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Messen/Eurobike

Keine Krise in Fahrradbranche - Internationale Messe Eurobike mit Neuheiten

Duschen und Park-Boxen für Business-Radler. Das wünscht sich der ehemalige Kaderfahrer David Assfalg, der in Oberschwaben drei Bike-Studios betreibt und damit zu den Großen unter seinen Händler-Kollegen zählt. Immer mehr Arbeitnehmer steigen in die Pedale, um zum Arbeitsplatz zu gelangen. Und es würden noch mehr umsteigen, wenn sie sich in der Firma den Schweiß abduschen könnten und ihr Rad in einer Box sicherstellen könnten, ist sich Assfalg sicher. Die neusten Trends rund um das Fahrrad werden ab 2. September auf der Internationalen Messe Eurobike in Friedrichshafen präsentiert.

Auch David Assfalg ist mit seinen Produkten und Ideen vertreten. Die Fahrradbranche ist einer der wenigen Wirtschaftszweige, der die Finanzmarkt - und Wirtschaftkrise kaum zu spüren bekam. «Die Krise ist zwar nicht spurlos an uns vorbei gegangen, aber insgesamt haben wir uns sehr gut behauptet», sagt Geschäftsführer Siegfried Neuberger vom Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) und drückt damit sogar etwas auf die Euphorie-Bremse.

Geschäftsführer Bernhard Lange, Chef der Stuttgarter Firma Paul Lange, die seit über 40 Jahren Generalimporteur des japanischen Anbieters Shimano ist, spricht davon, von der Krise sogar «ein bisschen» zu profitieren. Der Grund: Viele Verbraucher sparen am Zweitwagen oder an der Fernreise und entwickeln mehr Mobilität auf zwei Rädern.

War das Fahrrad als Freizeitprodukt schon lange populär, ist es nun auch als Verkehrsmittel gesellschaftsfähig geworden, beobachtet Lange. Wie sehr es mittlerweile in den Berufsalltag eingebunden ist, spiegelt die Eurobike wieder, die in ihrer 18. Auflage alle bisherigen Rekorde bricht. Mehr als 1000 Direktaussteller aus 42 Ländern und 35 000 Händler haben sich zu dieser europaweit wichtigsten Fahrrad-Fachmesse angemeldet, mehr als jemals zuvor. Das über 100 000 Quadratmeter große Messegelände ist komplett ausgebucht.

Renner sind derzeit die batteriegetriebenen Fahrräder, im Fachjargon E-Bikes und Pedelecs genannt. Die Hersteller von Fahrrädern mit elektrischem Hilfsantrieb klagen nicht etwa über Verkaufsprobleme, sondern über zu geringe Produktionskapazitäten. Sie können die Antriebskomponenten nicht so schnell herbeischaffen, wie sie eingebaut und verkauft werden könnten, so überwältigend ist die Nachfrage, erlebt etwa Assfalg in seinen Studios in Biberach, Weingarten und Tettnang. Waren bisher vor allem Ältere die Zielgruppe für die E-Bikes, gehören jetzt auch Jüngere dazu: etwa die, die nicht verschwitzt in der Firma ankommen wollen.

«Die Entwicklung des E-Bike-Marktes fand in den vergangenen Jahren mit schwindelerregender Geschwindigkeit statt», sagt ZIV-Geschäftsführer Neuberger. Zwischen 2005 und 2008 habe sich der jährliche Absatz in Deutschland mit zuletzt 100 000 Einheiten vervierfacht, und die Branche rechne mit einem weiteren Wachstum zwischen 20 und 50 Prozent. «Wir glauben, dass der Markt noch extrem wachsen wird», sagt Gianni Mazzeo, Exportleiter vom Schweizer Hersteller Biketec, der mit der Marke Flyer zu den Marktführern im E-Bike-Segment zählt. «Wir erwarten einen Boom, der vergleichbar sein wird mit dem der Mountainbikes», glaubt er.

Zusätzlichen Rückenwind dürfte der Markt von der neuen, sogenannten «schnellen E-Bike-Klasse» bekommen. Hier werden meist kräftigere Motoren verbaut, und auch die Tretkraftunterstützung schaltet sich erst bei 45 Stundenkilometern ab. Vom Gesetzgeber werden diese Räder wie Mofas behandelt. Erforderlich ist also ein Versicherungs-Kennzeichen und mindestens ein Führerschein der Klasse M (Mofa).

Zu den Highlights auf der Eurobike wird aber auch die «bike-mobile» Stromversorgung per Nabendynamo gehören. Dabei nutzt der Radfahrer die durch eigene Muskelkraft erzeugte Energie zum Betreiben elektronischer Geräte wie Handy, GPS, MP3 oder zum Laden von Akkus. Weltneuheiten auf der Messe sind etwa eines der ersten Mountainbikes mit elektrischem Hilfsantrieb, eine Fahrradbrille, mit neigbaren Scheiben und der mit 170 Gramm Gewicht leichteste Fahrradhelm der Welt.

Für die «Eurobike» haben die Messemacher in diesem Jahr sogar den Zeppelinhangar in der Nachbarschaft angemietet, von dem sonst das Luftschiff ein- und ausrollt. Hier können auf unterschiedlichen Testbahnen neue Modelle Probe gefahren werden. Am 5. September ist die Fachmesse auch für das Publikum geöffnet.

(Redaktion)


 


 

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