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Kreditklemme

Staatlicher Kreditmoderator in Baden-Württemberg sieht Arbeit bestätigt

Der staatliche Kreditmoderator in Baden-Württemberg, Wirtschaftsstaatssekretär Richard Drautz, stellt fest: „Interesse der Unternehmen am Angebot nach wie vor ungebrochen“. Seit Anfang des Jahres 2010 haben sich 65 Unternehmen hilfesuchend an den Kreditmoderator gewandt.

„Das Interesse der Unternehmen an dem Angebot des Kreditmoderators ist nach wie vor ungebrochen“, teilte das Wirtschaftsministerium heute in Stuttgart mit. Die Landesregierung hat in der Sitzung am 12. April 2010 Wirtschaftsstaatssekretär Richard Drautz zum Kreditmoderator des Landes ernannt. „An mich kann sich jedes in Baden-Württemberg ansässige Unternehmen wenden, dessen laufende Kreditverhandlungen ins Stocken geraten sind oder gar endgültig zu scheitern drohen“, so Staatssekretär Drautz

Seit Anfang des Jahres 2010 haben sich 65 Unternehmen hilfesuchend an den Kreditmoderator gewandt. Bisher konnten mehr als ein Viertel dieser Fälle zu Gunsten der nach Kredit nachfragenden Unternehmen abgeschlossen werden. Damit verbindet sich ein bewilligtes Kreditvolumen von über neun Millionen Euro. „Mit der Sicherung dieser Unternehmen ist der Erhalt von rund 1.400 Arbeitsplätzen verbunden“, betonte Drautz. Weitere 40 Prozent der Fälle sind noch offen. Hier stehen die Unternehmen, das Wirtschaftsministerium und die Banken weiterhin in Kontakt und suchen gemeinsam mit Hilfe des Kreditmoderators nach einer Lösung. Bei seiner Tätigkeit steht dem Kreditmoderator ein Beirat bestehend aus den Vertretern der drei Säulen des deutschen Kreditwesens und Vertretern der Förderinstitute im Land unterstützend und zum fachlichen Austausch zur Seite.

„Bei den Gesprächen geht es oft mehr als nur um Kreditvergabe oder die Einbindung von Bürgschaften“, erklärte Drautz. Die Unternehmen haben den Kreditmoderator aus sehr unterschiedlichen Gründen um Hilfe gebeten. Rund 80 Prozent der Unternehmen wandten sich an den Kreditmoderator, weil die Ver-handlungen bezüglich einer Neukreditvergabe stockten. Mehr als ein Fünftel der Antragsteller baten um eine Einbeziehung von Fördermitteln und fast ein Drittel der Antragsteller planten eine Umschuldung. Daneben kamen auch weitere Themen wie beispielsweise Sicherheitenfreigabe oder Beteiligungsfinanzierung zur Sprache. 

Drautz wies darauf hin, dass es durch die Bemühungen des Wirtschaftsministeriums häufig gelingt, in Kombination mit staatlichen Finanzierungsinstrumenten eine tragfähige Gesamtfinanzierung darzustellen. Darunter fallen insbesondere die Förderkreditprogramme der L-Bank sowie durch Bürgschaftsbank Baden-Württemberg, L-Bank oder Land zu gewährende Bürgschaften. 

„Insbesondere die L-Bank und die Bürgschaftsbank Baden-Württemberg leisten im Rahmen der Förderpolitik des Landes einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung des unternehmerischen Mittelstandes im Land“, sagte Drautz. Die L-Bank hat im Jahr 2010 rund 50 Bürgschaften in einer Größenordnung zwischen zwei bis zehn Millionen Euro übernommen, während die Bürgschaftsbank Baden-Württemberg mit rund 2.500 genehmigten Bürgschaften und Garantien im Segment bis maximal zwei Millionen Euro den kleinen und mittleren Unternehmen unter die Arme griff. Neben den direkt an den Kreditmoderator gerichteten 65 Fällen haben sich im Jahr 2010 in etwa 200 weitere Unternehmen in Finanzierungsfragen an das Wirtschaftsministerium gewandt.

Hintergrundinformation:

Voraussetzung, um sich an den Kreditmoderator zu wenden, sind stets vorangegangene Gespräche mit der Hausbank. Darüber hinaus richtet sich das Angebot ausschließlich an Unternehmen, bei denen keine Insolvenzantragspflicht besteht.

Die 65 Anfragen kamen aus allen Wirtschaftsbereichen, wobei rund ein Drittel dem Handwerk zuzurechnen sind und in etwa jeweils 30 Prozent der Industrie und dem Dienstleistungssektor. Weniger als ein Zehntel der Anfragen stammen aus dem Handel. 

Der durchschnittliche Antragsteller steht gemäß KMU-Definition der EU an der Schwelle vom „kleinen“ zum „mittleren“ Unternehmen. Deutlich mehr als ein Drittel sind Kapi-talgesellschaften, während die übrigen Unternehmen als Personengesellschaften oder von Einzelkaufleuten geführt werden.

Mehr Informationen: www.wm.baden-wuerttemberg.de/sixcms/detail.php/229001

(Redaktion)


 


 

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