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Reaktorunfall Japan: auch in der deutschen Erdbebenregion am Hochrhein stehen AKWs

Viele Menschen beschleicht ein beklemmendes Gefühl: Das hatten wir doch schon mal..... ja, vor ziemlich genau 25 Jahren explodierte der Reaktor im Atomkraftwerk Tschernobyl. Das ist das Déjà-vu des Atom-Unfalls von Tschernobyl. Verstrahlte und bis heute unbewohnbare Landflächen sowie Tausende von Toten und Dahinsiechenden waren die Folge.

Welch makabrer Zufall: Der Unfall im Atomkraftwerk (AKW) in Fukushima in Japan passierte genau an dem Tag, an dem sich in Baden-Württemberg Atomkraft-Gegner versammelt hatten und mit einer 45 km langen Menschenkette gegen AKWs in Deutschland demonstrieren wollten. Ziel war es, eine 45 Kilometer lange Menschenkette zwischen Stuttgart und dem Kernkraftwerk Neckarwestheim I zu planen. Mit dem Reaktorunfall in Japan hatte die Demonstration am gestrigen Samstag unerwartet an Brisanz gewonnen...

Die Veranstalter, darunter der BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), informierten die Demonstanten jeweils zeitnah über die Vorkommnisse in Japan. Die Veranstalter konnten beim Schließen der Menschenkette zur Mittagszeit verkünden, dass sich rund 60.000 Menschen hierfür zusammengeschlossen hatten. 

Tschernobyl

Der Super-GAU im AKW Tschernobyl geschah am 26. April 1986 - vor fast genau 25 Jahren. Der russische Reaktortyp galt auch in westlichen Medien lange Zeit als „besonders sicher“. Die Hitze verbog Metall und Reaktorstäbe und der Kern konnte nicht mehr gekühlt werden. Es kam zur Explosion, durch die innerhalb des Reaktors 1500 Tonnen Graphit in Brand gerieten. Der Feuersturm riss radioaktive Materialien kilometerhoch in die Atmosphäre, wo sie von starken Winden erfasst wurden. Eine radioaktive Wolke verteilte den Fallout über weite Teile Europas. Millionen Menschen wurden einer starken Strahlenbelastung ausgesetzt. Es gab zehntausende Tote, obwohl Tschernobyl in einer dünn besiedelten Region liegt. 

Der Hochrhein in Südbaden: Dort bebt immer wieder die Erde

Was viele nicht wissen: Auch der Hochrheingraben im Süden Deutschlands gilt als eine erdbebenaktive Region. Auf der Schweizer Seite wurde im Jahr 1984 das Atomkraftwerk Leibstadt nach elfjähriger Bauzeit in Betrieb aufgenommen. Am 5. Mai 2009 - noch keine drei Jahre her - hat ein Erdbeben mit seinem Epizentrum in Steinen im Kreis Lörrach zum Teil erhebliche Schäden an den Häusern in der Nähe des Epizentrums verursacht - Stärke 4,5 auf der Richter-Skala. Besonders schwer traf es die Fachklinik für Drogenkranke "Haus Weitenau" erwischt. Die Polizei sprach damals von "einem "beträchtlichen Schaden".

Am ganzen Hochrhein entlang bis hinein in den Schwarzwald und bis zum Bodensee rumpelte um 3.39 Uhr die Erde - so deutlich hat im Südwesten die Erde zwar schon lange nicht mehr gebebt. Das Epizentrum lag nur etwa 35 km Luftlinie vom schweizer AKW Leibstadt und vom französischen AKW Fessenheim entfernt... Es  war im Umkreis von mehr als 100 Kilometern spürbar - auch in weiten Teilen der angrenzenden Schweiz sowie des französischen Elsass.  Das letzte größere Erdbeben im Süden Baden-Württembergs davor war im Dezember 2004 verzeichnet worden. Damals war eine Stärke von 5,43 erreicht worden. Das Epizentrum lag unter der südbadischen Kleinstadt Waldkirch. Solche Beben kommen immer wieder in dieser Region vor. 

Der aktuelle Atomunfall in Japan sollte zum Anlass genommen werden, die Sicherheitsbestimmungen aller AKW aufgrund der Erkenntnisse aus dem aktuellen Unfall anzupassen und die Laufzeit sollte gegebenenfalls verkürzt werden - nicht nur in Bezug auf das AKW in Leibstadt oder das im elsässischen Fessenheim, die in einem für MItteleuropa relativ aktiven Erdbebenbereich liegen, sondern in Bezug auf alle AKWs.

(Redaktion)


 


 

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