Bildung
Das Zentrum für Islamische Theologie an der Uni Tübingen wird eingeweiht
Tübingen. Als einen „Gewinn für den Hochschulstandort Baden-Württemberg“ hat Wissenschaftsministerin Theresia Bauer die Gründung des bundesweit ersten Zentrums für Islamische Theologie begrüßt. Anlass war die feierliche Einweihung des Zentrums, das an der Universität Tübingen eingerichtet wurde.

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (links) und Bundesforschungsministerin Annette Schavan begleiteten den Gründungsakt des bundesweit ersten Zentrums für Islamische Theologie.
Das in Tübingen eingerichtete Zentrum sei eine einmalige Chance zu zeigen, wie ernst es der deutschen Gesellschaft damit sei, die Teilhabe muslimischer Mitbürgerinnen und Mitbürger zu verbessern, sagte Bauer. Zudem sei es ein wichtiges Signal für die Hochschullandschaft, dass die bekenntnisgebundene wissenschaftliche Befassung mit dem Islam einen anerkannten Platz an den Universitäten erhalte. Dies liege im Interesse der rd. 4 Mio. Musliminnen und Muslimen in Deutschland, von denen gut 600.000 allein in Baden-Württemberg lebten, aber auch im Interesse der gesamten Gesellschaft.
„Die Einrichtung Islamischer Studien an deutschen Hochschulen schließt nicht nur eine wissenschaftliche Lücke, indem sie die Chance zu einer historisch-kritischen Methode im Umgang mit dem Koran eröffnet, sondern sie ermöglicht auch durch die hier ausgebildeten Theologen einen bekenntnisorientierten schulischen Religionsunterricht. Das Zentrum für Islamische Theologie dient damit über den islamischen Religionsunterricht nicht nur der Vermittlung religiöser und demokratischer Werte in deutscher Sprache, sondern zeigt Kindern und Jugendlichen muslimischen Glaubens auch, dass sie mit ihrem Glauben gleichberechtigter Teil des schulischen Lebens hier im Land sind“, so Ministerin Theresia Bauer.
Die Landesregierung sei der Überzeugung, dass die Universität Tübingen die besten Voraussetzungen für das neue Zentrum mitbringe. Sie verfüge als einzige Universität in Baden-Württemberg über Fakultäten sowohl für evangelische als auch katholische Theologie und beide Fakultäten wiederum über langjährige wissenschaftliche Kontakte zu den Islam-Fakultäten an der Universitäten Ankara und Sarajewo sowie zur Al-Azhar-Universität in Kairo. Zudem könne Tübingen eine breit ausgebaute und international angesehene Islamwissenschaft und Philologie sowie ein breites Angebot an religionswissenschaftlicher Lehre und Forschung vorweisen. Insbesondere sei es aber der Universität Tübingen gelungen, die maßgeblichen islamischen Verbände für die Einrichtung eines Beirats für Islamische Studien zu gewinnen.
Zentrum für Islamische Theologie
Das Zentrum für Islamische Theologie hat zum Wintersemester 2011/12 seinen Betrieb als erstes in Deutschland aufgenommen. 36 Studierende sind derzeit für den Bachelorstudiengang „Islamische Theologie“ eingeschrieben. Das Zentrum an der Universität Tübingen ist auf Empfehlung des Wissenschaftsrats eines von vier bundesweiten Zentren für Islamische Theologie, mit denen die Islamische Theologie an deutschen Hochschulen etabliert werden soll. Der Bund finanziert für zunächst fünf Jahre mit insgesamt rund vier Millionen Euro Professuren, Mitarbeiterstellen und Nachwuchsgruppen. Das Tübinger Zentrum wird schon jetzt vom Land Baden Württemberg mitfinanziert und nach Ablauf der Bundesförderung vom Land in der Endausbaustufe mit rund 1,3 Millionen Euro jährlich gefördert.
(Redaktion)
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