum dieser Größe an diesem Standort ist für die Innenstadt nicht verträglich“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Andreas Richter.

Wer einen Einkaufskoloss von 50.000 Quadratmetern Verkaufsfläche auf das Areal von Stuttgart 21 hole, so Richter weiter, gefährde nicht nur die Attraktivität der jetzigen City, sondern beschleunige auch das Verschwinden der Einzelhandelsgeschäfte, so Richter. Ohne individuellen Einzelhandel verliere Stuttgart aber auf Dauer an Profil und sei für die Kunden so austauschbar und beliebig wie bereits viele Städte in Deutschland. Außerdem gebe es mit dem „Quartier S“ bei der Paulinenbrücke und dem Da-Vinci-Projekt neben dem Breuninger-Stammhaus genügend Entwicklungsmöglichkeiten für den innerstädtischen Einzelhandel, pflichtet der City-Manager Hans H. Pfeifer bei. Aus Sicht Richters sei der Standort des neuen Einkaufszentrums nicht in das aktuelle und künftige Versorgungs- und Verkehrskonzept der Innenstadt integriert.

Ein weiterer Kritikpunkt der IHK Region Stuttgart ist die von Teilen des Gemeinderats offensichtlich gewünschte baurechtliche Befreiung für Parkplätze und die damit verbundene Aufstockung von 1.300 auf 2.200 Stellplätze. Hinterfragt werden müsse, so Richter, ob allein ein Verkehrsgutachten der Investorengemeinschaft des Großprojekts ausreiche, um baurechtliche Beschränkungen zu kippen. Informationen der Stuttgarter Zeitung zufolge gehe das Gutachten davon aus, dass der Verkehrsfluss bei An- und Abfahrt zum Einkaufszentrum mit 2.200 Parkplätzen problemlos auf dem vorhandenen Straßennetz sichergestellt sei. Richter ist skeptisch: „Wenn am Grünen Tisch vorbei an realen Gegebenheiten entschieden wird, dann haben die Gemeinderäte hoffentlich ein unabhängiges Verkehrsgutachten vor sich.“

Nicht zuletzt steht laut Richter auch die Attraktivität der Stuttgarter Innenstadt als Anziehungspunkt für Konsumenten auf dem Spiel. Zwischen dem Gebiet rund um die Königstraße und dem neuen Einkaufszentrum sei eine Distanz von rund 800 Metern zu überwinden. Erfahrungsgemäß werden Kunden nur eines der beiden Angebote nutzen um einzukaufen. Positiver Austausch und gegenseitige Befruchtung der Standorte seien von vornherein ausgeschlossen. Die Entwicklung konkurrierender Standorte im Stuttgarter Innenstadtbereich könne aber nicht im Interesse von Stadtverwaltung und Bürgern sein.

Es sei richtig und notwendig, auf dem neu zu bebauenden Areal von Stuttgart 21 auch Einzelhandel anzusiedeln. „Denn wir wollen ein vitales und belebtes Viertel“, so Richter. Ein Einkaufskoloss der geplanten Größenordnung passe dazu allerdings nicht. Das geplante Einkaufszentrum müsse deshalb in seiner Größe deutlich abgespeckt werden.

(Redaktion)


 


 

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