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Vollversammlung beschließt Neubau der IHK-Zentrale

Die Vollversammlung der IHK Region Stuttgart hat auf ihrer Sitzung am 10. Dezember beschlossen, mit einem Neubau der IHK-Zentrale den Service für die Mitgliedsunternehmen sowie die Betriebskosten und die Ökobilanz des Stützpunktes in der Stuttgarter Jägerstraße deutlich und nachhaltig zu verbessern.

"Wir haben uns die Entscheidung, diesen Weg zu verfolgen, nicht leicht gemacht“, so IHK-Präsident Dr. Herbert Müller. „Wir sind aber überzeugt, dass dieser Schritt für unsere Mitgliedsunternehmen die beste und vor allem die zukunftsfähigste Lösung ist.“

In den zurückliegenden zwei Jahren habe die IHK mit Hilfe externer Experten alle in Frage kommenden Alternativen geprüft und diese in ihren Gremien offen und transparent beraten. Annähernd 20 andere Standorte in Stuttgart und die Möglichkeit, die bisherige Situation als Eigentümer gegen die eines Mieters zu tauschen, seien sorgsam abgewogen worden. Gleichermaßen sei die Option einer grundlegenden Sanierung des Gebäudeensembles der IHK-Zentrale eingehend geprüft und der Vollversammlung als alternative Möglichkeit zur Entscheidung angeboten worden. Eine Sanierung, so Müller, bringe der IHK keine wesentliche Verbesserung für die Funktionalität der beiden separierten bisherigen Gebäude. Zudem sei die mit zunächst knapp 20 Millionen Euro veranschlagte Sanierung mit hohen Risiken behaftet. "Aller Erfahrung nach bergen sich in mehr als 50 Jahre alten Gebäuden viele unliebsamen Überraschungen, die bei einer Entkernung oftmals zu deutlichen Kostensteigerungen führen, die niemand vorhersehen und einplanen kann“, so Müller. Der Neubau hingegen garantiere mit 39,5 Millionen Euro einen festen Kostenrahmen. Entscheidend sei vor allem aber auch, dass mit dieser Alternativ die IHK zusätzlich jährlich 1,5 Millionen Euro an Betriebskosten gegenüber dem jetzigen Zustand einsparen werde. 

Eingehend, so der IHK-Präsident, sei in der Vollversammlung auch die Frage diskutiert worden, ob angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage ein Kammerneubau der Öffentlichkeit vermittelbar sei. Wegen zu klärender rechtlicher Fragen und der erforderlichen Aufstellung eines Bebauungsplans durch den Stuttgarter Gemeinderat sei mit einem Baubeginn nicht vor Frühjahr 2011 zu rechnen. Man werde also in einem ganz anderen, wieder positiv ausgerichtetem wirtschaftlichen Umfeld beginnen. Zudem gebe es im Ablauf des Verfahrens zeitliche Ausstiegspunkte. Vollversammlung und Präsidium würden in den kommenden Monaten mehrfach die Möglichkeit haben, die Realisierung zu stoppen oder zeitlich zu strecken, falls dies erforderlich sein sollte. „Die Vollversammlung“, so Müller, "hat zudem festgelegt, dass es wegen eines Neubaus keine Beitragserhöhungen geben wird. Dies ist für Präsident und Geschäftsführung der IHK bindende Verpflichtung und für unsere Mitgliedsunternehmen eine entscheidende Aussage.“ Ebenso werde ein externer Spezialist mit Projektüberwachung und Kostenkontrolle beauftragt, der in kurzen Abständen regelmäßig Präsident und Präsidium über den Fortgang von Planungen und Bau zu berichten hat. 

Mit einem Neubau kann die IHK das seit Jahren benötigte Service-Center für ihre mehr als 100.000 Besucher im Jahr unmittelbar im Eingangsbereich realisieren. Die über beide Gebäude verstreuten Veranstaltungs- und Prüfungsräume werden zusammengefasst und der damit verbundene hohe personelle Aufwand deutlich verringert. Zudem werden heute noch ausgelagerte Einheiten der Prüfungsaufgabenerstellung in den Neubau integriert. Mit der Trennung des in seiner Fläche stark reduzieren Bürobereichs von den öffentlich genutzten Räumen werden die seither bestehenden drängenden Sicherheitsfragen gelöst. 

Wesentlich für Präsidium und Geschäftsführung ist auch die erhebliche Verbesserung der Energiebilanz. "Wir wollen das Geld unserer Mitgliedsunternehmen nicht mehr durch Fenster, Wände und Dächer hinausheizen, sondern in Beratung und Service stecken“, so Müller. Die IHK Region Stuttgart zähle mit ihren Umlage- und Grundbeitragssätzen zu den Kammern mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis in Deutschland. Man sei die einzige IHK in der Bundesrepublik, bei der Ausbildungsbetriebe keinen Cent Gebühr zahlen. "Diese Qualität“, so Müller, "wollen wir auch in Zukunft bieten“

(Redaktion)


 


 

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1 Kommentar

von Lora Kammer
12.12.09 17:29 Uhr
Verschwendung einer schwachen Vollversammlung

Liebe Leser,

Als Grund für den Neubau wird immer wieder der schlechte Zustand der aktuellen IHK-Gebäude angeführt. Wurden die Gebäue in den letzten Jahren so vernachlässigt? Derzeit gibt es 250 Mitarbeiter. Nur 200 nutzen das Hauptgebäude mit 10.000 Quadratmetern. Dazu werden Flächen für weitere 50 Mitarbeiter angemietet. Das ist viel Luxus für ein Verwaltungseinrichtung.

Bei der neuen Planung treiben Ansprüche an Repräsentativität den Preis. Die Entscheidung fällte die Vollversammlung. Die Wahl zur Vollversammlung begründet erhebliche Zweifel an der Einhaltung demokratischer Prinzipien wie Transparenz, Gleichheit der Wahl. Die Sitzzahlen der unterschiedlichen Branchen, werden unproportional bereits vor der Wahl verteilt. Die Legitimität steht auch in Frage weil die Stimmenzahlen der Kandidaten geheimgehalten wurden ebenso wie die Wahlbeteiligung.

Wie üblich lobt sich die IHK in ihren Bekanntmachungen selbst. In diesem Fall hebt man hervor, dass die Verschwendung keine Beitragerhöhung nach sich zieht. Unerwähnt bleibt, dass viele IHKs Beiträge senken und der Stuttgarter Hebesatz viermal so hoch ist wie zum Beispiel in Mainz oder Osnabrück.
Mit freudnlichen Grüßen
Lora Kammer

 

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