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Kultusministerium stellt 22 G9-Modellschulen der zweiten Tranche vor

Kultusminister Andreas Stoch MdL: "Wir kommen dem Wunsch der Eltern nach und bieten den Schülerinnen und Schülern an 44 Gymnasien einen neunjährigen Weg zum Abitur an."

Der neue Kultusminister Andreas Stoch MdL hat heute die 22 G9-Modellschulen der zweiten und letzten Tranche des Schulversuchs "G8/G9 - Zwei Geschwindigkeiten auf dem Weg zum Abitur" vorgestellt. Damit können Schülerinnen und Schüler ab dem Schuljahr 2013/2014 an insgesamt 44 allgemein bildenden Gymnasien in Baden-Württemberg das Abitur nach neun Jahren ablegen. "Wir kommen dem Wunsch der Eltern nach und bieten den Schülerinnen und Schülern an 44 Gymnasien einen neunjährigen Weg zum Abitur an", erklärte Stoch. Die für die zweite Tranche ausgewählten Modellschulen hätten schlüssige Konzepte vorgelegt, wie die Inhalte des gymnasialen Bildungsplans auf neun Schuljahre verteilt werden können. Den individuellen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler kann so besser entsprochen werden, und es bleibt ihnen mehr Zeit für Sport und Musik, kulturelles oder ehrenamtliches Engagement. Der Schulversuch ist stark nachgefragt: An den 22 Gymnasien der ersten Tranche haben zum Schuljahr 2012/2013 mehr als 80 Prozent der Eltern ihre Kinder für den neunjährigen Bildungsgang angemeldet.

Für die zweite Tranche hatten 48 Schulträger bis 1. Dezember 2012 Anträge für 52 Schulen gestellt. Bei den Gymnasien, die für den Schulversuch nicht berücksichtigt werden konnten, bedankte sich der neue Kultusminister für ihr großes Engagement. Stoch bedauerte, dass die Anträge für 30 Schulen abgelehnt werden mussten, weil andere Gymnasien den Kriterien besser entsprochen hätten. Dass insgesamt 44 Modellschulen an dem Schulversuch teilnehmen können, ist das Ergebnis eines Kompromisses zwischen den Fraktionen der SPD und der Grünen im Landtag. Folgende Kriterien wurden im Auswahlverfahren in einer landesweiten Gesamtschau geprüft:
- Qualität des pädagogischen Konzepts
- Ausgewogene regionale Verteilung der Versuchsschulen
- Erschließung eines entsprechend großen Einzugsgebiets
- Gute Erreichbarkeit der Modellschule mit öffentlichen Verkehrsmitteln
- Gesamtschau des regionalen und kommunalen Bildungsangebots
- Varianz der an den Modellschulen zu erprobenden Konzepte

So erhielt etwa das Karl-Friedrich-Gymnasium Mannheim den Zuschlag, da die Stadt Mannheim auf Grund der hervorragenden Infrastruktur ein sehr großes Einzugsgebiet erschließt: die Metropolregion Rhein-Neckar. Die Schule ist drei- bis vierzügig und befindet sich in zentraler Lage. Der Hauptbahnhof ist zu Fuß in fünf Minuten zu erreichen. Die Schule hat ein überzeugendes pädagogisches Konzept zur Stärkung der Kernkompetenzen in Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen vorgelegt, das eine Entlastung der Mittelstufe vorsieht. Die laut Bildungsplan in den Klassen 7 bis 10 des G8 zu lernenden Inhalte und Kompetenzen werden für den G9-Schulversuch auf die Klassen 7 bis 11 ausgedehnt.

Da in sieben der 44 Stadt- und Landkreise keine Anträge auf Einrichtung eines G9-Zuges gestellt wurden, waren in einigen Kreisen Mehrfachbesetzungen möglich. Zwei Modellschulen gibt es ab dem kommenden Schuljahr in den Kreisen Ludwigsburg, Ostalb, Karlsruhe Land, Neckar-Odenwald und Ortenau. Auch dieser Auswahl liegen die oben genannten Kriterien zugrunde. Einen Sonderfall stellt die Stadt Stuttgart dar: Mit rund 600.000 Einwohnern ist sie die Großstadt mit der höchsten Einwohnerzahl, dank ihrer Lage im Ballungsraum Mittlerer Neckar verfügt sie über ein großes Einzugsgebiet. Aus diesen Gründen erhält die Landeshauptstadt in der zweiten Tranche zwei weitere G9-Standorte. Insgesamt gibt es damit nun in Stuttgart drei Gymnasien mit G9-Zügen: Im Zentrum das bereits in der ersten Tranche genehmigte Zeppelin-Gymnasium, im Norden das Leibniz-Gymnasium Feuerbach, im Süden das Wilhelms-Gymnasium Degerloch.

Nach einer Modellrechnung des Kultusministeriums werden bis zum Ende des G9-Schulversuchs im Schuljahr 2027/2028 insgesamt 133 zusätzliche Lehrerdeputate dafür benötigt. Ein Gymnasiallehrer-Deputat kostet etwa 58.000 Euro. Damit belaufen sich die Kosten für den gesamten Schulversuch auf rund 8 Millionen Euro.

(Redaktion)


 


 

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